Wie du jeden Verlust gelassen erträgst (sogar wenn Menschen sterben)

Verlust gelassen ertragen

Leichter gesagt als getan.

„Sage nie von einem Ding: ich habe es verloren;

sondern: ich habe es zurückgegeben.“

(Epiktet: Handbüchlein der stoischen Moral)

Im Folgenden zeige ich dir, wie du deine Verlustängste in Dankbarkeit und Gelassenheit verwandeln kannst.

Zunächst musst du eine bittere Pille schlucken und die folgende Tatsache akzeptieren:

 

Alles ist nur geliehen

  • Dein Auto
  • Dein Haus
  • Deine Familie
  • Selbst dein eigener Körper

Auf nichts davon hast du einen Anspruch. Es wurde dir alles nur für eine gewisse Zeit überlassen. Ist diese Zeit vorbei, musst du es zurückgeben – ja, auch deinen Körper.

Aber ich habe mein Auto und mein Haus doch teuer bezahlt! Mit meinem hart verdientem Geld! Es gehört doch mir!„, könntest du jetzt einwerfen.

Du bist aber nur mit jemandem ein Geschäft eingegangen, damit er dir aus Stoffen, die die Natur uns bereit stellt, etwas fertigt.

„Aber selbst das Gesetz sichert mir doch mein Eigentumsrecht!„, möchtest du nun vielleicht entgegnen.

In Deutschland verstehen wir unter Eigentum:

„[…] das umfassendste Herrschaftsrecht, das die Rechtsordnung an einer Sache zulässt“

Das klingt auf den ersten Blick nach absoluter Macht über das, was unser Eigentum ist. Liest man es jedoch genauer, so erkennt man, dass selbst der Rechtsordnung Grenzen gesteckt sind.

Das Eigentumsrecht wird nämlich nur in soweit definiert, wie es die Rechtsordnung zulässt. Sie lässt es zwar zu, dass du dein Hab und Gut vor einem Dieb verteidigen darfst, aber sie kann dir nicht die Macht geben es gegen das Schicksal zu verteidigen.

Oder kannst du eine Flut oder einen Hausbrand verjagen?

Auch deine Familie und deine Kinder – alle nahe stehenden – und der eigene Körper und Geist sind uns nur auf bestimmte Zeit geliehen. Du kannst sie nicht bei dir behalten, wenn sie zurück gerufen werden.

Da wir also keine echten Eigentümer unserer Habseligkeiten sind, ist es das beste, sie als Leihgaben zu betrachten.

 

Die Vorteile von Leihgaben

Wenn du dich von vornherein mit dieser Tatsache abfindest, kannst du dir viel Kummer und Leid ersparen.

Mach dir klar, dass du alles irgendwann einmal zurück geben musst und hänge dein Herz nicht zu sehr daran.

Sei dir dessen bewusst, dass deine Lieben nicht ewig leben werden und auch deine eigenen Tage nicht endlos sind.

Betrachtest du alles im Leben und das Leben selbst als Leihgabe, wirst du folgendes beobachten können:

1. Du wirst gelassener

Regst du dich etwa auf, wenn jemand das, was er dir geliehen hat zurück haben möchte? Nein – du wusstest es ja vorher. Du gibst es gelassen zurück. Deshalb hilft dir diese Sichtweise auch so gut dabei, das Loslassen zu lernen!

2. Du wirst dankbarer

Wenn du weißt, dass etwas nicht dir gehört, du es aber trotzdem nutzen darfst, bist du dankbar dafür. Diese Dankbarkeit kannst du auch beibehalten, wenn das geliehene schon lange zurückgegeben wurde. Es erzeugt eine tiefe Zufriedenheit, wenn man weiß, dass man nichts erwartet und trotzdem etwas bekommt.

3. Du wirst sorgsamer

Geliehenes wird von uns vorsichtiger behandelt, als selbstverständliches. Du achtest darauf, wozu du es einsetzt und dass es keinen Schaden nimmt. Hast du dir schon einmal ein Auto von einem Freund geliehen? Vielleicht hast du es geputzt und vollgetankt, bevor du es ihm wieder zurückgegeben hast, um deine Dankbarkeit auszudrücken. Diese Dankbarkeit entwickelst du gegenüber allem im Leben.

4. Du nutzt das geliehene besser aus

Wenn du in dem Bewusstsein lebst, dass etwas nur geliehen ist, bist du bestrebt es in der gegebenen Zeit voll auszunutzen. Wenn du aber der Meinung bist, du kannst es immer haben, lässt du es ungenutzt liegen. Mach dir bewusst, dass dein Leben und alles darin nur geliehen ist und nutze es voll aus. Hier passt übrigens der bekannte Ausspruch „Carpe diem“ vom Horaz hervorragend. Er fordert dazu auf den gegebenen Tag zu nutzen / zu genießen und nicht nach „morgen“ zu fragen.

5. Du hast nichts zu verlieren

Wenn du verstehst, dass nichts in deinem Leben dir gehört, dann bist du unbesiegbar. Es macht dich unabhängig von allen Äußerlichkeiten. Du wirst nie wieder einen Verlust erleiden.

6. Du bist nicht neidisch

Weil niemandem wirklich etwas gehört, brauchst du auch keinen zu beneiden. Das Gegenteil ist sogar der Fall, denn dem, dem nicht viel geliehen wurde, kann auch nicht viel genommen werden. Doch der, dem seine Leihgaben alles bedeuten, dem kann auch alles genommen werden.

7. Du wirst großzügiger

Weil du selbst erkennst, wie viel dir das Leben gibt, möchtest du auch anderen etwas geben.

