„Ich kann nicht loslassen!“ (die Ursache und die Lösung)

Nicht loslassen können (die 15 größten Missverständnisse)

“Die Angst vor dem Loslassen beinhaltet die Angst vor dem freien Fall.”

(Esther Klepgen)

Warum kann ich nicht loslassen?

Weil du ein falsches Verständnis von der Bedeutung des Loslassens hast.

Alleine der Klang des Wortes „Loslassen“ löst oft einen inneren Widerstand in uns aus.

Und das ist auch kein Wunder, denn Loslassen richtet sich erst einmal gegen alles, was wir gelernt haben.

In diesem Artikel finden wir deshalb heraus:

  • Warum dieser Widerstand zum größten Teil auf Missverständnissen beruht,
  • wie du sie aus dem Weg räumst und
  • wie dir damit das Loslassen gelingt.

(Hinweis: Dieser Artikel ist ein gekürztes Kapitel aus meinem neuen Buch über das Loslassen)

 

Warum wir nicht loslassen können

  • “Ich mag das Wort Loslassen nicht.”
  • “Ich kann nicht loslassen. Loslassen assoziiere ich mit Verlust.”
  • “Beim Gedanken an das Loslassen sträubt sich alles in mir.”

Kommen dir diese Aussagen bekannt vor?

Dann geht es dir nicht anders, als den meisten Menschen.

Wir leben in einer Kultur des Festhaltens und Bewirken-Wollens.

Wir erschaffen riesige Wolkenkratzer, schicken Sonden zu fremden Planeten und machen uns das Leben durch den technischen Fortschritt ständig bequemer.

Etwas nicht zu machen, sondern loszulassen, macht uns deshalb Angst.

Dazu kommt noch, dass in unserer Gesellschaft und unseren Köpfen zahlreiche Missverständnisse zum Thema Loslassen herrschen.

  • “Wenn ich loslasse, heißt das doch, dass ich aufgebe!?”
  • “Riskiere ich damit nicht, alles zu verlieren, wenn ich loslasse?”
  • “Mache ich mich nicht zum Opfer, wenn ich einfach loslasse und alles hinnehme?”
  • “Bringe ich damit nicht zum Ausdruck, dass mir etwas oder jemand egal ist, wenn ich es oder ihn loslasse?”

Die Antwort auf all diese Fragen ist:

Nein.

Nichts davon trifft zu.

Und wir wollen uns im Folgenden auch ganz genau anschauen, warum. Denn:

Nur wenn du wirklich verstehst, was Loslassen bedeutet, und keine Abneigung und inneren Widerstand mehr dagegen hast, kannst du es auch wirklich in deinem Leben nutzen.

 

Loslassen – Die 15 größten Missverständnisse (Was Loslassen nicht ist)

Wo man hinsieht, lesen und hören wir vom Loslassen.

  • “Lass den Zorn los.”
  • “Lass deine Vergangenheit los.”
  • “Lass deine Begierden los.”

Dabei scheint es erst einmal gar nicht so klar zu sein, was mit diesem Wort überhaupt gemeint ist.

Grundsätzlich hört es sich zunächst einmal danach an, als würde Loslassen bedeuten, diese Dinge einfach aus unserem Leben zu entfernen… wie eine alte Vase, die zwar ein Erbstück von Oma Hilde war, aber einfach scheußlich aussieht.

Aber so leicht ist es nicht.

Weder unseren Zorn, noch unsere Vergangenheit, noch unsere Begierden oder sonst irgendeine Eigenart oder Verhaltensweise, die uns gerade Probleme bereitet, können wir einfach loslassen.

Sie sind nicht irgendwelche Gegenstände, die einfach scheußlich in der Gegend herum stehen.

Sie sind ein Teil von uns. Und niemand will einfach so einen Teil von sich selbst loslassen bzw. hergeben.

Deshalb sorgt dieses allgemeine Verständnis des Wortes Loslassen auch meist für Verwirrung und Unbehagen.

Daher wollen wir zunächst einmal die Begrifflichkeiten richtig stellen.

Denn nein, Loslassen bedeutet nicht, etwas einfach aus seinem Leben zu entfernen, wie Oma Hildes alte Vase:

 

1) Verbannen oder Loswerden

Im Gegenteil:

Wenn ich etwas aus meinem Leben verbannen möchte, widme ich ihm so viel Energie und Aufmerksamkeit, dass ich es dadurch noch auf ein Podest stelle und es am und in meinem Leben halte.

Der Wunsch, ein Gefühl, eine Angst, ein Verhaltensmuster oder irgendetwas anderes aus unserem Leben zu verbannen, führt nur dazu, dass wir dieser Sache noch mehr Aufmerksamkeit widmen und sie damit wachsen lassen.

Denke an die Wirkung von negativen Gedanken und Vermeidungsstrategien in unserem Unterbewusstsein: Die Verneinung wird nicht wahrgenommen und genau das Gegenteil passiert: Du fokussierst dich auf den Gegenstand, den du loslassen wolltest und hältst damit noch mehr fest.

 

Loslassen heißt, akzeptieren

Loslassen bedeutet nicht, diese scheußliche Vase aus dem Haus zu werfen, sondern, einen Weg zu finden, jeden Tag glücklich und zufrieden zu sein, egal ob diese Vase dort steht oder nicht.
  • “Aber ist es nicht ignorant, trotz Probleme einfach glücklich zu sein und sich nicht darum zu scheren?”

 

2) Probleme ignorieren

Viele Menschen denken auch direkt daran, dass Loslassen bedeutet, dass man ein Problem einfach ignoriert, es ausblendet und trotzdem glücklich ist.

In gewisser Weise ist da ja auch etwas dran, denn wir haben ja eben schon gesehen, dass Loslassen bedeutet, sein Glück nicht mehr von einem Ereignis oder Umstand abhängig zu machen.

Aber es bedeutet nicht, dass diese Sache ignoriert wird:

 

Loslassen heißt achtsames Wahrnehmen

Loslassen bedeutet, diese Sache sehr bewusst wahrzunehmen und tief hineinzugehen, um schließlich die wahre Ursache hinter dem Problem zu erkennen.

Beispielsweise die Angst des Egos vor dem Ausschluss der Gruppe.

  • “Aber nehme ich damit nicht trotzdem diese Probleme einfach hin?”

 

3) Hinnehmen und Opfer sein

Loslassen bedeutet nicht, dass du die Umstände einfach so hinnehmen musst, wie sie sind.

Das haben wir ja schon im vorangegangenen Kapitel festgestellt, als es beispielsweise um den schlagenden Ehemann ging.

Sehr wohl kannst du etwas loslassen und gleichzeitig dennoch daran interessiert sein.

 

Loslassen heißt, Verantwortung zu übernehmen

Loslassen bedeutet sogar oft, dass du dich aktiv aus deiner Opferrolle befreist!

Denn meist ist es unser Verstand und unser Ego, das uns aus irgendwelchen fadenscheinigen Gründen in der Opferrolle gefangen hält.

Die geschlagene Frau verlässt den schlagenden Mann beispielsweise nicht, aus Angst vor ihm oder vor dem Urteil der Gesellschaft.

Loslassen bedeutet, sich genau von diesen Ketten seines Verstandes (Egos) zu befreien und sich von seiner inneren Intuition leiten zu lassen. Der Verstand tritt in den Hintergrund. Das Unterbewusstsein (bzw. Überbewusstsein) übernimmt die Führung und zeigt dir den richtigen Weg.

