Wie du mit diesem kleinen Trick nie mehr etwas bereuen wirst

Nie mehr bereuen

„Am Ende ist man immer schlauer.“

(Sprichwort)

Klar. Man weiß ja, was man falsch gemacht hat.

Schade, dass man dieses Wissen nicht schon vorher nutzen kann.

Oder doch?

Ich möchte dir heute einen weiteren Entscheidungs-Helfer zur Seite stellen.

Mit seiner Hilfe, wirst du deinen Weg aus einer ganz anderen Perspektive beurteilen können. Nämlich vom Ende aus.

Es ist dein innerer Greis. Er kann dir sagen, mit welchem Weg du an deinem Lebensende zufrieden sein wirst.

Nach dem Lesen dieses Artikels wirst du also in der Lage sein in die Zukunft zu blicken und dir selbst zu sagen, ob deine Entscheidungen die richtigen sind.

Die volle Entscheidungspower.

Also los.

 

Wieso dir ein alter Mensch bei deinen Entscheidungen helfen kann

„Warum soll ich eine alte Frau oder einen alten Mann um Hilfe bitten? Was wissen die denn schon von meinen Problemen?“

Eine ganze Menge.

Leider sind ältere Menschen in unserer heutigen Gesellschaft nicht mehr so präsent. Sie werden in Alters- und Pflegeheime gebracht, weil oft keine Zeit für die Betreuung in der Familie oder generell keine Familie da ist. Dabei sind diese Menschen so wertvoll für unsere Gemeinschaft!

Jeder einzelne von ihnen hat ein ganzes Leben voller Erfahrungen, Rückschlägen, Fehlern und Erfolgen hinter sich. Jeder einzelne kann dir stundenlange Geschichten zu den Themen erzählen, die in deinem Leben gerade aktuell sind. Liebschaften, Freundschaften, berufliche Veränderungen, Glücksmomente und Leidensgeschichten…

„Alte Menschen sind wie Bücher. Die Dummen stellen sie ins Regal, die Schlauen lesen in ihnen.“

(Stephan Sarek)

Ich finde es sehr schade, dass diese Menschen immer weniger Teil der Gesellschaft sind. Die Ursache dafür ist wohl unter anderem darin zu finden, dass der Wert der Familie sehr stark abgenommen hat.

Zu früheren Zeiten, war es wichtig eine große und starke Gemeinschaft in der Familie zu sein. Man konnte sich nicht auf Arbeitslosengeld, Versicherungen oder die Rente verlassen. Nur die Familie war immer da um einen aufzufangen. Heute haben wir uns weitgehen unabhängig von der Familie gemacht. Naja… zumindest mit was ide Rente anbelangt, scheint sich der Trend wieder umzukehren. Aber ich schweife vom Thema ab. Mehr dazu findest du hier unter Punkt 8.

„Wissen Sie, was es heute heißt, alt zu sein? Man kennt alle Antworten – aber keiner stellt die Fragen.“

(Aus England)

Die älteren Menschen sind also ein wichtiger Teil der Familie und der gesamten Gesellschaft. Sie haben die Erfahrung, die uns oft bei Entscheidungen fehlt.

Wie können wir uns das nun zu nutze machen?

 

Wie du dir die Weisheit alter Menschen zu Nutze machst

 

Möglichkeit 1:

Du redest mit echten Senioren.

(Das hört sich an, als wär ein Senior etwas seltenes und vom Aussterben bedrohtes…)

Falls deine Großeltern noch leben, kannst du sie fragen. Oder du kennst jemanden in deiner Nachbarschaft. Oder du gehst ehrenamtlich ins Altersheim. Die Senioren, wie auch die Belegschaft, werden sich über deine Unterstützung wahnsinnig freuen.

Win-Win-Win-Situation:

  • Du entlastest das Personal,
  • zeigst den Bewohnern, dass sie gebraucht werden
  • und profitierst gleichzeit von deren Lebenserfahrung um deine Entscheidungen zu treffen und Probleme zu lösen!

 

Möglichkeit 2:

Du redest mit deinem inneren Greis.

Wenn du keinen Senioren kennst und auch nicht die Möglichkeit hast irgendwo mit alten Menschen in Kontakt zu kommen (,weil sie alle weggesperrt wurden), dann sei dein eigener Senior.

Wie soll das funktionieren?