8. Du bist darauf vorbereitet, wenn etwas von deinem Besitz zurück gegeben werden muss

„Dein Kind ist gestorben; – es ist zurückgegeben worden.

Dein Weib ist gestorben; – es ist zurückgegeben worden.

Dein Landgut wurde dir genommen. – Nun also auch dieses ist nur zurückgegeben worden. – »Aber der es dir genommen hat, ist ein Schurke.« -Was geht es aber dich an, durch wen es dir derjenige wieder abgefordert hat, der es dir gab? – So lange er es aber dir überläßt, behandle es als fremdes Gut, so wie die Reisenden die Herberge.“

(Epiktet: Handbüchlein der stoischen Moral)

 

Warum ist alles nur geliehen?

Das System vom Ausleihen ist effektiver als das vom Eigentum.

Dinge, die in einem Leihsystem ständig den Besitzer wechseln, werden viel effektiver ausgenutzt.

Nimm zum Beispiel einen Betonmischer. Den brauchst du nur, wenn du etwas bauen willst. Würdest du ihn dir selbst kaufen, hättest du ihn zwar immer wieder zur Verfügung, aber er würde die meiste zeit nur ungenutzt rumstehen und Platz wegnehmen. Leihst du ihn dir aus, kannst nicht nur du, sondern auch viele andere ihn nutzen. So wird mit dem selben Betonmischer ein Vielfaches an Beton gemischt.

Das gilt für alles, was geliehen ist. Es bringt einen Mehrwert für alle.

Es trifft auch auf dein Leben zu. Stell dir vor, jeder Mensch wäre Eigentümer seines Lebens und könnte selbst darüber entscheiden, ob und wann er stirbt. Die Sterberaten würden sehr wahrscheinlich stark zurückgehen und die Konsequenz wäre, dass die Ressourcen auf der Erde sehr schnell sehr knapp werden würden. Es wäre bald kein Platz mehr für neues Leben.

Beim Verinnerlichen und Anwenden dieser Sichtweise kann dir übrigens mein kostenloses eBook „Weisheiten des Flusses“ helfen.

 

Fazit

Und wem würdest Du denn Deine Sachen lieber ausleihen?

Einem, der alles, was du ihm gibst direkt als sein Eigentum betrachtet und es nicht mehr hergeben will?

Oder einem anderen, der es benutzt solange er es hat, der dankbar ist, es sorgsam behandelt und bereit ist es dir jeder Zeit wieder herauszugeben?

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Norman Brenner
Über Norman Brenner
Nachdem ich zwei Studiengänge als Jahrgangsbester und trotz Stipendium abgebrochen habe, habe ich erkannt, worauf es wirklich im Leben ankommt. Seither helfe ich auch anderen Menschen ein Leben zu führen, das Sinn macht und sich gut anfühlt. Mehr.

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  1. Nicole

    12. Juli 2014

    Hallo Norman,

    Das was du schreibst, es klingt vernünftig, macht Sinn, der Verstand kann das nachvollziehen. Aber ich glaube, wenn die Gefühle dir etwa anders sagen, auch wenn „die Zeit alle Wunden heilt“, dann bringt dir der Verstand erstmal lange zeit auch nicht viel. Vielleicht nicht so stark bei materiellem Verlust aber bei Verlust naher Familienangehöriger, vielleicht sogar eigenen kindern. Man kann sich dann alles schönreden, aber fühlt sich wohl trotzdem schlecht dabei.

    Und man stelle sich mal vor, jemand würde tatsächlich den Tod des eigenen Kindes/Ehepartners gelassen ertragen, wäre das nicht unvorstellbar, irgendwie auch gefühlskalt und leidenschaftslos. Gehört Leiden nicht dazu? Kann man jemanden, den man wirklich liebt, einfach so „dankbar zurückgeben“, wenn es sein muss?

    Liebe Grüße,

    Nicole

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    • Norman Brenner

      13. Juli 2014

      Hey Nicole,

      vielen Dank für deine Gedanken zu dieser Erkenntnis.

      Ja, das ist kein einfaches Thema. Emotionen und Affekte lassen sich nicht so einfach und wohl auch niemals vollständig vom Verstand kontrollieren, da stimme ich dir zu. Ich glaube aber dennoch daran, dass jeder Mensch über die Geistesstärke verfügt jeder Zeit selbst zu entscheiden wie er ein Ereignis deutet (http://www.vomleben.de/die-kunst-gluecklich-zu-sein/). Speziell beim Tod, stellt es wohl die größte Herausforderung dar und bei den eigenen Kindern kann man sich wohl kaum vorstellen, was in den Eltern an Gefühlsgewittern so hereinbricht.

      Dieser Gedanke an die scheinbare Gefühlskälte ist mir auch schon häufiger gekommen, als ich über das Thema nachgedacht habe. Wenn ich einem Menschen sagen würde, dass ich an seinem Grab nicht weinen werde und seinen Tod gelassen hinnehmen werde, dann denkt dieser sicherlich, dass er mir nicht wichtig / nahe genug ist. Aber im Prinzip ist es ja nur eine Konvention, die unsere Gesellschaft getroffen hat, dass nach dem Tode getrauert wird. Deshalb ist es für uns unvorstellbar das nicht zu tun oder sogar das Gegenteil zu tun. In manchen Kulturen werden richtige Partys gefeiert und die Menschen freuen sich von ganzem Herzen für den Verstorbenen. Es ist wie wenn du als Deutsche(r) plötzlich in England im Linksverkehr fahren sollst. Alles in dir sträubt sich dagegen, aber es ist möglich.