Du hörst wieder mehr auf dein Bauchgefühl und dieses weiß in der Regel sehr viel früher als dein Verstand, was gut für dich ist und was nicht.

  • “Aber trotzdem geht es einem doch schlecht, wenn man loslässt!”

 

4) Miserabel oder negativ sein

Bei all dem Gerede vom Loslassen, Akzeptieren und Hingeben, könnte man schnell auf die Idee kommen, Loslassen bedeutete, sich damit abzufinden, dass es einem schlecht geht und einfach zu lernen, miserabel zu sein.

Das ist absolut nicht der Fall!

Loslassen ist das genaue Gegenteil:

 

Loslassen heißt positiv sein

Es ist die Abwendung, von der Negativität, die unsere Angst und unser Ego erzeugen, und die Zuwendung zum Positiven.

Loslassen bedeutet nicht, dass du Schmerz und Trauer einfach akzeptieren und ertragen lernen sollst. Es bedeutet, sie zuzulassen und anzusehen, wenn sie da sind, ihre Existenz anzuerkennen, sich nicht vor ihnen zu verschließen, sie sogar willkommen heißen und sich dann dem Positiven zuzuwenden.

Sehe diese negativen Gefühle und Gedanken wie einen Teil der Familie an, der dir vielleicht nicht so sympathisch ist, aber dennoch dazu gehört.

Wenn sie zu dir kommen wollen, lass sie bei dir wohnen, begrüße sie herzlich und lass sie wissen, dass sie willkommen sind.

Aber mach es dir nicht zur Aufgabe, dich rund um die Uhr mit diesen Gästen befassen zu müssen. Wenn du während ihrer Anwesenheit rausgehen und Spaß mit Freunden haben willst, die dir gut tun, dann gestehe dir auch das zu.

  • “Aber hat das nicht etwas von Egal-Einstellung, wenn ich trotz negativer Umstände einfach aufs Positive schaue?”

 

5) Egal-Einstellung

Obwohl ich weiter oben das Egal-Sein erwähnt habe, ist Loslassen nicht einfach eine Scheiß-Egal-Einstellung.

Loslassen bedeutet nicht, dass es dich nicht interessiert, wie eine Sache ausgeht.

Hier treffen wir auf den wichtigen Unterschied zwischen ernst sein und aufrichtig sein, der beim Umsetzen des Loslassens nochmal eine wichtige Rolle spielen wird.

Du kannst aufrichtig an dem Ergebnis einer Sache interessiert sein und musst sie dennoch nicht ernst nehmen!

Ernst im Sinne davon, dass sie dir wieder so wichtig wird, dass du automatisch die negativen Alternativen zu vermeiden suchst und dich dadurch wieder auf das Negative konzentrierst.

 

Loslassen heißt Aufrichtig sein

Loslassen bedeutet, sich mit Eifer und Freude einer Sache widmen zu können und auch mit (Vor-)Freude an ihr Ergebnis denken zu können, dieses Ergebnis aber nicht ernst zu nehmen.

Wenn es nicht eintritt, verursacht es dir kein Leid und wenn es doch eintritt, kannst du es als Bonus genießen.

Es ist eine gewisse Leichtigkeit, mit der du die Dinge nimmst. Manche würden auch sagen, es ist Humor.

Humor bedeutet nicht direkt, dass du dich über etwas lustig machst oder es ins Lächerliche ziehst. “Humor ist, wenn man trotzdem lacht”, heißt es. Und genau das bedeutet es auch:

Wenn du Dinge zwar aufrichtig, aber dennoch locker genug nehmen kannst, um trotzdem zu lachen.

Beides, der Ernst, wie auch der Humor, gehen ebenfalls wieder auf unser Ego zurück. Jemand dessen Ego zu groß und wichtig ist, nimmt vieles und vor allem sich selbst viel zu ernst.

Humor ist vor allem auch immer, wenn man über sich selbst lachen kann und sich selbst nicht so ernst nimmt. Auch das wird im weiteren Verlauf eine wichtige Rolle spielen.

  • “Aber dann gebe ich doch auf, wenn ich akzeptiere, dass auch ein Scheitern in Frage kommt!”

 

6) Aufgeben oder als Verlierer dastehen

Sehr viele Menschen haben auch intuitiv den Eindruck, dass Loslassen gleichzusetzen mit Aufgeben oder Verlieren ist.

  • Wir lassen etwas los, weil wir dem nicht mehr gewachsen waren.
  • Wir geben uns geschlagen.
  • Wir erkennen unsere Niederlage an.

Das kommt durch die sogenannte Verlustaversion.

Wir haben vielleicht Jahre an Kosten und Mühen, unserer Lebensenergie und schlaflose Nächten in diese Sache investiert. So viel Blut, Schweiß und Tränen stecken in der Verwirklichung eines Traums oder dem Behalten einer Ansicht oder eines Partners.

Wenn wir nun daran denken, diese Ansicht, diesen Traum oder diesen Menschen loszulassen, erscheint es ganz nachvollziehbar als Aufgeben.

“Wozu habe ich dann all die Jahre so hart gekämpft? Was habe ich jetzt davon?”

Aber Leben und Lieben ist nicht kämpfen! Und Loslassen ist nicht aufgeben:

 

Loslassen heißt unabhängig sein

Loslassen bedeutet, sich frei machen. Frei machen von dieser Abhängigkeit, dein Leben diesem Traum, dieser Ansicht, diesem Menschen unterordnen zu müssen.

Es bedeutet nicht, dass du keine Träume haben darfst, keine Pläne schmieden und keine Menschen mehr lieben darfst.

Das alles ist normal und wichtig für unser Leben.

Aber es bedeutet, dich, dein Glück und dein Wohlbefinden nicht abhängig zu machen von diesen Dingen.

  • Wenn dein Traum in Erfüllung geht und dein Bankkonto explodiert, lass nicht dein Leben mit ihm explodieren.
  • Wenn dein Traum scheitert, lass nicht dein Leben mit ihm scheitern.
  • Wenn du betrunken vor Liebe umher taumelst, lass nicht dein Leben umher schwanken.
  • Wenn deine Beziehung in die Brüche geht, lass nicht dein Leben mit in die Brüche gehen.

Das ist Loslassen.

Es bedeutet, sich unabhängig vom Verlieren oder Gewinnen in irgendeiner Form zu machen. Die Herausforderung, das Tun selbst, das Leben zu genießen, egal, ob das Ergebnis ein Sieg oder eine Niederlage wird.

Paradoxerweise verlierst du dadurch nichts, sondern gewinnst in der Regel etwas unbezahlbares:

Gelassenheit, Lebensfreude und Glück.

In vielen Fällen gewinnst du sogar das, was du zu verlieren fürchtetest, wenn du wirklich loslässt. Eben weil du nicht mehr festhältst und dich selbst sabotierst. Auf diese Paradoxie gehen wir später noch einmal genauer ein.

  • “Aber ist es nicht trotzdem irgendwie ein Nachgeben und sich geschlagen geben?”

 

7) Nachgeben

Loslassen bedeutet nicht, dass du in einem Streit nachgeben oder dich geschlagen geben musst.

Es bedeutet viel mehr, dass dein Glück nicht mehr vom Ausgang dieses Streites abhängig ist.

