Warum wir richtige Grenzen brauchen (und wie du die falschen sprengst)

Grenzen sprengen

Wie kann man seine Grenzen sprengen?

Wir alle haben Grenzen. Manche davon sind eher innerlich, andere eher äußerlich.

Eines haben sie jedoch alle gemeinsam: Sie limitieren uns.

Sie zu sprengen bzw. an die richtige Stelle zu setzen ist daher ein mächtiger Schritt der Befreiung.

Was es mit deinen Grenzen auf sich hat und wie wir sie letzten Endes wirklich überwinden können, erklärt uns heute Ann-Sophie Jarvis von silentio.net:

 

Grenzen sind gleichzeitig toll und schlimm…

…weil es eine Frage davon ist wo du sie hast.

Ich glaube ganz oft haben wir Grenzen nämlich an den falschen Stellen, die uns behindern.

Wir haben Grenzen mit denen wir uns einschränken und selbst blockieren und dafür fehlen die Grenzen mit denen wir uns abgrenzen z. B. von Menschen oder Situationen die uns schaden.

Ich glaube es geht oftmals darum, die eigenen Grenzen zu sprengen und sie an die richtige Stelle zu setzen:

 

Warum wir Grenzen haben (und brauchen)

Das Bewusstsein für die Notwendigkeit für die inneren Grenzen kommt meistens mit schmerzhaften Erfahrungen.

Das Problem ist, dass wir weder uns noch anderen einen Gefallen damit tun wenn wir andauernd unsere Grenzen überschreiten.

Wir tun etwas von dem wir denken, dass es von uns erwartet wird oder weil wir von unserem Selbstbild die Erwartung haben, dass dieses oder jenes so zu sein hat.  Zum einen werden wir damit hart gegen uns selbst, weil wir uns zu Dingen zwingen, welche eigentlich außerhalb von dem liegen, was wir machen können. Zum anderen beginnen wir schlecht über andere zu denken, weil wir uns oftmals gezwungen fühlen diese Dinge zu tun, und das hängt oftmals unausgesprochen in der Luft. Und auch wenn die Dinge unausgesprochen sind so sind sie doch immer spürbar.

Wenn du Mitleid hast ist das ebenfalls ein Anzeichen für fehlende Grenzen. Es gibt einen sehr großen Unterschied zwischen Mitleid und Mitgefühl. Manchmal ist das schwerer weil es heißt anzuerkennen, dass manche Dinge schlimm sind ohne dass wir etwas daran ändern können, weil es außerhalb unserer Macht steht.

Bei Mitleid leidest sowohl du, wie auch der andere und dann fühlen sich beide schlecht. Und weil dass für beide schwer auszuhalten ist, wird oft zu schnell nach einer Lösung gesucht um das Leiden zu verringern, und das ist dann das Gegenteil davon, eine Situation anzunehmen.

Ich glaube manchmal ist es einfach wenig sinnvoll oder sogar schädlich, zwanghaft etwas zu suchen mit dem du dich besser fühlst, weil manche Dinge Zeit brauchen und wie lange das dauert ist bei jedem Menschen unterschiedlich.

Und manchmal gibt es auch einfach keine Lösung, weil das was passiert ist, unveränderbar ist und dann hilft nur Mitgefühl.

 

Wie uns Grenzen an der richtigen Stelle helfen

Wenn die inneren Grenzen fehlen legen wir oft auch zu viel Wert auf die Meinung von anderen.

Wir sprechen und handeln nur in Maßstäben in denen wir konform bleiben und über kurz oder lang rücken die eigenen Wünsche und Bedürfnisse immer weiter in den Hintergrund und das vielleicht so schleichend, dass es unbewusst bleibt.

Was sich allerdings bewusst bemerkbar macht ist das Gefühl wie ein Spielball der Umgebung ausgesetzt zu sein. Wir lassen uns von der Stimmung der Umgebung mitreißen und machen Dinge zu unseren Problemen die eigentlich die Probleme des anderen sind.

 

Wie uns Grenzen an der falschen Stelle einschränken

Durch unsere großen Pläne und Erwartungen beschränken wir uns selbst.

