Warum du Menschen verlierst, wenn du nicht richtig zuhörst

Zuhören

Dieser Artikel ist eine Premiere.

Es ist nämlich der erste Beitrag auf vernuenftig-leben.de, der nicht aus meiner eigenen Feder stammt.

Dario von www.darioreis.com verrät uns in seinem Gastbeitrag, wie du durch richtiges Zuhören Menschen für dich gewinnen kannst. Bühne frei für Dario:

 

In diesem Post geht es um das Zuhören und wie jeder davon profitieren kann, wenn man richtig zuhört.

Eigentlich weiß doch jeder, dass man in einem Gespräch höflich sein soll, dem Anderen in die Augen schauen soll und so weiter. Wieso schriebe ich dann darüber?

Weil es vielleicht jeder weiß, aber kaum jemand richtig macht.

Wie oft kommt es vor, dass man in einer hitzigen Diskussion ist und das Gefühl hat, dass der andere einen nicht versteht? Gerade in der Politik, in Beziehungen oder bei der Arbeit kann das öfter passieren…

 

Warum Zuhören so wichtig ist

„Wenn du redest wiederholst du nur, was du schon weißt. Aber wenn du zuhörst, lernst du vielleicht etwas Neues.“

(Dalai Lama)

Gutes Zuhören kann sehr wichtig sein.

Wenn wir genau wissen, was das Problem ist, können wir bessere Entscheidungen treffen, andere Menschen besser verstehen und das Wichtige von Unwichtigem unterscheiden.

Der größte Vorteil des richtigen Zuhörens ist, dass man von anderen respektiert und wertgeschätzt wird. Nicht weil es unserem Ego gut tut (das sicherlich auch), sondern weil wir dadurch mehr von unserer Umwelt wahrnehmen und auf das Handeln von anderen mehr Einfluss nehmen oder darauf reagieren können.

 

Warum sich unsere Gespräche im Kreis drehen

Gespräche drehen sich nicht wegen der zum Teil extrem unterschiedlichen Ansichten, die man manchmal hat, im Kreis, sondern wegen etwas anderem:

Oft erwischt man sich beim inneren Monolog, während der Andere noch am Reden ist. Dabei fragt man sich oft: „Wie antworte ich darauf?“ oder „Wie vertrete ich meinen Standpunkt jetzt am besten?“

Wenn man das macht, kann man sich nicht wirklich auf das Gespräch einlassen, sondern konzentriert sich nur auf sich und vergisst alles um sich herum.

 

Verstehe den inneren Antrieb der anderen Person

Es geht nicht nur darum zuzuhören und verstehen zu wollen was der Andere sagt, denn damit ist man auch nicht immer erfolgreich. Es geht darum, den inneren Antrieb einer Person zu verstehen und nicht nur die Absicht.

Um das zu unterstreichen stelle dir folgende Situation vor: Ein Mann klaut auf einem Markt Essen und wird erwischt. Wenn man das hört denkt man sofort, er ist ein Krimineller und kann nicht verstehen, warum er nicht einfach etwas zum Essen gekauft hat. Wenn man aber erfährt, dass dieser Mann sich kein Essen mehr leisten kann und schon seit Tagen nichts mehr gegessen hat, dann erscheint die Situation in einem anderen Licht.

Genau das ist der springende Punkt. Wenn man in einer Diskussion die andere Person gänzlich verstehen und erreichen will, mit dem was man sagt, muss einem die Situation der anderen Person klar sein.

Damit ist gemeint, dass man sich in die Person hineinversetzt. Man muss ihre Gefühle verstehen, ihre Motivation und ihre Art zu denken. Das ist nicht zu hundert Prozent möglich, da jede Person andere Erfahrungen gemacht hat und ein anderes Umfeld hat als man selbst. Wenn man es aber versucht, wird das Gespräch sich zu großer Wahrscheinlichkeit nicht im Kreis drehen und man wird schneller zu einem Ergebnis kommen.