Im Streit, hat unser Ego meist die Oberhand. Und oft schießt es mit giftigen Wort-Pfeilen um sich, nur um am Ende als Sieger dazustehen. Der Wahrheitsgehalt wird nebensächlich.

Wenn du loslässt, gibst du dich nicht geschlagen.

 

Loslassen heißt das Ego überwinden

Du ziehst damit dein Ego aus der Arena zurück, das wie ein verwundetes Tier blind vor Zorn um sich kratzt und beißt.

Dafür schickst du deine Intuition ins rennen, die frisch und klar urteilen und unbefangen von Angriffen gegen dein Ego bleibt.

Dies gibt dir in den meisten Auseinandersetzungen sogar einen unfairen Vorteil, da du viel klarer siehst und argumentierst als dein Gegenüber und sein Ego während des Streits entlarven kannst.

  • “Aber bedeutet Loslassen nicht, seine Ziele und Pläne aufzugeben und nur noch zu nehmen, was kommt?”

 

8) Ziel- und planlos leben

Loslassen bedeutet nicht, dass du keine Pläne mehr machen sollst und keine Ziele mehr haben darfst.

Es ist wichtig, sich Ziele zu setzen und auch an die Zukunft zu denken. Das zeichnet uns Menschen aus und so haben wir die Jahrhunderte überdauert.

Der feine Unterschied besteht darin, dass du dein Glück nicht davon abhängig machst, ob diese Dinge dann auch so eintreffen.

Ich nenne das immer gerne “es als Bonus ansehen”.

Auf einen Bonus kannst du dich auch freuen und darauf hinarbeiten, aber wenn du ihn dann doch nicht bekommst, hast du nichts verloren. Es fehlt dir nichts zu deinem Glück, denn der Bonus wäre ja nur noch obendrauf gekommen. Du hast das Ergebnis nicht als Erwartung fest in deinem Geist verankert.

Und falls das gewünschte Ergebnis doch eintrifft, kannst du dich trotzdem freuen.

Merkst du den großen Unterschied?

 

Loslassen heißt im Moment leben

Wenn du loslässt, kannst du dein ganzes Leben lang beständig glücklich sein und bist unabhängig von den äußeren Umständen.

Wenn du festhältst, kannst du immer nur in den kurzen Augenblicken der Erfüllung deiner Wünsche glücklich sein und gehst auch noch das Risiko ein, eine herbe Enttäuschung zu erleben und tot unglücklich zu sein.

Paradoxerweise wirst du sogar bessere Chancen haben, deine Ziele zu erreichen, wenn du jetzt schon unabhängig von ihnen glücklich bist, als wenn du dein Herz mit schweren Ketten daran fesselst.

Warum?

 

Warum du deine Ziele sogar besser erreichst, wenn du loslässt

Weil du so deinen Fokus und deine Energie voll und ganz auf dein Vorhaben richten kannst und sie nicht mehr damit verschwendest, ständig an dein Ziel zu denken und dir auszumalen, wie schön es sein wird oder sein Nichterreichen zu befürchten.

Genau deshalb erledigst du deine Aufgabe am Ende besser. Weil du sie wegen des Tuns und nicht wegen des Ergebnisses gemacht hast.

Du kennst das sicher auch aus deinem Leben:

  • Handwerker, die nur auf die Bezahlung aus sind, liefern meist schlechte Arbeit ab. Die, die ihren Job von Herzen gerne tun, machen großartige Arbeit und werden gerade deshalb meist noch besser entlohnt.
  • Köche, die nur wegen des Geldes kochen, verzaubern unseren Gaumen nur selten. Solche, die lieben, was sie tun und wegen des Kochens und Essens selbst kochen, erschaffen die wundervollsten Gaumenfreuden und werden fürstlich dafür entlohnt.

Wenn du etwas tust, nur um einen Lohn zu erhalten, gibst du dir meist weniger Mühe und bekommst am Ende auch nur den Lohn, den du verdienst.

Tust du es aber leidenschaftlich gerne und mit ganzem Herzen, wird es großartig und du bekommst mehr, als du jemals verlangt hättest.

Wenn du etwas nur tust, um ein gewisses Ergebnis damit zu erreichen, schmälert das die Chancen, es wirklich zu erreichen!
  • “Aber bedeutet Loslassen dann nicht, bewusst stehen zu bleiben und sich nicht mehr weiterzuentwickeln?”

 

9) Stehenbleiben und sich nicht weiterentwickeln

Loslassen bedeutet nicht, dass du dich nicht weiterentwickeln oder nach Höherem streben darfst.

Im Gegenteil, denn Loslassen ermöglicht es dir meist sogar erst, dass du dich anderen Dingen oder Höherem wahrhaft zuwenden kannst:

 

Loslassen heißt die Angst zu überwinden

Dein Festhalten am Status Quo oder an irgendwelchen anderen Bedingungen ist es meist, das dein Wachstum verhindert.

Weil wir Angst vor der Höhe haben, bleiben wir am Boden.

Loslassen bedeutet diese Angst, bzw. ihren Ursprung, das Ego, loszulassen und so erst wirklich offen und bereit für eine Entwicklung zu sein.

  • “Aber in gewisser Weise bedeutet Loslassen doch, das Schicksal einfach zu akzeptieren und sich ihm auszuliefern?”

 

10) Das Schicksal akzeptieren und sich willenlos ausliefern

Loslassen bedeutet nicht, dass du dich dem Schicksal, dem Lauf der Dinge oder dem großen Manitu ergibst.

Es bereitet uns ein Gefühl von Hilflosigkeit und ausgeliefert sein, wenn wir in dieser Weise empfinden. Das ist nicht loslassen, das ist Kapitulation.

Wahrhaft loszulassen bedeutet nichts von all dem.

 

Loslassen heißt vertrauen

Es bedeutet, dem Schicksal zu vertrauen, sich dem Lauf der Dinge hinzugeben und zu erkennen, dass alles seinen Gang geht und in bester Ordnung ist.
  • “Aber lähmt mich das Loslassen damit nicht, wenn ich einfach nur auf den Lauf der Dinge vertraue?”

 

11) Gelähmt sein oder nicht Handeln

Eines der größten Vorurteile gegen das Loslassen ist, dass es mit Passivität gleichgesetzt wird.

Viele von uns denken, dass es bedeutet, nicht mehr einzugreifen und einfach tatenlos zuzusehen, wie die Dinge ihren Lauf nehmen.

Die chinesische Bezeichnung „Wu Wei“ bzw. „Handeln durch Nicht-Handeln“ legt diese Vermutung ja auch nahe.

Aber auch das ist nicht wahr.

Wahres Loslassen, Wu Wei oder Handeln durch Nicht-Handeln bedeutet nicht, dass du gar nicht mehr handeln sollst:

 

Loslassen heißt intuitiv handeln

Es bedeutet, dass du das Handeln nicht mehr dem Teil in dir überlassen sollst, der für dein Leid und deine Probleme verantwortlich ist: deinem Ego.

Du darfst und sollst in der Welt handeln. Das haben wir ja schon beim schlagenden Ehemann gesehen. Das Zauberwort ist auch hier wieder die Intuition.

Der Verstand, das Ego, verursacht das gelenkte Handeln, Yu Wei oder Festhalten, das zu deinen Problemen führt. Beispielsweise lässt er die geschlagene Ehefrau aus Angst bei ihrem schlagenden Ehemann bleiben.