      Das nächste Problem sind die anderen. Was werden die blos denken, wenn wir gegen ihre Konvention verstoßen? Hier sollte uns grundsätzlich die Meinung der anderen nicht kümmern finde ich, denn es muss uns um unser eigenes Seelenheil gehen. Und dieses zu gefährden um die Erwartungen anderer zu erfüllen ist gänzlich der falsche Weg. Vielleicht werden sie behaupten oder denken, wir hätten den Verstorbenen nicht geliebt. Was kümmert dich das aber, wenn du es selbst besser weißt? Würde es dich genau so betroffen machen, wenn jemand behaupten würde du seist ein Marsmensch?

      Das dritte Problem sind dann wir selbst. Wie würdest du dich fühlen, wenn deine Liebsten dir sagen würden, sie wollen deinen Tod gelassen hinnehmen und dich zurückgeben? Das muss jeder für sich selbst beantworten. Ich persönlich fände es schön zu wissen, dass mein Tod niemandes Welt zerbrechen lassen würde und meine nahe stehenden gut damit umgehen könnten. Natürlich bleibt auch bei mir so ein Restgefühl von „Zeigt mir, dass ich wichtig war“, aber ich glaube nach meinem Tod wird mich das sowieso nicht mehr interessieren.

      Ich finde hier entscheidet oft nicht der Verstand, sondern eher das Ego. Das Ego plant über den Tod hinaus, der Verstand sieht ein, dass dies unnötig ist. Man kann das mal ganz schön an der Frage testen, ob man es nach seinem eigenen Tod dem Partner gönnen würde, dass er sich noch einmal verliebt. Was sagt der Verstand, was sagt das Ego?

      Soweit mal ein Paar mehr oder weniger spontane Gedanken von mir. Was meinst du dazu?

      Liebe Grüße

      Norman

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  2. Nicole

    17. Juli 2014

    Hallo Norman,

    habe die Tage öfter mal über das Thema nachgedacht und -vielleicht- rein zufällig auch einiges dazu gelesen., was meine Meinung ein wenig geändert hat.
    Die Überschrift „Wie du jeden Verlust gelassen trägst“ weckt zumindest bei mir (zuerst) eine emotionale Abwehrhaltung, weil sie von der Theorie her stimmen mag, in der Praxis aber von so gut wie von niemandem umsetzbar ist (in Klammern muss dahinter stehen: wenn du einen außerordentlich geschulten und stabilen Geist besitzt). Wenn ich mich dann aber doch damit anfreunde, was ich eigentlich möchte, fällt mir auf , dass das weitreichende Folgerungen nach sich zieht:

    Wer bin denn dann Ich, wenn das EGO nicht zählt?

    Ist die Wirklichkeit ÜBERHAUPT real und ernst zu nehmen?

    Und wenn kein EGO mehr und völliger Gleichmut erreicht, völlige Ersetzbarkeit aller Personen und Situationen akzeptiert, welche Art von Beziehungen kann man dann noch haben, wie laufen die ab?

    Tötet der Verstand nicht die Leidenschaft?

    Und das sind nur ein paar Fragen, die mir dann im Kopf rumgehen.

    Liebe Grüße,

    Nicole

    PS: Wie setzt du die Erkenntnisse um und gewinnst einen so stabilen Geist, das würde mich interessieren? Die konkrete Umsetzung, also die Praxis, fehlt mir bei den Texten. (Bitte nur als Anregung auffassen. Habe eh auch erst einige Texte gelesen und vielleicht schreibe ich hier Sachen, die du anderswo schon erläutert hast)

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    • Norman Brenner

      18. Juli 2014

      Hey Nicole,

      schön wieder von dir zu hören!

      Ich freue mich, dass dich mein Text so zum Grübeln gebracht hat. Das ist ja grundsätzlich etwas Gutes, die Dinge zu hinterfragen und sich sein eigenes Bild davon zu machen.

      Womit wir auch schon beim Thema sind. Das eigene Bild machen. Ich glaube hierzu werde ich demnächst mal einen Beitrag verfassen, da es eine grundlegende Erkenntnis ist, die in allen Lebensbereichen zum Tragen kommt. Das sieht man auch daran, dass du selbst unweigerlich beim weiteren Nachdenken und Nachforschen auf das Thema Wirklichkeit gekommen bist, das ja oben im Text eigentlich nicht erwähnt wird.
      Es geht darum, dass jeder Mensch seine eigene Wirklichkeit ständig selbst erschafft.
      Kurz: Wir sehen die Welt und die Dinge immer genau so, wie wir glauben, dass sie sind.

      Für diesen Kommentar ist das Thema viel zu umfangreich, aber ich informiere dich gerne, sobald ich etwas dazu veröffentliche.

      Ich würde dir nun gerne mit stolz geschwällter Brust erzählen, wie ich all diese Dinge hier ständig in meinem eigenen Leben erfolgreich anwende – das kann ich aber leider nicht. Ich versuche es, wo es mir möglich ist. Manchmal gelingt es – manchmal nicht. Ich schreibe ja oft, dass es Übungssache ist. Soviel konnte ich schon feststellen, dass es leichter wird, je öfter man es versucht. Es dahin zu bringen ist natürlich mein Ziel. Und genau daher habe ich diesen Blog gestartet. Schon das Schreiben und die Beschäftigung mit dem Thema bringen mich täglich etwas weiter. Wer weiß, vielleicht findest du hier irgendwann mal einen Artikel, in dem ich dir ein Rezept gebe, wie das alles einfach umzusetzen ist. Vielleicht findest du einen Artikel, in dem ich schreibe, dass ich es nie geschafft habe. Ich kann dir zum jetzigen Zeitpunkt nur sagen, dass der versuch sich bereits lohnt :-)

      Übrigens freue ich mich sehr über deine Anregung. Ich bin noch dabei mich im Schreiben der Erkenntnisse auszuprobieren. Bei einigen habe ich bereits persönliche Erfahrungen eingebaut um zu sehen, wie das ankommt (z.B. http://www.vomleben.de/wie-du-dein-leben-verlaengerst-die-1-schritt-anleitung/. Da habe ich bislang leider noch keine reaktionen bekommen, aber nehme mir deinen Wunsch für die nächsten Beiträge mal zu Herzen.