Indem wir uns auf eine Eigenschaft von alten Menschen konzentrieren, die wir uns ebenfalls aneignen können.

Welche Eigenschaft kann das sein?

  • das Alter? Nein… wir werden zwar jeden Tag älter, aber wenn du wartest, bis du wirklich ein Senior bist, dann hat dir dieser Trick nichts gebracht.
  • faltige Haut? Auch nicht… wir können zwar unsere Stirn in Falten legen und angestrengt nachdenken, aber beim Finden einer Antwort hilft uns das nicht wirklich.
  • Langsamkeit? Nicht wirklich… es kann zwar schon hilfreich sein, etwas ganz entspannt und langsam anzugehen, aber das liefert uns immer noch nicht die Antwort auf unser Entscheidungsproblem.

Was denn sonst?

Die Antwort:

Ja es ist hart das zu sagen, aber es ist wahr. Alte Menschen zeichnen sich unter anderem dadurch aus, dass sie in der Regel nicht mehr so lange zu Leben haben.

Aber was hat das mit uns Nichtsenioren zu tun?

Nun… weißt du denn wie lange du noch zu leben hast? Kennst du die Zahl deiner Jahre? Weißt du, ob du jemals in den Genuss kommen wirst ein Senior zu sein?

Nein! Für uns alle kann jeder Tag der letzte sein, egal ob jung oder alt. Du kannst hier nachlesen,wie kurz unsere wahre Lebenszeit tatsächlich ist.

Das ist also die Eigenschaft, die uns mit den Senioren verbindet. Und diese Eigenschaft nutzen wir nun ganz einfach beim Entscheiden.

Klingt einfach, oder?

Ist es auch, ließ weiter…

 

Wie dir die Kürze deines Lebens beim Entscheiden hilft

Du hast also ein Entscheidungsproblem.

Du weißt nicht, ob die Richtung, die du gerade verfolgst die richtige ist.

Stelle dir vor, du lägest auf deinem Sterbebett und hättest nur noch wenige Tage zu leben. Versuche dich wirklich in diese Situation hineinzuversetzen. Du stehst kurz vor dem Ende deines Lebens.

Würdest du es in dieser Situation bereuen X gemacht oder Y nicht gemacht zu haben?

Diese Methode ist auch als „Sterbebetttest“ bekannt.

Du kannst sie praktisch bei jedem Problem einsetzen.

  • Wenn du dir Sorgen machst
  • Wenn du Angst vor etwas hast
  • Wenn du Zweifelst
  • Wenn du dich nicht entscheiden kannst

Das Prinzip dahinter ist, dass du dich aus dieser Perspektive eher auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben fokussieren kannst, und nicht nur darauf, ob sie dir in deiner aktuellen Situation einen Vorteil verschaffen. Denn Sterbende bereuen es am aller meisten, zu viel Wert auf unwichtiges gelegt zu haben:

 

Was Sterbende am meisten bereuen

„Womit man in der Jugend prahlt, das wird man im Alter bereuen.“

(Sprichwort)

Wenn du dich in diese Situation schlecht hineinversetzen kannst, dann kannst du dir auch erst einmal zu Gemüte führen, was Menschen bereuen, die wirklich in dieser Situation sind.

Die Australierin Bronnie Ware hat in ihrem Buch „5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen“ ihre Erfahrungen aus ihrer Zeit als Palliativkrankenschwester festgehalten.

Echte Reue von echten Senioren mit echten Lebenserfahrungen.

Was bereuen diese Menschen am Ende ihres Lebens?

Hier die Top 5 der Antworten:

  1. „Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, mein eigenes Leben zu leben“
  2. „Ich wünschte, ich hätte nicht so viel gearbeitet“
  3. „Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, meine Gefühle auszudrücken“
  4. „Ich wünschte, ich wäre mit meinen Freunden in Kontakt geblieben“
  5. „Ich wünschte, ich hätte mir erlaubt, glücklicher zu sein“

Alleine das Wissen um diese fünf Dinge, kann deine Entscheidungen schon beeinflussen.

„Aus den Fehlern der anderen lernt der Weise.“

(Lateinische Lebensweisheit)

„Soll ich den besser bezahlten Job annehmen, für den ich auswandern und meine ganzen Freunde zurücklassen muss?“

Was würdest du dazu sagen, wenn du vom Sterbebett aus zu dir sprechen könntest?