Die Intuition in uns ist die Quelle des Handelns durch Nicht-Handeln. Die sagt dir sofort, dass du nicht so mit dir umgehen lassen solltest und will, dass du dich wehrst oder fliehst.

Loslassen bedeutet nicht, tatenlos zuzusehen. Es bedeutet zu handeln, aber intuitiv, nicht vom Ego beeinflusst, dass uns manipuliert und sabotiert.

  • “Kann ich das Loslassen dann also bewusst einsetzen und als Joker verwenden, um zu bekommen, was ich will?”

 

12) Berechnend und taktierend Handeln

Loslassen ist kein taktischer Rückzug!

Es bedeutet nicht, dass du den Anschein erweckst, etwas losgelassen zu haben, mit dem Ziel, damit etwas zu bezwecken.

Sobald du etwas bezwecken willst, ist das ein zielgerichtetes Handeln und damit Yu Wei bzw. Festhalten.

Das ist eine geistige Zwickmühle, auf die wir im nächsten Teil des Buches sehr genau eingehen werden.

Du kannst das Loslassen nicht als Mittel zum Festhalten benutzen!

 

Nochmal: Loslassen heißt intuitiv sein

Loslassen bedeutet wirklich ohne Hintergedanken zu handeln. Spontan, quasi aus dem Bauch heraus. Deinem Herzen folgend.

Dies ist eine der größten Hürden auf dem Weg zum wahren Loslassen, denn wir alle haben ja ein Ziel im Sinn. Wir wollen das Loslassen lernen, um damit unser Ziel zu erreichen, ein Problem zu lösen oder uns vom Leid zu befreien. Damit stehen wir uns selbst im Weg. Also kann es am Ende gar nicht funktionieren, das Loslassen anzuwenden, oder?

Doch, und wir werden uns in Kürze ganz genau anschauen, wie wir diese Zwickmühle überwinden können.

Dazu musst du aber verstehen, dass das Loslassen sich nicht austricksen lässt.

Loslassen ist wie eine dieser Waffen aus Fantasy-Geschichten:

In der Hand eines Helden mit reinem Herzen und guter Absicht, erlegt sie jeden noch so mächtigen Feind. Doch wenn sie zu einem niederen Zweck missbraucht werden soll, wird sie nutzloser als ein Zahnstocher.
  • “Aber gebe ich damit nicht die Kontrolle ab und verliere jeglichen Halt, wenn ich keinen Zweck mehr verfolge?”

 

13) Die Kontrolle abgeben und den Halt verlieren

Loslassen bedeutet nicht, dass du völlig rückhaltlos umher geworfen wirst und gar nichts mehr hast, an dem du dich festhalten darfst.

Nein:

 

Loslassen heißt sich hingeben

Es bedeutet, dass du aufhörst, Halt zu suchen in Dingen, die ihn dir sowieso nicht wirklich bieten können und ihn dort findest, wo er wirklich existiert. Im Vertrauen.

Im Vertrauen auf dich selbst, auf das Leben und den Lauf der Dinge.

Auch darauf werden wir später ebenfalls genauer eingehen.

  • “Aber löse ich mich damit nicht völlig von allem und jedem ab und bin vollkommen auf mich allein gestellt?”

 

14) Völlige Loslösung von allem und jedem

Loslassen bedeutet nicht, dass du dich völlig von allem und jedem löst, keine Emotionen mehr verspürst und leer wie ein Geist durchs Leben schwebst.

Loslassen bedeutet Lockerheit.

Wenn die Dinge “locker sitzen”, haben sie den größten Wert für uns:

  • Das Rad auf einer Achse dreht sich am besten, wenn es nicht zu fest sitzt, aber es bleibt auf der Achse, wenn es nicht zu lose sitzt.
  • Unsere Schuhe drücken nicht und sind am bequemsten, wenn sie nicht zu eng sind. Aber sie bleiben nur am Fuß und erfüllen ihren Zweck, wenn sie nicht zu groß sind.
  • Ein Gürtel schnürt nicht ein und fühlt sich bequem an, wenn er nicht zu eng gezogen ist. Aber er erfüllt nur seinen Zweck und hält die Hose auf der Hüfte, wenn er nicht zu lose ist.

 

Loslassen heißt locker sein

Wenn etwas zu “fest” ist, erzeugt es immer Probleme, Leid und Schmerz.

Wenn etwas zu lose ist, erfüllt es gar keinen Zweck mehr.

Loslassen ist die Mitte, die Lockerheit, die Wohlfühlzone dazwischen.

Erinnerst du dich an die Begriffe “ernst” und “egal”, die bisher schon mehrfach gefallen sind?

  • Etwas zu ernst zu nehmen, ist den Gürtel zu eng zu schnallen.
  • Wenn einem etwas egal wird, hat man den Gürtel zu weit eingestellt.

Loslassen ist weder das eine, noch das andere. Deshalb nennen Buddhisten es auch gerne den mittleren Weg.

  • “Aber ist das nicht sehr anstrengend und mühselig, immer diese Balance zu wahren und etwas loszulassen, das mir am Herzen liegt?”

 

15) Anstrengend oder unnatürlich

Die allgemeine Auffassung ist, dass Loslassen sehr schwer und mühselig ist.

Carmen, eine Leserin meines Blogs, stellte mir dazu folgende Frage:

“Ist es nicht seltsam, dass Loslassen viel anstrengender ist als Festhalten? Zum Beispiel kostet es mehr Kraft, eine Flache festzuhalten, als sie loszulassen.”

Nein.

Es ist nicht seltsam, weil es in Wahrheit gar nicht so ist.

Wir haben nur diesen Eindruck, dass das Loslassen etwas schweres und anstrengendes sei, weil wir es immer bewusst “praktizieren” oder “tun” wollen.

Genau das ist aber nicht wirkliches Loslassen, sondern wieder Festhalten bzw. “willentliches Herbeiführen”, weil man versucht loszulassen, um etwas zu bezwecken.

Das ist wie die Flasche mit Absicht loszulassen, damit sie kaputt geht und du eine neue bekommst. Es kostet mehr Überwindung, als sie einfach festzuhalten, weil du innerlich immer noch an ihr festhältst.

Es entsteht ein innerer Konflikt.

Du tust etwas, das mit deiner inneren Einstellung nicht zusammenpasst und deshalb ist es so anstrengend.

Genau das ist der Grund dafür, warum wir oft Menschen nicht loslassen können, die wir lieben und wir der Meinung sind:

„Ich kann ihn nicht loslassen! Es geht einfach nicht!“

Dahinter steckt wieder eine gedankliche Zwickmühle, auf die wir wie schon mehrfach erwähnt, im nächsten Teil des Buches eingehen und auch eine Lösung finden werden.

 

Wahres Loslassen ist immer Selbstzweck

Es bedeutet, etwas oder jemanden in der Form loszulassen, dass du nicht mehr abhängig von ihm bist. Innerlich.

​​Es spielt keine Rolle, ob die Flasche dann äußerlich zu Boden fällt und zerbricht oder in einer Vitrine steht und 100 Jahre lang aufbewahrt wird, weil du sie innerlich losgelassen hast.

Und dennoch klingt es sehr anstrengend, dieses innerliche Loslassen, oder?

Ja, weil du es bewusst tun willst.