      Liebe Grüße

      Norman

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  3. ela

    1. August 2014

    Hallo!
    Ich finde die Überschrift sehr gut gewählt, denn sie polarisiert sofort. Und Du beginnst auch mit der Schilderung der Tatsache, dass alles geliehen ist. Die Erkenntnis dieser Tatsache ist NÜTZLICH. VerlustÄNGSTE sind unnütz und lähmend, denn sie beziehen sich auf einen Zustand, der noch nicht eingetreten ist, und vielleicht nie eintreten wird (Es könnte sein, dass ich vor denen sterbe, deren Verlust ich befürchte). Die einzige logische Konsequenz ist, alles von dem ich fürchte es zu verlieren, intensiv zu genießen.
    LG,Ela

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    • Norman Brenner

      2. August 2014

      Hey Ela,

      danke für die Lorbeeren!
      Hast du sehr schön formuliert, die Konsequenz, die daraus entsteht. Wir können immer nur „jetzt gerade“ etwas beeinflussen. In dem wir unsere jetzigen Gedanken kontrollieren (genießen statt zu fürchten oder zu hoffen), nehmen wir unser Glück selbst in die Hand.

      LG

      Norman

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  4. Raphael

    2. Dezember 2014

    Hallo Norman,

    bin auf deinen Beitrag gestoßen und finde es eine nette Anregungen meinen „Besitz“ als Leihgabe zu betrachten.

    Werde die Wirkung dieser Einstellung die nächsten Tage mal testen!

    LG
    Raphael

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  5. Norman Brenner

    3. Dezember 2014

    Hey Raphael,

    danke für deinen Kommentar und herzlich willkommen hier!
    Ich freue mich sehr darüber, dass du von dem Beitrag etwas mitnehmen kannst. Würdest du mich auch wissen lassen, wie diese Einstellung für dich funktioniert hat?

    Liebe Grüße

    Norman

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  6. Karina Malkowski

    2. Januar 2015

    Hallo Norman,
    dann bin ich mal gespannt, ob ich diese Einstellung umsetzen kann. Muss gerade Loslassen lernen…also…auf auf und her mit der Dankbarkeit für die Leihgaben …
    Ich denke, diese Dankbarkeit schließt eine Trauerphase ja keineswegs aus… Trauern heißt ja nicht, undankbar für Gewesenes zu sein…

    Vielen Dank für deine Denkanstöße !
    Weiter so.
    Liebe Grüße
    Karina

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    • Norman Brenner

      3. Januar 2015

      Hey Karina,

      vielen Dank für deine netten Zeilen.

      Das sehe ich auch so. Durch das Trauern gelingt es vielen ja erst loszulassen. Gerade das Trauern ist doch eine Sache, bei der man sich den Wert des geliehenen noch einmal vergegenwärtigt. Das ist gut.

      Kennst du Herrmann Hesses Gedicht „Stufen“? Vielleicht hilft es dir ein wenig in deiner schweren Zeit.

      Liebe Grüße
      Norman

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  7. Karina Malkowski

    3. Januar 2015

    ‚…Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde…‘
    Ja, wunderbare Zeilen, die mich durch diese Zeit tragen werden…
    Das Thema ‚Wirklichkeit‘ ist tatsächlich eine nähere Betrachtung wert, wie ihr in vorangegangenenMails bereits festgestellt habt. Ich denke, Jeder hat seine eigene Wirklichkeit…die,die er durch seine eigenen Augen sieht…und diese ist dann eben auch real…
    Lieben Dank, Norman, für deine Gedanken. Sie bewegen…

    Liebe Grüße
    Karina

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    • Norman Brenner

      4. Januar 2015

      Hey Karina,

      freut mich, dass dir das Gedicht gefällt und hilft.

      Wenn dich das Thema Wirklichkeit interessiert, kann ich dir nur Paul Watzlawick empfehlen.

      Du findest auf YouTube eine Hand voll guter Vorträge von ihm über das Thema. Er referiert sehr fesselnd darüber, wie ich finde. Oder du holst dir sein Buch „Wie wirklich ist die Wirklichkeit“, in dem er an zahlreichen Beispielen die Existenz verschiedener Wirklichkeiten darlegt.

      Das ist „wirklich“ ein sehr spannendes Thema, über das ich gerne mehr schreiben würde. Aber irgendwie fühle ich mich darin noch nicht sicher genug.

      Danke für deine lieben Worte!