Mit viel Geld unglücklich im Job oder lieber mit weniger Geld besser leben?

Die wichtigsten Grundlagen für ein erfülltes Leben, in dem Du später nichts bereuen musst, findest du übrigens in meinem kostenlosen eBook.

 

Fazit

Wer so lebt, dass er mit Vergnuegen auf sein vergangenes Leben zurueckblicken kann, lebt zweimal

Uns allen fällt es schwer zu beurteilen, ob der Weg, den wir gerade gehen, wirklich der richtige für uns ist.

Uns fehlt oft die Lebenserfahrung für diese Entscheidung.

Gott sei dank, gibt es alte Menschen! Sie wissen oft, worauf es wirklich im Leben ankommt. Sie haben es schließlich schon durchgemacht.

Du kannst dir ihre Weisheit zu Nutze machen, indem du:

  1. mit alten Menschen in deinem Umfeld redest und sie nach ihren Erfahrungen fragst
  2. dich selbst zum Greis machst, indem du dir vorstellst, du ständest kurz vor dem Ende deines Lebens und dich selbst fragst
  3. die 5 Dinge berücksichtigst, die Sterbende am meisten bereuen

Das beste an diesem Trick: Du hast am tatsächlichen Ende deines Lebens nichts zu bereuen, wenn du diese Technik bei all deinen Entscheidungen anwendest. Und wer würde sich das nicht wünschen?

„Wer jung altert, hat mehr vom Alter.“

(Christian Bruhn)

Ich für meinen Teil, würde es bereuen, diesen Artikel nicht mit dir geteilt zu haben.

Was ist mit dir? Was würdest du in deinem Leben bereuen getan / nicht getan zu haben?

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Über Norman Brenner
Nachdem ich zwei Studiengänge als Jahrgangsbester und trotz Stipendium abgebrochen habe, habe ich erkannt, worauf es wirklich im Leben ankommt. Seither helfe ich auch anderen Menschen ein Leben zu führen, das Sinn macht und sich gut anfühlt. Mehr.

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25 Kommentare - Hinterlasse den nächsten!

  1. Julia

    29. Januar 2015 um 11:50

    Hallo Norman!

    Vielen, vielen Dank für diesen, wie ich finde, irrsinnig guten Artikel!

    Damit greifst Du viel von dem auf, was mich gerade beschäftigt!
    Zumal die Themen Lebenssinn, Lebensinhalt, Lebensgestaltung mit den Jahren immer mehr in den Fokus rücken.
    Ich bin nun Mitte Dreißig, klassisch im Leben stehend mit Mann und Kindern und sondiere für mich gerade, in welche Richtung ich weiter gehen möchte, um es für mich und für uns stimmig zu halten.

    Meinem Erleben nach machen sich aber nicht allzu viele so klare Gedanken hinsichtlich dieser gemeinhin doch als „schwere Kost“ wahrgenommenen Themenfelder…..was ich wiederum sehr schade…oftmals bleiben die Überlegungen zur Gestaltung im beruflichen hängen.
    Umso mehr freue ich mich von Herzen, Deine Seite entdeckt zu haben, die trotz der Tiefgründigkeit so angenehm und locker zu lesen ist!

    Ich wünsche Dir viel Freude und das Feedback, das Deine Arbeit verdient!

    Bis zum nächsten Lesen…! 🙂

    Viele Grüße, Julia.

    Antworten
    • Norman Brenner

      29. Januar 2015 um 13:26

      Hey Julia,

      Herzlich Willkommen hier!

      Vielen lieben Dank für deinen tollen Kommentar! Ich bin ja fast sprachlos!

      Hab mir auch viel Mühe gegeben mit dem Artikel und freue mich sehr, dass er so gut bei dir ankommt =)

      Ich kann dir nur zustimmen. Wenn es darum geht das Leben zu gestalten, dreht es sich bei den meisten ausschließlich um berufliche Veränderungen. Leider. Ich denke aber, dass die meisten auch gar nichts dafür können. Wir bekommen es ja von Klein auf eingebleut, dass Arbeit so einen wichtigen Stellenwert hat.

      Dabei war das früher mal ganz anders. In der Antike war es verpönt zu arbeiten. Man genoss das Leben. Heute gelten Überstunden und Arbeitspensum als Statussymbol.