 

Wahres Loslassen ist leicht

Etwas bewusst zu tun, das der Verstand nicht versteht, kostet uns alleine schon in der Vorstellung extrem viel Energie.

Es ist, als würdest du versuchen sämtliche innere Prozesse deines Körpers bewusst auszuführen: Atmung, Verdauung, Durchblutung, Herzschlag, das Wachsen deiner Haare und Fingernägel, etc. und das alles gleichzeitig.

Klingt extrem anstrengend, oder?

Und dennoch tust du es. In dieser Sekunde. Fühlt es sich anstrengend an?

Nein. Weil du es nicht auf der bewussten Ebene tun musst, sondern es auf der des Überbewusstseins geschehen lässt.

So ist es auch mit dem Loslassen. Du musst es nur geschehen lassen. Es liegt in unserer Natur.

 

Der Weg des Wassers: Warum Loslassen in unserer Natur liegt

“Das Wasser strengt sich nicht an, um flüssig zu sein; es ist seine Eigenschaft. So kann die Tugend des vollkommenen Menschen, ohne dass er sich ihrer befleißigt, durch nichts aus ihrer Bahn gelenkt werden. Der Himmel ist hoch, die Erde fest, Sonne und Mond sind hell. Befleißigen sie sich dieser Eigenschaften?“

(Chuang-tzu 21, tr. H. A. Giles, S. 268.)

Loslassen ist unser natürlicher Zustand.​​

So wie es die natürliche Eigenschaft des Wassers ist, zu fließen, so ist es unsere natürliche Anlage, loszulassen.

Deshalb müssen wir es nicht herbeiführen, sondern nur zulassen.

Wir haben es nur verlernt!

Von Kindesbeinen an lernen wir nämlich das komplette Gegenteil: Dinge aktiv herbeizuführen, sie bewusst zu kontrollieren und damit festzuhalten.

Es geht also paradoxerweise beim Loslassen eher darum, das Festhalten zu beenden, als das Loslassen aktiv herbeizuführen.

Das Loslassen an sich kommt quasi von selbst und mühelos.

Der Weg dorthin mag beschwerlich sein, weil wir immer wieder festhalten wollen, aber das Loslassen an sich ist überhaupt nicht anstrengend, sondern sogar befreiend.

  • Wenn du etwas wirklich loslässt, fühlt es sich leicht und befreiend an, wie wenn du einen schweren Rucksack ausziehst und zurücklässt, in dem sowieso nur unnötiger Plunder war.
  • Wenn du nur vorgibst loszulassen und in Wirklichkeit immer noch an etwas festhältst, fühlt es sich sehr schwer und anstrengend an, wie wenn du dein Baby irgendwo zurücklassen sollst.

(Danke an Tim von MyMonk für diese Metapher)

Es ist anstrengend und vergeblich, „wie Wellen mit einem Bügeleisen glätten zu wollen“, wie der berühmte Philosoph Alan Watts einmal sagte.

 

Was Loslassen wirklich bedeutet

Ok, wir haben jetzt anhand einiger Beispiele herausgefunden, was Loslassen alles nicht ist. Aber was bedeutet Loslassen denn nun wirklich? Kurz und knapp und auf den Punkt?

Wenn wir all die obigen Eigenschaften des Loslassens zusammen nehmen, können wir es sehr gut mit einem anderen Begriff gleichsetzten, den wir sehr gut kennen und verstehen.

Welcher das ist und wie er uns das Verständnis und damit auch das Loslassen selbst erleichtert, schauen wir uns im nächsten Beitrag an:

Was bedeutet Loslassen wirklich? (Und wie gelingt es?)

 

Fazit

Der Grund, warum wir nicht loslassen können ist, dass wir damit viele negative Dinge verbinden.

Dies sind aber meist Missverständnisse, die aus einem falschen Verständnis des Wortes resultieren:

Loslassen bedeutet nicht …

  • Verbannen
  • Probleme zu ignorieren
  • Hinnehmen und Opfer sein
  • sich schlecht zu fühlen
  • eine Egal-Einstellung zu entwickeln
  • aufzugeben oder als Verlierer dazustehen
  • Nachgeben
  • ziel- und planlos leben
  • stehenzubleiben und sich nicht mehr entwickeln
  • das Schicksal zu akzeptieren
  • gelähmt sein
  • berechnend und taktierend zu handeln und es als Mittel zum Festhalten zu benutzen
  • die Kontrolle abzugeben und den Halt zu verlieren
  • sich völlig von allem und jedem zu lösen
  • angestrengt einen Zustand herbeiführen zu wollen, der deiner inneren Einstellung komplett entgegen deine innere zu deiner wahren Natur zu steht

Es bedeutet sogar das Gegenteil all dieser Dinge!

P.S.: Wie hat dir dieses weitere Probekapitel aus meinem Buch über das Loslassen gefallen? … Bin ich auf der richtigen Spur oder komplett auf dem Holzweg? Hinterlasse doch bitte einen Kommentar!

Hat dir dieser Artikel gefallen?
„Ich kann nicht loslassen!“ (die Ursache und die Lösung)
4.9/5 (17 ratings)

Norman Brenner
Über Norman Brenner
Nachdem ich zwei Studiengänge als Jahrgangsbester und trotz Stipendium abgebrochen habe, habe ich erkannt, worauf es wirklich im Leben ankommt. Seither helfe ich auch anderen Menschen ein Leben zu führen, das Sinn macht und sich gut anfühlt. Mehr.

Das könnte dir auch gefallen

26 Kommentare - Schreibe den nächsten!

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.

  1. Mara

    18. November 2018

    Hallo Norman. Ich bin gerade dabei nach einer Trennung loszulassen. Hatte die Situation schon öfters, aber diesmal ist es irgendwie anders, ich würde sagen fast schon leichter. Ich glaube weil ich mittlerweile mitunter auch Vertrauen ins Leben habe bzw. den Unterschied kenne, es zu haben oder nicht. Nur eines möchte ich gerne verstehen. Komme jedes Mal an einen Punkt, wo ich im Loslass- Prozess wieder „kippe“. Und zwar ist es so, dass ich sehr feine Antennen habe und den anderen mit einem gewissen Abstand aus der Ferne immer gut wahrnehmen kann. Fühle wie es ihm geht, wie er mir gesinnt ist, ob er an mich denkt, an mir klebt etc. Lasse ich jedoch nach einer Trennung los verschwindet der andere vom „Bildschirm“. Er ist einfach „energetisch“ nicht mehr wahrnehmbar. Und dann bekomme ich Panik. Ich würde aber sagen, dass ich sonst auch im losgelassenen Zustand diese Wahrnehmungen habe. Was passiert da? Verschwindet die Person „aus dem Feld“ weil sich alles neu strukturiert und danach wieder in anderer Form auftaucht? Oder bleibt die Person für immer „verschwunden“? Ich bitte dich um eine Antwort, da ich über diesen Punkt nie hinaus gekommen bin und ich es diesmal schaffen will. Ich danke dir von Herzen! Mara

    (0) War das hilfreich?
    Antworten
    • Norman Brenner Norman Brenner

      20. November 2018

      Hey Mara,

      danke für deinen bereichernden Bericht =)

      Da kann ich dir nur zustimmen, wenn man so ein Vertrauen in das Leben hat fällt vieles leichter und vor allem das Loslassen.