 

Wie kann man richtiges Zuhören üben?

Das kannst du im Prinzip sofort üben. Dafür benötigt man nicht einmal einen Gesprächspartner.

Zu Anfang ist es sowieso einfacher, wenn man einem Gespräch einfach nur zuhört und versucht, zuerst die Situation und Einstellung der Personen an sich zu verstehen. Wenn man die Gesprächspartner nicht kennt, ist das natürlich schwieriger aber das ist Übungssache.

Falls du in einem Gespräch bist, versetze dich in die andere Person hinein. Das geht meiner Meinung nach am besten, indem du dich in deiner Vorstellung auf den Platz von deinem Gegenüber Platz nimmst und dir vorstellst, wie diese Person dich sieht, wie das, was du sagst, auf sie wirkt und wie das Gesagte bei ihr ankommt.

 

Lerne durch Zuhören

Wie das Zitat zu Beginn des Posts sagt, ist Zuhören nicht nur von Vorteil um ein Gespräch zu führen. Man kann dadurch auch von anderen lernen.

Wie so oft im Leben sind es die Kleinigkeiten, die den Unterschied machen. Nur wenn man gut zuhört und sich auf den Anderen einlässt fallen einem Dinge auf, die man sonst nicht gewusst hätte. Denn Forschungen haben ergeben, dass ca. 85% von dem was wir wissen durch Zuhören in unsere Köpfe gekommen ist.

Wenn du diese Fähigkeiten regelmäßig trainierst, merkst du bald, dass die Leute ganz anders mit dir umgehen. Vielleicht stellst du sogar fest, dass der unsympathische Arbeitskollege gar nicht so unsympathisch ist wie zu Anfang gedacht.

 

Zuhören ist nicht alles

Wenn man in einem Gespräch nur zuhört, entwickelt sich das Ganze zu einem Monolog und das wollen wir nicht.

Deswegen ist es ebenso wichtig, in einem Gespräch die richtigen Fragen zu stellen und das, was wir gesagt bekommen, mit unseren eigenen Worten zu wiederholen. Dadurch ordnen wir unsere Gedanken, stellen sicher, dass wir alles verstanden haben und zeigen, dass wir uns für das Gesagte interessieren. Gerade der letzte Punkt ist Gold wert. Wie fühlst du dich, wenn jemand dir nicht richtig zuhört? Genau: übergangen, nicht verstanden und nicht wertgeschätzt.

Jemand der uns übergeht erscheint uns unsympathisch. Das Gleiche passiert natürlich auch wenn wir jemanden übergehen und aus diesem Grund ist ehrliches Interesse so extrem wichtig. Ehrlich!

Die meisten Menschen sind dankbar, wenn man sich für das was sie sagen und somit auch für ihre Person interessiert.

Wenn du dir meine Tipps zu Herzen nimmst, werden deine Gespräche schon bald eine andere Qualität bekommen und du wirst mehr Spaß im Umgang mit anderen Menschen haben. Ich hoffe der Artikel hat dir gefallen, in diesem Sinne:

Geh raus und höre zu!

Grüße

Dario

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Dario Reis
Über Dario Reis
Ich bin Dario, studiere in Innsbruck und bin ein Querdenker. Vor vier Jahren bin ich 11 Monate lang durch Kanada gereist, um meinen Hobbys Skifahren, Mountainbiken und Surfen nach zu gehen. In der Zeit habe ich gelernt, was wirklich wichtig ist für ein glückliches Leben. Seit dem beschäftige ich mich mit Persönlichkeitsentwicklung, Kommunikation und Zielsetzung. Deswegen habe ich vor kurzem www.darioreis.com gegründet, um anderen Leuten zu helfen, ein erfülltes Leben zu führen.

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16 Kommentare - Schreibe den nächsten!