      Liebe Grüße
      Norman

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  8. Karina Malkowski

    4. Januar 2015

    Hallo Norman,
    lieben Dank für deine Antwort. Ich werde mir auf jeden Fall Herrn Watzlawick ‚anschauen‘.
    Es macht mir großen Spaß, uber all diese Dinge des Lebens aktiv und passiv mit meinen Mitmenschen zu philosophieren, wobei nicht Viele dafür den Kopf frei haben oder Interesse zeigen. Umso mehr danke ich dir für deine Gedanken, Tipps und auch deine Einfühlsamkeit.
    Habe mich im vergangenen Jahr sehr intensiv mit Clemens Kuby beschäftigt – auch sehr interessante Gedanken zum Leben…
    Ich sende dir liebe Grüße und ein Dankeschön.
    Karina

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    • Norman Brenner

      4. Januar 2015

      Hey Karina,

      dankeschön!

      Das Problem hatte ich auch, dass sich nicht so recht jemand finden lies, mit dem ich übers Leben so frei philosophieren konnte. Jetzt habe ich euch alle hier gefunden =) Danke dafür!

      Clemens Kuby habe ich bis jetzt noch nicht gehört. Ist das ein Philosoph? Den werd ich gleich mal ergoogeln müssen ;-)

      Liebe Grüße und einen schönen Abend noch
      Norman

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  9. Karina Malkowski

    4. Januar 2015

    Hey Norman,

    du hast sicher schon gegoogelt und ich brauche gar nicht mehr so viel zu Herrn Kuby erklären. Er ist ursprünglich Filmregisseur. Nach einem schweren Unfall begann er, sich eingehend mit Selbstheilung, den unterschiedlichen Religionen und besonders auch den Welten, in denen nicht so der Materialismus vorherrscht, zu beschäftigen. Er hat großartige Bücher geschrieben, die das Leben, aber auch den Tod bearbeiten, viele Gedanken zum Materialismus, zum Loslassen, Gedanken gänzlich zum Universum… …Ich kann nicht alles für mich annehmen, aber es sind so sehr viele gute Gedankengänge und -anstöße darin, die mir im letzten Jahr viel Kraft gaben, und die mich besonders auch wieder dem Buddhismus näher gebracht haben… Jeder muss halt seinen Weg finden ;-)…
    Da ich noch nicht alle Texte von dir gelesen habe…Darf ich fragen, ob du einer bestimmten Religion folgst?

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    Antworten
    • Norman Brenner

      5. Januar 2015

      Hey Karina,

      danke für den Hinweis auf Kuby! Werd bei Gelegenheit an den Namen denken und ggf. mal was von ihm lesen.

      Ich bin „multi-religiös“ =)
      Eigentlich bin ich evangelisch, aber sehr stark identifiziert, habe ich mich damit noch nie. Ich habe eher die Ansicht, dass man sich aus jeder Religion bzw. Glaubensrichtung genau das rausziehen sollte, was für die eigene Weltanschauung passt und sich somit quasi eine eigene, genau passende, Religion schmiedet.

      Ich fühle mich dem Buddhismus auch sehr nah, habe aber auch ganz viele Ansichten von antiken Philosophen, wie Seneca, übernommen. Ich trenne auch nicht streng zwischen Wissenschaft und Religion. Wenn ich z.B. in der Psychologie etwas finde, das für mich sehr viel Sinn ergibt und mein Puzzel ergänzt, lasse ich es einfließen. Es ist ein bunter Flickenteppich =)

      Das sollte meiner Meinung nach jeder so machen, denn es hat den großen Vorteil, dass man das prüft, an was man später glaubt. Wenn man einer vorgefertigten Linie folgt, hinterfragt man in der Regel wenig, was die einzelnen Schritte bedeuten.

      Ich habe aber auch Verständnis und Bewunderung für die, die kompromisslos dem einen Pfad folgen, den sie für richtig halten, wenn sie sich sicher sind, dass es der ist, den sie gehen möchten.

      Durch meine Streifzüge in den verschiedenen Gebieten, habe ich aber für mich festgestellt, dass überall weitestgehend die selben Grundgedanken vorherrschen und es oft nur andere Präsentationen der selben Ansätze sind.

      Liebe Grüße
      Norman

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  10. Karina Malkowski

    5. Januar 2015

    Guten Abend Norman,
    ja, ich denke, du machst es da mit den Religionen gar nicht verkehrt. Letztlich sollte die Religion, der man folgt, ja keine vorgegebene starre Schublade sein, sondern eine Sammlung eigener Überzeugungen und Vorstellungen. Daher finde ich es auch mal ganz gut, wenn die Menschen auch zu Distanzierungen zu gewissen Dingen in ‚ihren‘ Religionen stehen…Unser Glauben sollte uns ja nicht einschränken, sondern wir sollten uns in ihr entfalten können und völlig wir selbst sein.
    Aber ich schweife schon wieder ab ;-)
    Ich gebe dir recht. Ich habe auch den Eindruck, im Grunde wird meist eigentlich nach denselben ‚großen‘ Dingen gestrebt…Und letztlich gilt sowieso: Hauptsache, es hilft ;-)……

    Liebe Grüße
    Karina

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    • Norman Brenner

      7. Januar 2015

      Hey Karina,

      „Unser Glauben sollte uns ja nicht einschränken, sondern wir sollten uns in ihr entfalten können und völlig wir selbst sein.“

      Hast du sehr schön geschrieben =)

      Ich finde diese vorgefertigten „Religionsgewänder“ haben noch einen großen Nachteil. Viele ziehen sie an, wenn sie z.B. in die Kirche gehen und legen sie danach wieder ab. Der Kirchbesuch ist an sich schon bei vielen etwas scheinheiliges, weil sie es nur tun, wenn sie sich schlecht fühlen oder nur zu gewissen Terminen ein oder zweimal im Jahr.

      Da finde ich es besser gar nicht zu gehen, aber jeden Tag nach seinen selbst aufgestellten Prinzipien zu leben. Sich treu zu sein.