      Was du da beschreibst klingt für mich recht einleuchtend:

      Es gibt ja viele Menschen, die Probleme damit haben, loszulassen. Das liegt im allgemeinen darin, dass sie ihren Fokus immer noch auf den Partner richten. Auch der Gedanke „Ich will nicht mehr an ihn denken“ ist ein Gedanke an ihn und damit nicht Loslassen, sondern festhalten. Das heißt, sie halten die Verbindung aufrecht.

      Wenn man nun aber wirklich loslässt, nimmt man den Fokus weg von diesem Menschen. Das ist nichts Schlimmes, sondern einfach etwas Nötiges, denn sonst kann man nicht loslassen. In den meisten Fällen geht dieses „Wegnehmen“ des Fokuses damit einher, dass man ihn auf etwas oder jemand anderen legt (im besten Falle empfehle ich hier immer „auf sich selbst“), denn wie schon gesagt, geht das einfach „Abschalten“ nicht. Ich denke, so kommt es zustande, dass du diese Verbindung nicht mehr spürst bzw. nicht mehr so viel empfängst, weil deine Antennen einfach zwangsläufig neu justiert werden. Du hast diese Wahrnehmung bestimmt noch, aber sie nimmt dann einfach andere Dinge wahr und nicht mehr ihn.

      Ich kann mir schon vorstellen, dass das wieder kommt, wenn du wirklich abgeschlossen hast und du dich wieder in anderer Weise auf diesem Menschen fokussieren kannst. Denke aber eher, dass auch das dann von selbst passieren wird und dass man hier nichts forcieren sollte, gerade, wenn man noch im Loslassprozess steckt.

      Ich hoffe, meine Gedanken dazu helfen dir etwas. Ist natürlich wie immer nur meine persönliche Meinung =)

      Liebe Grüße

      Norman

      (1) War das hilfreich?
      Antworten
  2. Nattie

    27. Mai 2018

    Hallöchen!
    Wie schon beim letzten Mal… fiel mir auch heute dieser Artikel zur richtigen Zeit vor die Füße.
    Beim letzten Mal war es „warum man nicht um die Liebe kämpfen sollte“. Das hatte ich ja schon aufgegeben. Nun stellte sich heraus, dass „ich brauche Ruhe und Zeit für mich“ bedeutete, ich brauche Zeit für meine Zweitfreundin. Über Monate wurde ich betrogen. Aber nicht nur ich, sondern auch sie… die von mir nichts wusste. Nun steht er da und sollte den anderen Artikel lesen, denn er kämpft verzweifelt um sie und nicht um mich.

    Also ist mein Thema das Loslassen… Ich möchte mich nicht mehr nur mit diesem Thema beschäftigen. Der monatelange Betrug, die Lügen, der Pfingsturlaub, der trotz der „Liebe“ zu ihr und unserer Trennung noch mit allem drum und dran (also Sex) erfolgte.

    Vor Wochen habe ich schon angefangen, mich mit Eckhart Tolle zu beschäftigen. Ohne ihn wäre ich wohl in der „Klappse“ gelandet.

    Das Loslassen, also das Annehmen und gelegentliche Hingeben an den Schmerz gelingt schon ganz gut, aber eben noch nicht immer.
    Daher war dieser Artikel mal wieder ein Geschenk.

    Vielen Dank dafür.

    (0) War das hilfreich?
    Antworten
    • Norman Brenner Norman Brenner

      29. Mai 2018

      Hey Nattie,

      schön, wieder von dir zu lesen =)

      Krass, wie das Leben einem manchmal so direkt die Quittung gibt. Aber du hast natürlich recht: Dich damit zu beschäftigen bringt dich kein Stück weiter, sondern verursacht nur noch mehr Leid. Deshalb ja, loslassen =)

      Freut mich, dass mein Artikel dir dabei eine Hilfe ist!

      Gab es einen Punkt, der dir ganz besonders geholfen hat?

      LG Norman

      (0) War das hilfreich?
      Antworten
  3. TeteGina

    28. Mai 2018

    Hallo Norman, ich fand deinen Artikel sehr gut aber einige Aspekte kann ich nicht so gut nachvollziehen. Loslassen bedeutet für mich zu akzepztieren, das was ist. Ich setze mich mit meinen Gefühlen und Gedanken auseinander. Ich lasse sie zu und schaue was passiert. Ich versuche nichts zu unterdrücken. Ob ich sie dann wirklich loslassen kann, weiß ich nicht. Es könnte sein, dass mich bei nächster Gelegenheit die gleichen Gedanken auf mich „einstürzen“. Also der Punkt, den ich in deinem Artikel nicht gut finde, ist dieses „Teilen“ von Ich, Ego und wahrem Selbst. Das „Ich“ macht das… , das „Ego“ macht das …und das „wahre Selbst“ handelt intuitiv. Ich bin der Ansicht, dass wir das Ego nicht unbedingt überwinden sollten sondern auch das Ego als Teil von uns selbst akzeptieren sollten. Es ist ja nun mal da. Auch wenn die Buddhisten sagen es ist ein erdachtes „Ich“. Das mag ja alles sein und ich bin wahrscheinlich nicht erleuchtet genug, um das zu verstehen aber ich finde es gesünder mein Wesen so wie es ist zu akzeptieren, mit allen negativen und positiven Seiten. Ich kämpfe nicht gegen negative Eigenschaten, ich nehme sie an als Teile meiner Natur. Durch die Enge sehe ich die Weite, durch das Ego erkenne ich das wahre Selbst (meine Intuition). Das Erkennen der Gegensätze ist für mich der wesentlichste Aspekt von Entwicklung.
    Liebe Grüße Tete

    (0) War das hilfreich?
    Antworten
    • Norman Brenner Norman Brenner

      29. Mai 2018

      Hey Tete,

      schön, dass du wieder da bist =)

      Danke für dein ehrliches Feedback!

      Ja, das ist in der Tat ein schwieriger Punkt. Vor allem, weil man das ganze nicht in einem kurzen Kommentar oder Artikel richtig erklären kann. Ich hoffe, das wird im Kontext mit dem gesamten Buch etwas klarer.

      Im Kern hast du aber das Ego genau dann überwunden, wenn du es einfach zu- und sein lassen kannst =) Das ist paradox, ich weiß… Das Ego bzw. der Verstand ist es ja, der immer Dinge herbeiführen oder vermeiden will. Deshalb ist es eigentlich auch nicht möglich, sich bewusst vom Ego befreien zu wollen, denn der Wunsch, sich vom Ego zu befreien kommt ja wieder vom Ego. Es ist eine geistige Zwickmühle, die teilweise ganz bewusst herbeigeführt wird, zum Beispiel bei meditierenden Mönchen. Sie sollen in der Meditation versuchen das Ego zu überwinden, damit sie erkennen, dass es nicht möglich ist und in dem Moment wo sie es erkennen, haben sie es überwunden, weil sie nicht mehr abhängig davon sind.