Es ist doch so dass wir uns die Grenzen von Möglichkeiten und Machbarem selbst setzen. Es sind unsere eigenen Vorstellungen davon was wir können und was zu viel und was für andere ist.

Um da herauszukommen müssen wir unsere selbst gesetzten Grenzen erst einmal kennenlernen, um sie dann Stück für Stück wieder aufzulösen.

Wir schaffen uns durch das Denken in Zeit- und Möglichkeitsmaßstäben selbst viel zu enge Grenzen. Wir haben Angst davor zu klein zu sein und zu groß und zu unrealistisch zu träumen. Die Welt ist in ihrer Dimension unfassbar und darin fühlen wir uns natürlicherweise klein zwischen all dem Erfolg, Geld, Macht, der Schönheit und Gewalt. Wir hören auf zu träumen und das ist glaube ich ein großer Fehler weil je mehr wir im Außen leben und von anderen Wertvorstellungen übernehmen, desto mehr verlieren und vergessen wir unsere eigenen.

Die eigenen Wertvorstellungen verändern sich im Laufe des Lebens mit den Erfahrungen und Erlebnissen die wir haben, und ich glaube es lohnt sich diese von Zeit zu Zeit überprüfen, ob sie noch zu uns und unserem Leben heute passen, weil es doch allzu leicht ist sich im Alltag und den To-Do Listen zu verlieren. Wir machen dann einfach eines nach dem anderen und hinterfragen manchmal zu wenig warum und ob es tatsächlich das ist was ich will.

 

Wie du deine Grenzen sprengen kannst

Wenn du Zeit alleine verbringst und ohne Ablenkung bist, beginnst du wieder zu träumen und andere Dinge für möglich zu halten.

Im ‚realistisch‘ gelebten Alltag gehen die einstigen Ziele oft zwischen den Anforderungen verloren aber sie werden wieder möglich, wenn du es zulässt. Wenn du ihnen jeden Tag ein paar Minuten deiner Zeit einräumst wirst du dich automatisch in kleinen Schritten darauf zu bewegen wenn du es für möglich hältst. Denn wenn du Zeit mit dir alleine verbringst, beschäftigst du dich automatisch immer mehr mit den Dingen, die dich tatsächlich interessieren.

Wir setzen also fest, bis wohin wir gehen können und wir können die Grenzen ausweiten und Stück für Stück mehr zulassen und mehr für möglich halten und vor allem uns selbst mehr zuzutrauen, weil daran scheitert es meistens als erstes: Wir erwarten Zustimmung und Bestätigung oft zu sehr von außen und haben zu wenig Vertrauen in uns selbst.

Es geht also darum, das eigene Vertrauen in sich selbst zu stärken. Und das geht am besten indem wir uns selbst Sicherheit geben, also Selbstsicherheit üben.

Um unabhängiger von den äußeren Einflüssen, den Menschen und Situationen zu werden hilft es, die eigenen Gedankenprozesse und Verhaltensmechanismen erst einmal festzustellen. Mit dem Beobachten deiner eigenen Mechanismen wirst du unabhängiger von den Geschehnissen im Außen, weil es oftmals weniger die Umstände sind, die uns schlecht fühlen lassen sondern die negativen Gedanken von denen wir zulassen, dass sie losgetreten werden. Das geschieht unbewusst und um das zu unterbrechen, hilft es einfach mal für einen Moment innezuhalten.

 

Fazit

Der beste Weg, um die eigenen Grenzen auszudehnen, ist für eine Weile sich einfach mal auf das Wagnis einzulassen, alles, aber wirklich alles, zu machen, wozu das Gefühl dich treibt.

Stelle den Verstand mal für eine Weile beiseite und lasse dich von dir selbst überraschen, weil es genau weiß was für dich in dem Moment das wichtigste ist, um dich deinen Zielen näherzubringen.

Es geht nämlich einfach darum, alles im vorhandenen Leben als Spielfeld mit maximalem Potential zu begreifen, und die Freude an den Herausforderungen an sich zu finden um alles herauszuholen was geht.

Und wenn du Spaß an den Herausforderungen an sich findest, stimmt auch das Ergebnis.

Wo hast du deine Grenzen schon ausprobiert und dich durch deine eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten selbst überrascht? Ich freue mich über einen Kommentar zu deinen Erfahrungen.