      Liebe Grüße
      Norman

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  11. Karina Malkowski

    7. Januar 2015

    Guten Abend Norman,
    ja, ich möchte mich auch in keinerlei Gewand zwängen, welches man mir vorschreibt. Es sollte eher wie eine Patchworkdecke sein, von jedem eigenen passenden religiösen Gedanken ein kleines Stück mit einnähen ;-) , wenn qir schon von Stoff und Gewändern sprechen :-)
    So, mal was fürs Sozialverhalten tun und ab ins Kino ;-)
    Viele liebe Grüße in den Abend
    Karina

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  12. Markus Spitzli Markus

    15. Januar 2015

    Hi Norman.

    Der Artikel gibt mir zu denken. Die Überschrift polarisiert und machte mich neugierig auf mehr. obwohl ich zuerst in Abwehrhaltung ging.

    Mit dem Konzept der Leihgabe kann ich mich noch nicht anfreunden. Womit ich mich anfreunden kann ist mit Dankbarkeit, Sorgsamkeit, Gelassenheit. Ich denke das sind wichtige Eigenschaften für alles was wir erhalten.

    Eine Leihgabe gehört meiner Ansicht nach immer jemandem. Wenn ich einen Betonmischer brauche leihe ich ihn mir von einem Baugeschäft, welcher der Besitzer ist. Das Baugeschäft will den Mischer natürlich zurück, ansonsten werden sie Massnahmen einleiten.
    Mit dem Thema Geld sieht es ähnlich aus. Wenn ich Arbeit leiste werde ich dafür belohnt. Es findet ein Tausch statt.

    Für mich ist das Gefühl eine Leihgabe zu erhalten unterschiedlich zum Gefühl des Besitzes.Mit dem Besitz kann ich tun und lassen was ich möchte, mit der Leihgabe bin ich vorsichtiger. Und diese Vorsicht schränkt mich ein, weil ich nicht das tue was ich gerne tun würde.

    Herzlichen Gruss
    Markus

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    • Norman Brenner

      15. Januar 2015

      Hey Markus,

      danke für deinen Kommentar und deine Überlegungen zum Thema.

      Ich glaube jeder, der den Artikel liest, hat zuerst einmal eine Abwehrhaltung. Wir leben ja in einer Gesellschaft, die sich durch Besitz und Status definiert: „Haste was, dann biste was“

      Der Besitz an sich, oder besser gesagt das Eigentum, hat natürlich Vorteile, die ich gar nicht in Frage stellen will. Sicherheit, Schutz, Rechtsansprüche etc. Dadurch haben wir Menschen es ja so weit gebracht.

      Diese Vorteile kann man auch voll auskosten. Es geht mir in dem Artikel um etwas anderes. Es gibt grundsätzlich zwei Wege, auf denen wir die Dinge „anpacken“ können.

      Der äußere und der innere.

      Damit meine ich du kannst versuchen die Umstände zu ändern oder deine Ansichten.

      Im Beitrag möchte ich dazu aufrufen die innere Ansicht zu ändern und alles als geliehen zu betrachten, denn ganz ehrlich, wer hat den ersten Besitzern von Land und Dingen eine Eigentumsurkunde ausgestellt? Wenn wir ehrlich sind, sind das alles nur Konventionen, die wir Menschen uns selbst auferlegt haben und mit denen wir einverstanden sind. Wenn irgendwann einmal der Schöpfer, oder wie auch immer man es nennen mag, vor dir stehen würde und zu dir sagt „Gib mir das Haus, das Auto und das Leben, das ich dir gab zurück!“, kannst du da widersprechen und dich auf dein Eigentum berufen?

      Denke an indianische Stämme und der gleichen, die in Einklang mit der Natur leben und alles, was sie zum Leben brauchen, als Leihgabe der Natur finden und es ohne schlechtes Gewissen nutzen.

      Der äußere Anschein kann bestehen bleiben. Habe Eigentum und nutze es, aber sehe es tief im inneren als Leihgabe. So kannst du nie mehr etwas verlieren.

      Es ist schwer diese Einsicht zu gewinnen, aber wenn du sie hast, macht sie dich unverwundbar gegen Schicksalsschläge und dergleichen.

      Liebe Grüße

      Norman

      P.S.: Hast du dein Leben auch durch einen Tauschhandel bekommen? ;-)

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  13. Markus Spitzli Markus

    15. Januar 2015

    Hi Norman.

    Ich habe schon verstanden, dass du aufrufst die inneren Ansichten zu ändern, und trotzdem störe ich mich an der Leihgabe. Würdest du von Geschenk sprechen würde ich mich identifizieren können.
    So sehe ich mein Leben weder als Tauschhandel noch als Leihgabe. Ich sehe es als Geschenk. Die Gefühle dahinter sind für mich unterschiedlich.

    Herzlichen Gruss
    Markus

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  14. Norman Brenner

    17. Januar 2015

    Hey Markus,

    danke für deine Antwort.

    Was ist es denn, das dich an der Leihgabe stört? Man kann ja auch mit Geliehenem alles machen, solange man gut damit umgeht und daran denkt, dass man es nochmal zurückgeben muss. Ist es nicht gerade deshalb noch viel besser, das Leben als geliehen zu betrachten, weil man ihm dann mit mehr Respekt begegnet?

    Ist denn dein Leben wirklich ein Geschenk? Ein Geschenk gehört doch ab der Übergabe dir, solange du es behalten möchtest. Ist es wirklich so mit dem Leben?