      Buch habe ich jedenfalls mehrere Kapitel über das Ego und seine Überwindung geschrieben. Aber wie gesagt, es ist sehr paradox, weil wir ja auch mit dem Verstand / Ego denken und diese Aussagen wahrnehmen.

      ich bin auch nicht erleuchtet, aber es klingt für mich jedenfalls sehr einleuchtend, was du beschreibst ;-)

      LG Norman

      (0) War das hilfreich?
      Antworten
      • TeteGina

        29. Mai 2018

        Buon giorno Norman,

        und jetzt hast du auch für die „Nicht-Erleuchtenden“ unter uns :-), dieses „Paradox“ sehr gut beschrieben…Danke und ich wünsche Dir einen genialen Tag Tete….
        Ich glaube es ist verdammt schwer Spiritualität in Worte zu fassen; diese Kraft/Zen/Tao (whatever) kennt keine Grenzen aber die Sprache schon. Aber DU bist für mich jemand, der das „richtige“ Werkzeug hat…das mal ganz sicher! Jetzt fällt mir noch was ein: deine Beiträge lesen sich sanft, klar und kraftvoll. Vorallem willst du niemanden missionieren.

        (0) War das hilfreich?
        Antworten
        • Norman Brenner Norman Brenner

          29. Mai 2018

          Danke! Freut mich, dass es einigermaßen verständlich war =)

          Hast du sehr schön beschrieben und ja, genau das ist so schwer daran. Mir macht es aber auch gerade deshalb solche Freude, zu versuchen, „das unbeschreibliche“ zu beschreiben. Es ist wie für manche der Golfsport: Es ist eigentlich unmöglich, dieses Spiel perfekt zu beherrschen, aber genau das lässt sie am Ball bleiben =)

          Danke für deine lieben Worte zu meinem Schreibstil =) Da pfeile ich auch immer wieder dran ^^ Wie findest du die Länge der Beiträge? Ich habe oft selbst das Gefühl, es zu übertreiben, aber ich finde einfach immer so viele wichtige Punkte, die ich noch zu einem Thema sagen will und die mir oft in vergleichbaren Beiträgen zu dem Thema fehlen. Ich weiß aber auch, dass es sehr erschlagend wirken kann.

          LG Norman

          (0) War das hilfreich?
          Antworten
          • TeteGina

            29. Mai 2018

            Da mich der Inhalt deiner Beiträge „packt“, kommen sie mir nicht zu lange vor. Mein Freund dagegen findet sie etwas zu lang. Vielleicht findest du noch einen „Mittelweg“. Oder Du schreibst deine Blog-Beiträge etwas kürzer- aber dafür mehr Ebooks oder Bücher :-) …Dein Schreibstil ist unprätentiös (im positiven Sinne). Was ich besonders mag ist, das du überhaupt nicht abgehoben und aufdringlich schreibst. Ich glaube dein Ego wird sich jetzt über meine Worte freuen. Ist auch meine Absicht ;-)

            (0) War das hilfreich?
            Antworten
            • Norman Brenner Norman Brenner

              5. Juni 2018

              Hey Tete,

              danke für die ehrliche Antwort =)

              Das ist eine gute Idee, da ich sowieso schon mehr als eine Hand voll Ideen für neue Bücher habe =D

              Auf der anderen Seite schreibe ich diese Beiträge aber auch hauptsächlich für Menschen wie dich und mich, die an den Themen wirklich interessiert sind. Aber du hast recht… es erschwert auch den Zugang für andere, die von den Inhalten profitieren könnten.

              Ich werde mir das auf jeden Fall nochmal durch den Kopf gehen lassen.

              Und danke für die Ego-Streicheleinheiten =D In der Tat freut es sich da, aber das kann man ihm ja auch mal gönnen =)

              Liebe Grüße

              Norman

              (0) War das hilfreich?
              Antworten
  4. Helga Clasen

    1. Juni 2018

    Leider ist mir das zu viel bla bla….viel zu viel Text. Der (aus meiner Sicht sehr interessnte) Inhalt ließe sich mit der Hälfte der Worte auf den Punkt bringen.
    LG
    Helga Clasen

    (0) War das hilfreich?
    Antworten
    • Norman Brenner Norman Brenner

      5. Juni 2018

      Hey Helga,

      vielen Dank für dein ehrliches und wertvolles Feedback =)

      Hast du einen Anhaltspunkt für mich, wo der zusätzliche und unnötige Text sich rausstreichen ließe? Schmücke ich zu viel aus? Zu viele Beispiele? Oder wäre die Liste vielleicht schon mit 7 statt 15 Punkten komplett?

      Deine Antwort würde mir sehr helfen, meine künftigen Texte attraktiver zu gestalten.

      Liebe Grüße

      Norman

      (0) War das hilfreich?
      Antworten
  5. louanne

    5. Juni 2018

    lieber norman,
    ich finde deine artikel alles in allem wirklich sehr hilfreich, aber ich habe ein großes problem mit dem „handling“. es sind so viele artikel und manchmal verhedddere ich mich regelrecht, weil es in jedem artikel dann auch wieder noch diverse links gibt und ich irgendwann gar nicht mehr weiss, wo ich was gelesen habe.
    so habe ich z.b. nach einem artikel einen kommentar geschrieben, und wollte jetzt mal nachsehen, ob der schon beantwortet wurde, aber ich finde ihn nicht mehr. :D
    dass ich nichts verpassen möchte, ist ja zum einen eine schöne bestätigung für dich, und zum anderen liegt es auch sicher daran, dass ich nicht loslassen kann ;-)))
    aber trotzdem ist es irgendwie blöd!
    ich frage mich, ob es eine methode gibt, durch das „gewirr“ besser durchzusteigen, die mir als nicht allzu großer computer-freund vielleicht einfach nicht bekannt ist…
    und auch auf das risiko hin, langsam damit zu nerven:
    über ein richtiges buch zum anfassen und seiten umblättern und randnotizen machen würde ich mich wirklich sehr freuen, und auch gerne mehr dafür bezahlen!
    so, und jetzt schreibe ich mir die überschrift auf, unter der ich diesen kommentar hinterlassen habe.
    handschriftlich.
    die auf immer und ewig mit der technik auf kriegsfuss stehende
    „oldschool“ louanne :)

    (0) War das hilfreich?
    Antworten
    • Norman Brenner Norman Brenner

      12. Juni 2018

      Hey louanne,

      ich freue mich sehr über deine rege Beteiligung hier und deine Fragen bieten sicherlich auch anderen Lesern Mehrwert, die vielleicht dasselbe Problem haben =)

      Ich weiß, dass es inzwischen ziemlich viele Artikel gibt und man sich da leicht „verirren“ kann. Auf der einen Seite helfen die Verlinkungen, dass man schnell auf die Infos zugreifen kann, die einen Interessieren. Auf der anderen Seite wird es natürlich etwas verworren. Aber zum Glück gibt es noch eine andere Methode, eine Übersicht über die Blogartikel zu gewinnen: Die Blog-Seite.

      Oben im Hauptmenü unter „Blog“ zu finden oder mit diesem Link:

      https://www.vernuenftig-leben.de/blog/

      Diese Seite ist eine Art Archiv, in dem alle vorhanden Blogartikel chronologisch aufgelistet werden (neueste zuerst). Hier kannst du dich durch klicken und dir einen Überblick verschaffen. Die Links innerhalb der Artikel verlinken immer nur untereinander, das heißt, die kannst du ignorieren, wenn du einfach über die Blogseite navigierst und die für dich interessanten Beiträge raussuchst.

      Außerdem gibt es auf der Blogseite über der Beitragsliste rechts eine hilfreiche Suchfunktion, wo du Stichwörter eingeben kannst und die dann alle relevanten Beiträge dazu auflistet.