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Ann-Sophie Jarvis
Über Ann-Sophie Jarvis
Hi, ich bin Ann-Sophie. Ich habe in einer Zeit in denen mich viele Schicksalsschläge gleichzeitig getroffen haben begonnen Möglichkeiten zu suchen jeden Moment zum Besten zu machen. Auf Silentio.net schreibe ich über Wege und Ideen dass volle Potential von dir selbst und vom Leben auszuschöpfen und ich glaube oftmals erreichen wir hier Mehr über ein Weniger.

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6 Kommentare - Schreibe den nächsten!

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  1. Norman Brenner Norman Brenner

    19. Mai 2016

    Hey Ann-Sophie,

    vielen Dank für diesen tollen Beitrag zum Thema Grenzen sprengen und setzen!

    Ich finde den Ansatz ganz wundervoll, dass es die Mischung aus überwundenen und richtig gezogenen Grenzen ist, die letztlich wirklich befreit und nicht immer nur ein Extrem davon =)

    Liebe Grüße

    Norman

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  2. Toxic

    19. Mai 2016

    Nicht hilfreich. Man hätte Praxis Beispiel hinzufügen sollen und sagen sollen dass es nur geht indem man jeden Tag kleine Schritte ausführt.

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    • Ann-Sophie Jarvis Ann-Sophie

      20. Mai 2016

      Hallo,
      ich persönlich bin der Ansicht, dass die Schrittgeschwindigkeit- und Größe jedem selbst überlassen sein sollte, da dass, auch extrem von der Art der eigenen Grenzen und Beschränkungen abhängig ist. Ich vermute, du hast, wie jeder andere auch, da ganz andere als ich, und daher versuche ich auch weitestgehend immer auf Beispiele zu verzichten.

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  3. Dario Reis Dario

    19. Mai 2016

    Schöner Artikel Ann-Sophie ;)

    ich denke es ist einfach wichtig, dass man herausfindet, ob eine Grenze eine einschränkende ist und dich in deiner persönlichen „Entfaltung“ hindert oder ob es eine Grenze ist, die dich nicht wirklich beeinflusst.

    Dieses Thema hat viel mit der Frage zu tun ob man besser an seinen Schwächen arbeiten oder seine Stärken verbessern sollte.

    Liebe Grüße
    Dario

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  4. Markus Spitzli Markus

    25. Mai 2016

    Liebe Ann-Sophie

    Herzlichen Dank für deinen tollen Artikel.

    Eine tolle Aussage hast du mit folgendem Abschnitt getätigt
    „Wenn du Zeit alleine verbringst und ohne Ablenkung bist, beginnst du wieder zu träumen und andere Dinge für möglich zu halten.“

    Tag ein Tag aus sind wir im Tun. Wir arbeiten, wir lesen, schauen TV, hören Musik, gehen zum Sport, treffen uns mit Freunden, etc. Wir haben derart viel um die Ohren und immer das Gefühl zu wenig Zeit zu haben. Dabei ist wäre die Zeit für sich zu nehmen und in die Ruhe zu kommen, das was wir bräuchten. Indem wir vom Tun ins Sein gelangen fangen wir wieder an zu träumen und zu uns selbst zu finden.

    Lieben Gruss
    Markus

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    • Ann-Sophie Jarvis Ann-Sophie

      25. Mai 2016

      Lieber Markus,

      vielen Dank für deine tollen Worte, die mich sehr freuen. Ich sehe das ähnlich, und ähnlich schade, dass vieles unserer persönlichen Neugier, Kreativität, und dem Interesse an allem was für uns wichtig sein kann, oder ist, durch ständige Ablenkung und Reizüberflutung, irgendwie ‚verloren‘ geht. Blöderweise merkt man dass selber auch oft erst, wenn man tatsächlich mal alles ausstellt, und das ist ja megaschwer, weil wir es einfach alle so gewöhnt sind. Zumindest mir in es so, bis ich es aus Druck und Stress, schon fast gezwungenermaßen, für eine Weile gemacht habe, und ganz überrascht war, wieviel schöne neue Dinge ich in den erzwungenen Stillen Momenten gefunden habe.

      Liebe Grüß, Ann-Sophie

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