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  1. Norman Brenner Norman Brenner

    20. Oktober 2015

    Hey Dario,

    danke für diesen tollen Artikel, der uns einen oft gemachten Fehler beim Umgang mit anderen Menschen aufzeigt und gleich eine Lösung mitliefert!

    Ich selbst erwische mich auch oft dabei, dass ich nicht richtig zuhöre. Habt ihr schonmal darauf geachtet?

    Und wenn ihr darauf geachtet habt… kann man dann im selben Moment eigentlich auch richtig zugehört haben?

    Ich freue mich auf eure Meinungen!

    Liebe Grüße

    Norman

    P.S.: Ich finde es sehr amüsant, dass du in der Einleitung die Beziehungen zusammen mit Arbeit und Politik in einem Atemzug genannt hast =D

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    Antworten
    • Dario Reis Dario

      20. Oktober 2015

      Hi Norman,

      danke dass i

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      • Dario Reis Dario

        20. Oktober 2015

        Ups, da ist etwas schiefgegangen :)

        Also nochmal von vorne… Danke, dass ich einen Gastbeitrag für dich schreiben darf.

        Ich habe Beziehungen mit Arbeit und Politik gleichzeitig genannt, weil man bei allen oft seine Meinung durchsetzen will.

        In einer guten Beziehung, egal ob eine Liebesbeziehung oder Freundschaft tritt das zwar nicht so stark auf, aber es passiert trotzdem auch da immer wieder.

        Natürlich kann es mal sein, dass man nicht zuhört. Mir geht es manchmal so, dass ich jetzt einfach keine Lust habe zuzuhören oder empathisch zu sein.

        Das ist meiner Meinung ok, denn manchmal hat man einfach keine Energie oder Lust sich mit gewissen Dingen auseinander zu setzen. ;)

        Grüße
        Dario

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      • Norman Brenner Norman Brenner

        21. Oktober 2015

        Stimmt. Geht mir oft so, dass ich mir denke „Für die Geschichte hab ich jetzt keinen Nerv…“

        Und jetzt wo ich darüber nachdenke, fällt mir sogar auf, dass ich in solchen Fällen sogar bewusst nicht zuhöre! Ich versuche dann in meine Arbeit oder sonstetwas vertieft zu wirken, doch manche Menschen interessiert das gar nicht. Die reden einfach weiter, egal ob ich zuhöre oder nicht XD

        Kennst du das Phänomen?

        LG Norman

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    • Dario Reis Dario

      21. Oktober 2015

      Ja, ich glaube jeder von uns kennt mindestens eine Person, die so ist.

      Meiner Meinung nach machen das solche Leute nicht, weil sie Feedback oder ähnliches wollen, sondern um ihre Gedanken zu ordnen. Die einen schreiben Tagebücher oder machen sich Notizen und andere reden über ihre Probleme.

      Je nachdem ob man davon genervt ist oder nicht, sollte man es der Person klar machen.

      Grüße
      Dario

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  2. Hanni

    20. Oktober 2015

    Ich habe eine Freundin, die – wenn ich sie anrufe – sofort wie ein Wasserfall loslegt und über ihre Probleme klagt und über ihr Leben berichtet, und das ohne Punkt und Komma.
    Ich höre ihr eine Weile zu, das kann 20 Minuten oder länger dauern, und hoffe, dass ich dann auch mal etwas sagen darf. Ich möchte manchmal auch nur einen Kommentar zu ihrem Bericht einfügen. Keine Chance.
    Dann sagt sie plötzlich, dass sie jetzt das Gespräch beenden will, weil sie einen Termin hat(zum Beispiel). Ich hatte sie angerufen, weil ich ein Anliegen an sie hatte oder eine Frage usw. Ich bin aber nicht zu Wort gekommen.
    Kannst du mir raten, wie ich damit umgehen soll?