      Verrätst du mir auch, welche Überlegungen da bei dir momentan genau eine Rolle spielen? Gerne auch per Mail, wenn’s dir hier zu öffentlich ist =)

      Liebe Grüße
      Norman

      Antworten
  2. Linda

    29. Januar 2015 um 14:41

    Hallo Norman, ich bin schon eine mit weniger Lebenszeit am Ende. Danke für deinen Artikel. Vor 33 Jahren habe ich mich für den Glauben an Jesus entschieden und das bereue ich keinen Tag. Den das Leben war nicht leicht für mich, aber mit Gott hatte es dennoch sehr viel Sinn. Auf jeden Fall sind mir Kontakte zu Menschen sehr wichtig geworden. Ich bereue, dass ich mir zu viel Kram angeschafft habe und es jetzt wieder los werden muss. Ich würde jetzt auch lieber eine kleinere Wohnung haben, aber mein Mann macht da nicht mit. Wir haben ein Einfamilienhaus . LG

    Antworten
    • Norman Brenner

      29. Januar 2015 um 14:56

      Hey Linda,

      vielen Dank für deine Schilderungen aus „erster Hand“ =)

      Finde ich ganz klasse, dass du uns hier zwei deiner Entscheidungen gegenüberstellst und uns zeigst was du bereust und was nicht!

      Ich kann beides sehr gut nachvollziehen. Der Glaube und höhere Sinn ist für jedes Leben bereichernd. Über die Fesseln von materiellem Besitz hatte ich sogar hier schonmal was geschrieben:

      http://www.vomleben.de/wie-uns-unser-vermoegen-fesselt/

      Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass du dich auch „nur“ im Geiste von den Sachen trennen kannst, die dich belasten. Ohne sie wirklich physisch wegzuschaffen. Vielleicht wäre das ja ein guter Ansatz, wenn dein Mann nicht mitmacht.

      Was belastet dich denn am meisten? Die Arbeit, die es macht das große Haus sauber zu halten oder das Instandhalten der vielen Dinge?

      Liebe Grüße

      Norman

      Antworten
      • Linda

        22. März 2015 um 21:53

        Hallo Norman, das alles sauber zu halten, macht mir am meisten zuv schaffen. Die Instandhaltung macht mein Mann. Von Kleinkram trenne ich mich… und das Haus, damit muss ich klar kommen. Ich weiß es nicht, ob ich es nur „im Geiste“ schaffe, wie du es beschrieben hast.

      • Norman Brenner

        24. März 2015 um 10:42

        Hey Linda,

        schön wieder von dir zu lesen =)

        Kann ich gut nachvollziehen, dass dich das Sauberhalten sehr belastet. Ich habe auch erst kürzlich mit meiner Freundin besprochen, dass es lieber ein kleines Häuschen sein sollte, wenn wir uns einmal eins zulegen. Denn ich finde, je mehr Platz man hat, desto mehr Platz „ver“-braucht man auch. Wenn man einen großen Keller hat, stellt man eben einen großen Keller voll Gerümpel.

        Ich würde es dir gerne mal empfehlen es im „Geiste“, mit deinen Meinungen zu versuchen. Vielleicht hilft dir da mein neuer Artikel:

        http://www.vomleben.de/welt-die-dir-gefaellt/

        Liebe Grüße

        Norman

  3. Julia

    29. Januar 2015 um 22:23

    Arbeit als Statussymbol…..diese Wahrnehmung erlebe ich immer wieder ganz direkt…
    Mein Mann und ich haben uns ganz bewusst für die klassische Rollenteilung entschieden, die wir für uns und die jetzige Lebenssituation mit Kindern im Grundschul- bzw. Kindergartenalter sehr passend finden – zumal mein Mann beruflich sehr engagiert ist.
    Ich selbst sehe mich nicht als „Nur-Hausfrau“.
    Aus meiner Perspektive habe ich mich ganz klar gegen eine akademische Laufbahn und für meinen damaligen Traumberuf entschieden, zumal ich noch nie der klare Karrieremensch war.
    Ich hatte zu diesem Zeitpunkt zwei sehr klare Ziele….einerseits den angesprochenen Beruf, andererseits die Familiengründung.
    In beiden Punkten kann/darf ich mich mittlerweile entspannt zurücklehnen, denn beides konnte ich genau so umsetzen.
    Deutlich zu spüren ist aber immer wieder die Wahrnehmung der anderen…..wenn sich im Gespräch ergibt, dass ich „nicht arbeite“, sinke ich nonverbal, aber merklich in der gesellschaftlichen Einstufung.
    Keinen außerhäusigen Job zu haben, wird oftmals gleichgestellt mit Nichtstun, sprich Faulsein.
    Von beidem sehe ich mich – schon alleine was die wöchentliche Arbeitszeit angeht- weit entfernt.