    Welches Gefühl hast du denn beim Leihen und welches beim beschenkt werden?

    Ich persönlich empfinde sogar viel mehr Stolz, wenn ich daran denke, dass der große Schöpfer (oder wer oder was auch immer) mir sein wertvolles Leben leiht und anvertraut. Er setzt das Vertrauen in mich, dass ich etwas gutes damit anfange und es ihm genauso gut oder noch besser zurück geben. Wie einen Waagen. vollgetankt und poliert. Das ist ein ganz anderes Gefühl, als wenn ich es als Geschenk betrachte. Würde der Schöpfer sagen „Hier hast du nun dein Leben, mach damit doch was du willst, ich will es eh nicht mehr haben“, würde ich mich nicht so auserwählt fühlen.

    Würde mich sehr freuen zu hören, was du darüber denkst!

    Liebe Grüße
    Norman

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  15. Markus Spitzli Markus

    17. Januar 2015

    Hi Norman.

    So wie du die Leihgabe schilderst kann ich alles damit machen was ich möchte, solange ich gut damit umgehe. dh bedeutet für mich ich kann nicht alles damit machen was ich möchte. Es schränkt mich ein in meinem Ausdruck. Und das will ich nicht. Ich will Verantwortung für meines übernehmen und mich darum kümmern. Dieses Gefühl habe ich nicht bei einem Geschenk.

    Wenn ich mein Leben betrachte, dann ist es für mich wirklich ein Geschenk. Ich kann tun und lassen was ich will und mich ausdrücken wie ich will. Ich muss dann auch die Konsequenzen tragen. Aktion = Reaktion. Wenn ich mein Leben nicht mehr will, nehme ich es mir. Obwohl, Suizid ist für mich keine Option.

    Wenn du von Schöpfer sprichst habe ich ganz eine andere Auffassung. Die Diskussion würde hier allerdings zu weit führen.

    Herzlichen Gruss
    Markus

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  16. Markus Spitzli Markus

    17. Januar 2015

    Noch was was mich an der Leihgabe stört. Die Leihgabe impliziert, dass es einen Besitzer (Schöpfer) und einen Ausleihenden (Mich) gibt. Dh es gibt demnach eine Abhängigkeitsbeziehung. Ich bin abhängig vom Besitzer. Will ich denn abhängig sein? Nein, ich will frei sein und frei entscheiden können.

    Du sagst du empfindest Stolz wenn dir vom grossen Schöpfer das Leben geliehen wird. Das finde ich echt toll. Du möchtest ihm zeigen wie gut du damit umgehen kannst. Nach meinem Verständnis bedingt dies, dass du den Schöpfer ehrst und ihn magst, dass du ein ehrfürchtiges Bild von ihm hast.
    Was wäre wenn du dein Leben von jemandem geliehen bekämst, den du nicht magst? den du sogar verachtest? Würdest du dann wirklich sorgsam damit umgehen wollen?

    Herzliche Grüsse
    Markus

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    • Norman Brenner

      20. Januar 2015

      Hey Markus,

      jetzt geht’s langsam ans Eingemachte ;-)

      Mir macht der Austausch mit dir viel Spaß! Danke dafür!

      Zu dem Suizid… Wenn du dir dein Leben nimmst, gibst du es damit nicht zurück?

      Zur Abhängigkeit… Ich kann deinen Drang nach Freiheit sehr gut nachvollziehen, aber ich glaube es gibt im Leben einfach notwendige Abhängigkeiten, die man eingehen muss. Die Abhängigkeit zur Mutter beispielsweise, vor und nach der Geburt. Die Abhängigkeit zur Luft, die wir atmen. Und so denke ich, dass wir auch im Geiste immer noch an unserer Quelle hängen. Was aber eigentlich eher eine Bereicherung, als eine Einschränkung ist. Ich habe das hier ausführlicher formuliert:

      http://www.vomleben.de/ego-und-selbst/

      Ich würde es übrigens selbst nicht unbedingt Schöpfer nennen wollen. Für mich ist es eher so etwas wie das Tao bei Laotse.

      Zu der Beziehung zum Leihenden… Mag ich die Leute vom Mietwagenverleih? Keine Ahnung, ich kenne sie nicht. Aber ich bin ihnen dankbar und gehe mit dem Auto sorgsam um. Selbst wenn ich jemanden gar nicht mag, aber trotzdem dringend ein Auto brauche, würde ich es genauso machen. Nur aus Prinzip auf das dringend benötige zu verzichten, fände ich engstirnig.

      Noch schlimmer fände ich es, das geliehene aus diesem Grund heraus sogar absichtlich zu beschädigen. Das wäre weder meinem Vorhaben, noch der Beziehung zwischen mir und dem Leihenden zuträglich.

      Bin gespannt auf deine Gedanken dazu!

      Liebe Grüße

      Norman

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  17. Markus Spitzli Markus

    21. Januar 2015

    Hi Norman.

    Wie soll ich das Leben zurückgeben wenn ich tot bin? Mein Körper wird verwesen und vielleicht irgendwelchen Tierchen als Nahrungsquelle dienen. Meine Seele wird weiterhin bestehen. So glaube ich es zumindest.

    Klar gibt es notwendige Abhängigkeiten. Das bezweifle ich auch nicht. zb. Luft, Erde, Nahrung, etc.

    Ich bekomme den Eindruck wir haben unterschiedliche Gefühle für das Wort Leihgabe und versuchen mental zu diskutieren wer nun Recht hat. Im Grundsatz spielt es keine Rolle. Ausserdem vermute ich, wir empfinden dasselbe wenn du von Leihgabe sprichst und ich von Geschenk. Das ist auch gut so.