    Vielen Dank für deine Antwort und liebe Grüße
    Hanni

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    • Norman Brenner Norman Brenner

      20. Oktober 2015

      Hey Hanni,

      vielen lieben Dank für deinen Kommentar und die spannende Frage =)

      Ich kenne sowas natürlich auch, wenn vielleicht auch nicht in so einer extremen Form. Ein allgemeines Rezept gibt es dafür wahrscheinlich auch nicht, weil es ja auch immer individuell auf die Person ankommt, aber ich versuche dir einfach mal zu schildern, was ich vielleicht in der Situation tun würde =)

      1. Wenn du wirklich ein dringendes Anliegen an sie hast, schreib ihr ne SMS / Mail / Whatsapp oder ähnliches. Dann hast du wenigstens dein Anliegen schonmal losgeworden. Vielleicht kannst du sie ja danach anrufen oder sie dich und durch die vorausgegangene Nachricht bleibt ihr erst einmal beim Thema?

      Vielleicht bittest du sogar sie, dir ihre Sachen zu schreiben? Möglicherweise hat sie dann gar keine Lust mehr, weil es so lang werden würde ^^

      2. Es gibt einfach Leute, die sich für den Mittelpunkt des Universums halten. Die checken das auch nicht, wenn man es ihnen sagt. Es bringt sowieso nichts andere auf irgendwelche Fehler hinzuweisen. Man kann andere nie ändern, nur sich selbst. Wenn mich also solche Marotten so stören würden, dass mein innerer Frieden in Gefahr wäre, würde ich mich einfach von der Person fern halten. Zumindest in Situationen, wo das der Fall wäre. Da bin ich ganz ehrlich. Das ist also eine dich betreffende Entscheidung, die aber ggf. weitere positive Folgen haben könnte. Vielleicht merkt sie dadurch, dass sie dich überansprucht hat? Oder sie verliert die Lust es bei dir zu versuchen, weil sie immer abblitzt? Natürlich musst du dir dann auch jemand anderen für deine Anliegen suchen…

      Das sind mal die ersten spontanen Einfälle. Der Kommentar ist auch schon ziemlich lang. Ich hoffe das hilft dir etwas, wenn nicht, schreib einfach nochmal =)

      Vielleicht weiß auch Dario noch einen guten Rat?

      Liebe Grüße

      Norman

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      • Dario Reis Dario

        20. Oktober 2015

        Hi Hanni,

        ich habe auch so eine Freundin. Zum einen kann ich Norman in seinem letzten Punkt zustimmen. Wenn du merkst, dass es dich runterzieht, brich den Kontakt ab bzw. verringere ihn und du wirst merken, ob sie auf dich zukommt oder ob du für sie nur ein „Kummerkasten“ bist.

        In einem Telefonat würde ich gar nicht auf die Dinge eingehen. Wenn du nicht zu Wort sag einfach mal, dass heute schönes Wetter ist. Es muss etwas sein, das komplett aus dem Zusammenhang gerissen ist. Häufig wirft das die Leute aus dem Konzept. Sie fangen an nach zu denken. Wenn sie fragt was das soll sagst du ihr, dass du auch mal was sagen wolltest ;)

        Eine andere Möglichkeit im direkten Gespräch ist, ihr fest in die Augen zuschauen und laut „Hey“ sagen. Dann wird sie verdutzt sein und du kannst das sagen, was du sagen willst.

        Bei beiden Methoden geht es darum, sie aus ihrem Verhalten zu reißen. Wenn du das oft genug machst wird sie sich vermutlich langsam ändern. So was dauert aber lang. Du wirst eine lebenslange Gewohnheit nicht in einer Woche ändern können. Schon gar nicht bei jemand anderem.

        Das sind beides, ich nenne es mal „Brechstangen-Methoden“ aber meine Erfahrung ist, dass solche Leute nie gelernt haben, dass es in einem Gespräch zwei Leute gibt die reden. Deswegen musst du bei sowas härter Methoden anwenden.