    Aber unentgeldliche Arbeit ist für manche nur schwer wertzuschätzen….leider keine neuen Erkenntnisse….

    Für uns trotzdem das richtige Konzept.

    Aktuell steht für uns die Frage im Raum, ob wir dieses bislang so positive Konzept ganz praktisch erweitern….um ein drittes Kind.
    Oder ob wir die nun peu a peu wiederkommenden Möglichkeiten, die das Leben uns bietet, mit unseren schon größeren Kindern nutzen…..Dinge, die mit einem Baby/kleinen Kind in den ersten drei, vier Jahren nicht möglich sind.
    Da unsere Kinder in ihren ersten Jahren sehr intensive Kinder waren, haben mein Mann und ich auf vieles verzichtet.
    Nun kommt sie wieder….die Zeit für Sport, Hobbies, Reisen, evtl. beruflich ein paar gemeinsame Jahre im Ausland…..
    Und genau an diesem Punkt hast Du mich exakt erwischt….. 🙂
    Womit werde ich mich am Ende meiner Tage wohler fühlen…..
    Darüber muss ich nachdenken….

    Liebe Grüße! 🙂

    Antworten
    • Norman Brenner

      30. Januar 2015 um 15:18

      Hey Julia,

      herzlichen Dank für die privaten Einblicke =)

      Ich finde es sehr traurig und erlebe das auch, was du beschreibst. Arbeit als Sinn des Lebens… da stellen sich bei mir die Nackenhaare.

      Auch dass man sich heutzutage so über seinen Beruf definiert, finde ich sehr schlimm. Es ist meist die zweite Frage, wenn man jemanden kennenlernt. Direkt nach „Wie heißt du?“ kommt in der regel „Und was machst du?“. Beruflich, ist damit natürlich gemeint. Es wird verlangt, dass man sich selbst über den Beruf identifiziert.

      An sich ist es ja etwas gutes, wenn man etwas arbeitet, wo man auch dahinter steht. Aber bei uns ist es ja so schlimm, dass man den Menschen nur auf seinen beruf reduziert. Menschen, die dann nur einen „Job“ machen oder einen anderen Weg gewählt haben, wie du, fallen unter diesen gesichtspunkten durchs Raster. Leider.

      Ich würde mir wünschen, dass wieder mehr „Wer bist du wirklich?“ anstatt „Was machst du?“ gefragt wird.

      Ich freue mich auf jeden Fall sehr für euch, dass euer Konzept so gut aufgeht.

      Übrigens: Es gibt da einige Studien, die nachweisen, dass das Glücksempfinden von Frauen mit ihrer Emanzipation deutlich abgenommen hat. Kannst ja mal danach googeln und deinen Gesprächspartnern unter die nase reiben 😉

      Ich hatte ja auch kürzlich einen Artikel mit meinen 6 Entscheidungsprinzipien geschrieben, wo unter anderem das Bauchgefühl ganz wichtig für mich ist.

      Was sagt denn dein Bauch, wenn du über die Frage nachdenkst?

      Liebe Grüße
      Norman

      Antworten
      • Julia

        31. Januar 2015 um 19:06

        Danke für den Verweis auf die Studien….kannte ich noch nicht und werde ich mir mal durchkucken!
        Dass die Emanzipation eine absolute Notwendigkeit war, bestreitet heute kaum mehr jemand ernsthaft.
        Was ich persönlich in diesem Kontext schade finde, ist die in manchen Köpfen entstandene Illusion, zu jeder Zeit alles haben zu können.
        Das wiederum bezweifle ich stark.
        Beruflich und privat gleichermaßen Vollgas zu geben, halte ich für schwer machbar.
        Aber das ist ja nun ein sehr großes, breites Thema.
        Trotzdem ein sehr aktuelles, finde ich.