    Herzliche Grüsse
    Markus

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    • Norman Brenner

      23. Januar 2015

      Hey Markus,

      ich glaube, du hast Recht. Wir sind vermutlich der gleichen Ansicht unter verschiedenen Meinungen ;-)

      Aber die Diskussion bereichert uns dennoch, finde ich. Schließlich hat man ja nur so die Chance andere Meinungen kennen zu lernen.

      Ich danke dir!

      Liebe Grüße
      Norman

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  18. Veronika

    6. Juli 2015

    Hallo Norman,

    Ich entdecke gerade Deinen Blog und diesen Artikel:
    alles was ich besitze, wurde mir freundlicher weise geliehen für mein Leben…das ist revolutionär und eine total neue Vision für mich.
    Es eröffnet mir ganz neue Perpektiven, öffnent meinen Kopf und meinen Geist, macht mich frei. Bin begeistert.
    Bin gespannt ob dieses befreiende Gefühl anhält. Werde Dich auf dem laufenden halten.
    Erst mal ganz herzlichen Dank für dieses Geschenk, das ich erst mal behalte. Vielleicht teile ich mit dem einen oder anderen Freund.
    Liebe Grüsse
    Veronika

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    • Norman Brenner Norman Brenner

      6. Juli 2015

      Hey Veronika,

      herzlich willkommen hier und vielen Dank für deinen lieben Kommentar! =)

      Freut mich, dass du Gefallen an der Idee gefunden hast =) Durch deinen Kommentar hier hast du mich auch wieder an diesen Artikel erinnert. Es tut wirklich gut, sich das regelmäßig klar zu machen. Man vergisst es leider wieder so schnell im Alltag. Danke!

      Liebe Grüße und eine tolle Woche!

      Norman

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  19. Beate

    7. Januar 2018

    Kann man einen Menschen mit einem Ding vergleichen?
    Kann man sagen,jeder Mensch ist ersetzbar?
    Das finde ich bedenklich?

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    • Norman Brenner Norman Brenner

      9. Januar 2018

      Hey Beate,

      danke für deinen Kommentar =)

      Habe ich gesagt, dass jeder Mensch ersetzbar ist?

      Habe ich einen Menschen mit einem Ding verglichen?

      Nein. Ich – bzw. eigentlich war es ja Epiktet – habe lediglich den Vergleich geführt, dass man sich genauso wie von Dingen auch von Menschen abhängig machen, aber auch wieder lösen kann.

      Ich finde es bedenklicher, wenn einem das nicht gelingt, denn dann ist man für den Rest seines Lebens verdammt, wenn ein geliebter Mensch stirbt. Und Menschen sterben nun einmal. Das liegt in unserer Natur. So wie es auch in der Natur von Dingen liegt, nicht ewig zu halten ;-)

      Liebe Grüße

      Norman

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  20. Katharina

    2. Oktober 2018

    Danke für diesen Artikel, der nicht nur wieder wachrüttelt, sondern auch im richtigen Moment für mich gekommen ist. Schön langsam, wird mir verständlicher, was es mit dem „loslassen“ auf sich hat ( abgesehen davon,freue ich mich schon sehr auf das Buch) und warum es manchen Menschen ( leider mir noch nicht) leicht(er) fällt loszulassen, Abschied zu nehmen, es einfach so sein lassen, wie es eben nun mal ist. „ Alles ist nur geliehen“, „ zurückgeben“ und nicht „ verlieren“. Das sind Worte die tief gehen, und es fühlt sich an, als würde in mir drinnen, plötzlich ein Aufatmen beginnen. Kann es sein, dass dies die Seele berührt? Mein Herz ( oder auch das Hirn, kann ich im Moment der Trennungsphase nicht eindeutig zuordnen), wehrt sich noch und es tut weh. Zum Gedanken des Geliehenen gehört sicher auch der Gedanke der Freiwilligkeit. Ich werde diesen Artikel noch öfter lesen, bis ich es verinnerlicht habe. Danke dir von Herzen dafür. Liebste Grüße Katharina

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    • Norman Brenner Norman Brenner

      9. Oktober 2018

      Hey Katharina,

      danke für deine lieben Zeilen =)

      Es berührt mich sehr zu hören, dass dir meine Texte gefallen und helfen. Und dass die Botschaft dein Herz berührt =) Danke, dass du mich das wissen lässt!

      Das motiviert mich ungemein =) Auch im Hinblick auf das Buch, denn da stehe ich selbst auch immer wieder vor neuen (Loslass-)Herausforderungen.

      Ja, Freiwilligkeit ist ein gutes Stichwort. Vor allem, dass du auch dem Ausleiher die Freiwilligkeit zugestehst, seine Leihgabe zurückzufordern, wenn es ihm danach beliebt. Und dass du dir klar machst, dass du auch bei jeder Bindung, die du eingehst, freiwillig zustimmst, dass sie jederzeit wieder aufgelöst werden kann. Ich denke nämlich, dass oft dieses Gefühl der Sicherheit das eigentliche Problem ist.l Nur deshalb sind wir erschrocken und überrascht und wütend und traurig, wenn wir jemanden verlieren, weil wir die ganze Zeit fälschlicherweise davon ausgegangen sind, dass und diese Person sicher sei und nicht genommen werden könne. Wenn wir aber in dem Bewusstsein leben, dass es jederzeit zu Ende sein kann, ist jeder weitere Tag ein Geschenk und es kann einem nie etwas genommen werden.

      Liebe Grüße

      Norman

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