        Ich hoffe das hilft dir weiter. Bei Fragen kannst du mir natürlich gerne schreiben :)

        Grüße
        Dario

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        Antworten
  3. Claudia

    20. Oktober 2015

    Lieber Norman,
    schön, dass du diese Premiere hattest. Der Beitrag sehr gut auf deinen Blog.
    Und dir lieber Dario, danke ich für den interessanten Artikel. Zuhören: so vernachlässigt und doch so wichtig. Das Zitat vom Dalei Lama fasst wunderbar alles zusammen, was du schreibst. In meiner Coaching Ausbildung habe ich eine fantastische Übung gemacht gemacht, die sich deep listening nennt. Dabei hört Person B Person A 10 Minuten lang intensiv zu. B muss versuchen empathisch die Essenz des Gesagten zu erfassen. B stellt keine Fragen, sagt nichts, auch Minik und Gestik sollen so weit wie möglich reduziert werden. Dann ist B fünf Minuten lang dran. In dieser Zeit muss B nichts sagen, aber vielleicht hat er ein Bild im Kopf, dass das Gehörte in ihm aus gelöst hat oder eine Assoziation; das darf B dann äußern. B gibt jedoch keine Tipps, stellt keine Fragen. Das Ganze wird noch einmal wiederholt. Was dabei passiert ist phänomenal. Als Person A empfindest du soviel Dankbarkeit und Frieden für dieses Geschenk. Und die Erkenntnis, was passieren kann, wenn man wirklich zuhört, ist wunderbar. Eine tolle Übung, die beide Personen an Grenzen führt, denn wir sind so darin verhaftet, zu erwidern, Tipps zu geben, unsere Sichtweise einzubringen oder zu trösten.
    Ganz liebe Grüße

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    • Norman Brenner Norman Brenner

      21. Oktober 2015

      Hey Claudia,

      Danke für diese tolle Ergänzung. Ich habe selbst schonmal von dieser Übung erzählt bekommen, sie war mir aber wieder ganz entfallen =) Ich hatte dabei aber auch glaube ich erfahren, dass man sich als Person A ganz schön dumm fühlen kann, wenn man B sein Herz ausschüttet und keine Reaktion erfährt. Denn auch Regungen im Gesicht sind ja ein Zeichen von Anteilnahme und somit soziales Verhalten.

      Hat sich durch diese Übung nun etwas bei dir verändert? Hörst du intensiver zu?

      LG Norman

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      Antworten
  4. Dario Reis Dario

    20. Oktober 2015

    Hi Claudia,

    das hört sich nach einer echt interessanten Übung an die muss ich demnächst mal ausprobieren.

    Grüße
    Dario

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    Antworten
  5. GrandMa

    22. Oktober 2015

    Ein überaus spannendes Thema, dem Ihr Euch da gewidmet habt!
    Zu der Zeit als ich die Bewusstseinstrainer-Schulbank drückte, war das Wort „Zuhören“ strengstens verboten. Wir mussten „Hinhören“ sagen, und es natürlich auch tun. Als Fan des Sowohl-als-auch machte ich für mich im Laufe der Zeit „Hin-zu-hören“ draus – hin zu dem, der spricht und dem, was er ausdrücken will.
    Das gehört zur dritten Stufe des Edlen Achtfachen Pfades von Buddha, den er „Rechte Rede“ nennt.
    Eckart Tolle hat das wunderschön ausgedrückt: „Einen Raum der Stille schaffen“ für den Gesprächspartner. Das heißt aber, dass das Hin-zu-hören so ausschließlich angestrebt werden sollte, dass man nicht schon irgendetwas denkt, während der Andere spricht. Sehr schwer! Aber unerlässlicher erster Schritt.
    Ich habe für mich eine kleine Tricki-Übung entwickelt, die super funktioniert – als Übung wohlgemerkt, ein paar Minuten zunächst: Ich spreche blitzschnell innerlich nach, was ich höre.
    Das geht nur, wenn ich gleichzeitig ganz intensiv höre und schweige.
    Soweit ein paar kleine Puzzle-Steinchen zu Euren tollen Anregungen.