        Wie meine, unsere Entscheidung ausfallen wird….dazu gibt es für den Moment noch nicht einmal ein klares Bauchgefühl….der Bauch kann sich auch nicht entscheiden…. 🙂

        Viele Grüße,
        Julia.

  4. Flex

    30. Januar 2015 um 7:00

    Hallo Norman,

    die Idee mit dem Sterbebett finde ich gut (sofern man nicht zuviel Angst vorm Tod hat) und diese begleitet mich schon seit einigen Jahren.

    Schwierig fand ich anfangs eine Balance zu finden, zwischen dem Zeitpunkt, wann ich nun am Sterbebett liege und mir diese Frage stelle.
    Also stelle ich mir die Frage heute am Abend, in einem Monat, einem Jahr, 10 Jahren, 40 Jahren…
    Ich sah für mich die Gefahr, dass wenn ich nur noch 2 Tage oder 1 Jahr lebe, ich so in den Tag hineinleben würde. Anderseits wenn ich noch 40 Jahre lebe zuviele Wünsche aufschiebe.

    Heute denke ich, habe ich für mich eine Balance gefunden. Ob das so bleibt, wird die Zukunft weisen! Kann ja sein, dass ich einen Richtungswechsel in Zukunft habe und ganz andere Wege beschreite…

    lg

    Antworten
    • Norman Brenner

      30. Januar 2015 um 15:21

      Hey Flex,

      danke für deine netten Zeilen.

      Ich finde, dass man sich gerade dann mit dem Tod beschäftigen sollte, wenn man Angst vor ihm hat. Wer vorbereitet ist, den Trifft der Schlag einfach nicht so hart.

      Also in den tag hinein leben kann ich mir nicht vorstellen bei einer Lebenserwartung von 2 Tagen oder einem Jahr. Denkst du nciht, man hätte das Bedürfnis noch einige wichtige Dinge zu tun und die Restzeit voll auszukosten?

      Liebe Grüße

      Norman

      Antworten
  5. Flex

    30. Januar 2015 um 17:00

    Hallo Norman,

    ich denke auch, dass wenn man vor dem Tod Angst hat, sich damit beschäftigen sollte. Allerdings finde ich dann eine „Vermischung“ mit dieser Aufgabe nicht passend.

    Hm, da habe ich mich nicht klar genug ausgedrückt. Ja ich denke, dass man die Restzeit voll auskostet, möglicherweise aber auf Kosten der Zukunft.
    Beispiel: Wenn ich nur noch 1 Jahr zu leben hätte, käme ich wahrscheinlich auf den Gedanken meinen Job zu kündigen. Ich würde mein angespartes Geld vielleicht vollständig ausgeben (das tlw. für die Rente zurückgelegt wurde – ist ja nicht mehr so sicher, was man da bekommt), möglicherweise auch noch einen Kredit aufnehmen, weil’s ja eh egal ist. Ich würde möglicherweise nicht mehr an „Projekten“ arbeiten, die längerfristig dauern (bspw. ein Haus bauen),…

    Insofern ist aus meiner Sicht eine ausbalancierte Betrachtungsweise sinnvoll. Wie sehe ich die Sache, wenn ich nur noch kurz zu leben hätte und wie wenn ich noch länger zu leben hätte.

    Hoffe ich habe mich nun verständlicher ausgedrück 🙂

    lg

    Antworten
    • Norman Brenner

      2. Februar 2015 um 20:15

      Hey Flex,

      jawoll, jetzt hab ich’s! =)

      Da ist natürlich was dran. Ich frage mich aber manchmal, ob wir diese langfristigen Projekte eigentlich brauchen.

      Wir Menschen sind ja die einzigeb Lebewesen, die soetwas machen. Naja… Ameisen auch. Aber da ist es ja eher im Sinne der Gemeinschaft und nicht des Einzelnen…

      Liebe Grüße
      Norman

      Antworten
  6. Björn

    31. Januar 2015 um 21:35

    Hey Norman,

    wie wichtig es ist, sich den Rat älterer Menschen zu holen, habe ich zu Beginn meiner Ausbildung selbst erfahren. Ich hatte die Wahl zwischen zwei Firmen. Firma A mit besserem Gehalt und weniger Wochenstunden als Firma B. Weil sich mein Opa mit den hier ansässigen Firmen gut auskennt habe ich ihn um Rat gefragt und er hat mir zu der Firma B mit weniger Gehalt und mehr Wochenarbeit geraten. Das war für mich als 16 jähriger Kerl nicht einfach aber ich habe ihm vertraut. Ich kann nur sagen, dass es die absolut richtige Entscheidung war, weil ich dort die viel bessere Ausbildung genossen habe.

    Gruß Björn

    Antworten
    • Norman Brenner

      2. Februar 2015 um 20:12

      Hey Björn,

      schön dich wieder hier zu lesen =)

      Respekt! Echt! Dass du den Rat befolgt hast. Den meisten wäre wohl die Kohle und die freie Zeit wichtiger gewesen.

      Was ist es denn, das du dort gelernt hast?

      Hast du dich dafür auch bei deinem Opa bedankt? 😉

      Liebe Grüße
      Norman

      Antworten
      • Björn

        10. Februar 2015 um 8:55

        Hey Norman,

        hab mich natürlich bei meinem Opa bedankt und weiß jetzt, dass ich öfter auf ihn hören sollte 😉 Ich habe dort Mechatroniker gelernt.

        Gruß Björn

      • Norman Brenner

        11. Februar 2015 um 8:56

        Hey Björn,

        und arbeitest du noch in dem Beruf? Könnte mir vorstellen, dass die Berufswahl mit 16 Jahren nicht unbedingt das ganze Leben halten muss (weiß ja aber auch garnicht wie alt du bist).

        LG Norman

  7. Linda

    22. März 2015 um 8:30

    Oh wow den Artikel finde ich super!

    Mit Senioren sich in dieser Hinsicht zu unterhalten – an das hab ich ja noch nie gedacht. Finde ich ziemlich genial den Tipp 🙂 Das werde ich mal machen.

    Bei den „5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen“ hatte ich Gänsehaut beim Lesen. Es stimmt einfach. Diese Sätze sollte man sich immer vor Augen halten und auch dass man nur eine begrenzte Zeit zu Leben hat. Man weiß nicht, ob man in den Genuss überhaupt kommt, ein hohes Alter zu erreichen.

    Das Buch von Bronnie Ware will ich schon seit Langem lesen; werde ich bestimmt bald machen 🙂

    Danke für den tollen Beitrag!

    Hugs,
    Linda

    Antworten
    • Norman Brenner

      24. März 2015 um 10:45

      Hey Linda,

      vielen Dank für das schöne Lob =)

      Hast du denn Senioren in deinem näheren Umfeld?

      Ich kenne auch nur diese Zusammenfassung aus dem Buch, aber die hat es ja schon in sich. Schreib doch mal wie das Buch war, wenn du es gelesen hast =)

      Liebe Grüße

      Norman

      Antworten
  8. Chris

    4. April 2016 um 3:41

    Moin Moin,

    seit längerer Zeit möchte ich meine wöchentliche Arbeitszeit von 5 Tage auf 3 Tage reduzieren, damit ich mich mehr um Dinge kümmern kann, die mir wirklich am Herzen liegen.
    Ich habe auch meine Oma gefragt, ob das für Sie Sinn ergibt.
    Sie meinte, dass das kompletter Stuss ist und ich ihr nicht son Müll erzählen soll. Sie hat mich gefragt wozu ich dann auf der Welt wäre wenn ich nicht arbeite und das ich es ja dann nicht wert bin auf der Welt zu sein. Sie hat mir aber auch schon erzählt, dass Sie ihr ganzes Leben lang gearbeitet hat und dabei ihre Gesundheit ruiniert hätte. Auf dieses Argument sagt Sie das ist halt so.
    Ich denke, dass alt sein nicht mit weise gleichzusetzen ist. Ich mache es trotzdem so wie ich es denke.
    Wenn ich meinen Opa frage, meint er immer das er mir keine Ratschläge erteilen will, da ich meine Entscheidungen selbst verantworten muss. Er möchte nicht, dass er mir Ratschläge gibt und ich am Ende sagen kann „diese Fehltentscheidung habe ich nur wegen dem Oppa getroffen“ 🙂
    Er sagt, dass gute an Entscheidungen ist, dass man am Ende alles selbst verantworten muss und man am Ende keinem einen Vorwurf machen kann. Dass man Entscheidungen aber auch nicht bereuen soll wegen dem Schmetterlingseffekt und das es so viel bringt, wie sich über verschüttete Milch zu ärgern. 🙂