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    Antworten
    • Norman Brenner Norman Brenner

      25. Oktober 2015

      Hey GrandMa,

      erst mal sorry, dass ich mit meinem Kommentar so lange hab auf mich warten lassen! Beantworte die Kommentare nicht so gerne zwischen Tür und Angel, deshalb nehme ich mir heute mal ausgiebig Zeit dafür =)

      „Hinzuhören“ finde ich klasse =D Das nicht Denken, während der andere spricht ist echt extrem schwierig. Mir fällt es ja schon unglaublich schwer nicht zu denken, wenn niemand spricht! Jeder, der meditiert oder es mal versucht hat, kennt das wahrscheinlich. Aber deshalb ist Meditation wahrscheinlich auch eine sehr gute Übung dafür. Hat Buddha ja auch gesagt =)

      Deine Übung muss ich mal ausprobieren – wenn ich alleine bin =D In der Öffentlichkeit könnte das für Verwirrung sorgen XD

      Danke für die tollen Ergänzungen – mal wieder!

      Liebe Grüße

      Norman

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      Antworten
    • Dario Reis Dario

      25. Oktober 2015

      Hallo Margareta,

      deine Übung ist mir als Lernübung schon untergekommen. Ich benutze sie häufig in der Uni, wenn der Professor besonders langweilig ist, ich aber trotzdem etwas mitnehmen möchte.
      Allerdings bin ich noch nicht darauf gekommen, diese Technik in normalen Gesprächen einzusetzen.

      Danke =)
      Die offensichtlichen Dinge sind meistens die, die wir nicht sehen.

      Grüße
      Dario

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      Antworten
  6. Ben Menges

    27. Oktober 2015

    Hey Dario,

    es freut mich Beiträge über solch ein wichtiges Thema zu lesen.

    Als ich begann mich mit Evolutions- und Kommunikationspsychologie zu befassen fiel es mir irgendwann wie Schuppen von den Augen: Man kann durch Zuhören nur gewinnen – und zwar gleich zwei Personen!

    Die Punkte die du aufgreifst finde ich sehr wichtig und auch das Beispiel mit dem klauenden Mann sehr einfach und gut dargelegt. Das geht schon viel in die Richtung Empathie und Spiegelneurone. Wahnsinnig spannend. Finde ich toll, dass du darüber schreibst. Das kann ich gar nicht oft genug wiederholen (Das musst du dir jetzt halt anhören. ;D).

    Meine Kommunikation mit anderen Menschen hat sich seitdem total verändert. Die Gespräche sind interessanter, die Leute interessierter. Und das, obwohl ich weniger sage. Anfangs, das gebe ich ganz unumwunden zu, wollte ich mit dieser „Kommunikationstechnik“ vor allem besser bei Frauen landen. Mit der Zeit merkte ich aber, dass es wunderbar ist viel zuzuhören. Mittlerweile ist das auch gar keine Technik, sondern einfach ein Teil meines Charakters. Man erfährt so viel und die Beziehungen werden so viel besser durch Zuhören!

    Gruß,
    Ben

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  7. Dario Reis Dario

    27. Oktober 2015

    Hallo Ben,

    danke für das Lob :) freut mich, dass dir der Artikel gefallen hat.
    Ja, ich denke hier trifft wie bei vielen Sachen der Spruch „weniger ist mehr“ zu.
    Ich denke als Fitnesstrainer kannst du davon profitieren, wenn du genau weißt, was deine Klienten wollen.
    Besonders wenn sie merken, dass man ihnen zuhört weil man sich wirklich für sie interessiert und nicht, weil sie das von dir erwarten.

    Grüße
    Dario

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