    Lieben Gruß
    Christoph

    Antworten
    • Norman Brenner

      4. April 2016 um 18:19

      Hey Chris,

      also wenn du mich fragst, ergibt das total Sinn =D

      Danke für deinen Kommentar. Der ergänzt sehr schön eine noch fehlende Seite im Beitrag:

      Ich kenne deine Großeltern nicht und möchte ihnen hiermit auch nicht zu nahe treten, aber ich denke, es gibt natürlich auch alte Menschen, die noch nicht an dem Punkt angelangt sind, an dem man etwas bereut. Und ich vermute, dass das heute und in Zukunft immer öfter der Fall sein wird, da wir immer stärker von uns selbst abgelenkt werden und auf gesellschaftliche Ziele „programmiert“ werden. Klar, wenn es deinen Großeltern selbst noch nicht klar ist oder sie sich vielleicht sogar noch gar nicht eingestehen wollen (ich sage noch, weil ich glaube, dass dieses Geständnis für jeden irgendwann kommt, je näher er auf das Ende zu geht), dann können sie dir hier natürlich auch keinen guten Rat geben.

      Aber genau für diesen Fall haben wir ja noch den inneren Greis =) Und ich denke, genau der unterstützt dich auch bei deiner Entscheidung, es trotzdem zu tun. Denn was würdest du denn deinem Kind oder Enkelkind raten, wenn es in der selben Situation wäre wie du jetzt?

      Deinen Opa kann ich natürlich verstehen, wenn er dir nichts „falsches“ sagen will. Wenn du trotzdem mal seine Philosophie erfahren möchtest, frag ihn doch mal nach seinem Leben. Was er bereut und anders gemacht hätte? Vielleicht sagt er ja, er wünschte, er hätte nicht so viel gearbeitet. Das sagen ja viele alte Menschen.

      Liebe Grüße

      Norman

      Antworten
  9. Chris

    4. April 2016 um 3:52

    Hallo nochmal,

    meine Erfahrungen sind auch bei älteren Menschen, dass Sie diese Lebenseinstellung überhaupt nicht nachvollziehen können. Ihre Arbeit war immer der Mittelpunkt in ihrem Leben.
    Schaffe schaffe, Häusle bauen.
    Ich denke zum Teil ist es auch, weil Sie sich ärgern dass Sie dieses Theater immer mitgemacht haben und sich dann über die faule Jugend ärgern. Gerade die alten legen Wert auf Absicherungen etc.

    Gruß
    Christoph

    Antworten
    • Norman Brenner

      4. April 2016 um 18:21

      Ja, auch das kann ich unterschreiben. Das sind die hohen Investitionskosten. Sie haben so viel ihrer kostbaren Lebenszeit in Arbeit investiert, dass sie sich nicht eingestehen können, dass sie sie auch hätten schöner nutzen können. Das wäre ein großer Verlust. So halten sie die Fassade bewusst aufrecht.

      Meiner Erfahrung nach bröckelt diese aber ganz von selbst, je näher der Tod kommt, denn der macht bekanntlich ehrlich.

      LG Norman

      Antworten
  10. Johannes

    4. November 2016 um 20:36

    Hallo Norman,
    auch ich finde diesen Artikel so richtig gut. Inspirierend und herausfordernd. Oft stelle ich mir vor, ich würde als Senior ein Buch als Autobiographie veröffentlichen mit dem Titel: „Es war ein reiches Leben“. Und dann überlege ich mir, was in diesem Buch unbedingt erzählt werden sollte, damit ich von einem wirklich reichen Leben erzählen kann.

    Diese Übung hilft mir immer wieder mal, mich auf das Wesentliche zu besinnen.

    Viele Grüße und bitte mach unbedingt weiter mit diesem guten Blog,
    Johannes

    Antworten
    • Norman Brenner

      7. November 2016 um 6:25

      Hey,

      vielen Dank, Johannes =)

      Das mit dem Buch ist ja eine sehr gute Idee! Sollte man vielleicht jeden Tag machen, mit dem Titel „Es war ein reicher Tag“ ^^

      Eine tolle Seite hast du übrigens. Hast mich neugierig gemacht, da klick ich mich gleich mal ein wenig tiefer rein!

      Liebe Grüße

      Norman

      Antworten

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