      Links über den Beiträgen gibt es noch eine thematische Auswahl, wo du mit einem Klick alle Beiträge eines der Hauptthemenfelder von vernuenftig-leben.de anzeigen lassen kannst.

      Den Link zu dem anderen Kommentar hatte ich dir ja bereits geschickt und mit dem Buch nervst du keineswegs! Ich merke ja daran, wie wichtig dir das ist und kann damit was anfangen =) Ich lasse es dich auf jeden Fall wissen, sobald es Neuigkeiten zur Druckversion gibt =)

      Liebe Grüße

      Norman

      (0) War das hilfreich?
      Antworten
      • louanne

        13. Juni 2018

        =) die blogseite habe ich tatsächlich bis jetzt immer aussen vor gelassen bzw nur hin und wieder mal gestriffen (heisst es tatsächlich „gestriffen“? :D )
        und bin statt dessen umständlich durch’s „gestrüpp“gestapft.
        daher lieben dank für diesen hinweis!
        alles liebe
        louanne

        (0) War das hilfreich?
        Antworten
        • Norman Brenner Norman Brenner

          15. Juni 2018

          Hey louanne,

          danke für die Rückmeldung =)

          Freut mich, dass dir das hilft! Und danke, dass du den Hinweis hier auch in dem anderen Kommentar verlinkt hast. So hilft er bestimmt auch einigen anderen =)

          Liebe Grüße und hab ein wundervolles Wochenende!

          Norman

          (0) War das hilfreich?
          Antworten
  6. Erbsenzählerin

    21. Juni 2018

    Neulich las ich auf einer Karte den Spruch: „Wer loslässt hat die Hände frei“ und meine innere Stimme ergänzte „… und fällt ungebremst aufs Maul“.
    Das hat mich eine ganze Weile nicht losgelassen und war auch beim Lesen des Artikels wieder sofort präsent.
    Zwischenzeitlich habe ich länger darüber nachgedacht und bin zu dem Schluss gekommen, dass es wichtig ist sich darüber klar zu werden ob das was ich loslassen will/sollte das einzige ist was mir Halt gibt. Oder auch nur die Illusion von Halt (weil auch eine Illusion kann einen Menschen tragen. Das ist wie in den Comics in denen jemand über eine Klippe wandert und so lange in der Luft weiterläuft bis ihm die Situation bewusst wird und er dann plötzlich zu Boden saust). In diesem Fall ist es wichtig sich vor dem Loslassen – wie ein Kletterer – darüber klar zu werden wo man wieder Halt findet. Dann ist auch das Loslassen leicht. Viele Grüße Elke

    (0) War das hilfreich?
    Antworten
    • Norman Brenner Norman Brenner

      3. Juli 2018

      Hey Erbsenzählerin,

      danke für deine Gedanken zum Beitrag =)

      Ich sehe es eher andersherum: Wer loslässt, hat die Hände frei, um sich abzufangen, wenn er fällt. Wer etwas festhält nicht. Und wer möchte sich schon immer an anderen festhalten müssen, damit er nicht fällt?

      Aber ja, im Endeffekt ist es wichtig, für sich selbst zu erkennen, ob und wo man wahren Halt finden kann. In sich selbst oder im Vertrauen in das Leben / Gott / das Universum zum Beispiel. Das sind für mich wahre Haltgeber. Wer aber wahren Halt im Partner, seinem Vermögen oder Besitz sucht, greift meiner Meinung nach ins Leere, weil er sich damit abhängig macht.

      LG Norman

      (0) War das hilfreich?
      Antworten
      • Erbsenzählerin

        6. Juli 2018

        Hey Norman,
        wie ich schon erwartet habe, hängst Du in deiner Vorstellung vor dem Loslassen so maximal 1m über dem Erdboden und nicht im 7. Stock an einer Regenrinne.
        Dann würdest Du das mit dem Abfangen wohl etwas anders bewerten – oder zumindest würde sich dein Bauchgefühl melden und dich fragen, ob du das mit dem Abfangen ernst meinst.
        Was ich damit sagen will ist eigentlich, dass auch das Loslassen können mit der unserer Einschätzung der Situation viel zu tun hat. Wir sollten auch hinhören und versuchen zu ergründen warum wir etwas nicht loslassen können. Dann kommen wir auch evtl. darauf was wir verändern können um doch leichter loszulassen. Wenn ich befürchte, dass das was ich loslasse zerbricht (wie die Vase) könnte ich diese vor dem Loslassen auf einem Tisch absetzen. Ich könnte auch etwas an dem ich festhalte
        an jemand anderen weitergeben wenn mir die Kraft zum weiteren Festhalten fehlt. Also wie so oft im Leben das
        gute alte „Was passiert dann Spiel“ aus der Sesamstraße.
        In diesem Zusammenhang noch eine Frage:
        Woran denkst Du wenn Du von einem Kannibalen zum Essen eingeladen wirst?
        a) Ich sage ab, denn ich will kein Menschenfleisch essen
        b) Ich lande bestimmt selbst auf dem Grill.
        c) Ich lerne einen außergewöhnlichen Menschen kennen der
        mich rücksichtsvollerweise in ein vegetarisches Restaurant ausführt.
        Viele Grüße Elke

        (0) War das hilfreich?
        Antworten
        • Norman Brenner Norman Brenner

          10. Juli 2018

          Hey Elke,

          danke für deine Antwort und dein Engagement zu diesem Thema =)

          Hast du meine Sonderseite zum Loslassen lernen schon besucht? Dort greife ich dieses Thema von „Am Abgrund hängen“ in ähnlicher Weise auf:

          Es ist nicht so, lass Loslassen die völlige Loslösung von etwas bedeutet. Das beschreibe ich ja sogar hier im Text. Es ist eher so, dass du Halt in etwas anderem findest und dann ruhigen Gewissens loslassen kannst.

          Es geht nicht darum, sich fallen zu lassen, sondern die Situation zu entschärfen.

          Beim Nachfragen und Hinhören, warum wir nicht loslassen können oder wollen stimme ich dir zu. Das ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg, um loslassen zu können. In meinem Buch widme ich dieser Frage mehrere Kapitel. Interessanterweise läuft es je tiefer man geht am Ende immer auf ein und denselben Ursprung hinaus. Aber das würde an dieser Stelle zu weit führen.

          Mein erster Gedanke wäre wohl, warum er sich mir als Kannibale vorstellt und dass er wohl der Ansicht wäre, diese Eigenschaft mache ihn als Menschen aus.

          LG Norman

          (0) War das hilfreich?
          Antworten
          • Erbsenzählerin

            13. Juli 2018

            Hey Norman,
            danke für Deine individuellen Antworten. Das ist Zeichen Deiner Wertschätzung für deine Leser und Kommentatoren.
            Ich habe in den letzten Tagen die anderen Texte zum Thema Loslassen gelesen. Man sagt ja, dass das was man zu einer Sache denkt mehr mit einem selbst als mit der Sache zu tun hat. In diesem Fall wurde ich in diesem Text wohl durch das Bild und das darunterstehende Zitat getriggert. Mein Thema ist aber nicht so sehr die Angst vor dem freien Fall sondern die Angst vor dem „Aufklatschen“. (Und nein,
            ich kann mich nicht abfangen ;)). Woher weißt Du übrigens, dass er sich als Kannibale vorgestellt hat? Diese Information hatte ich nämlich aus anderer Quelle, er hat sich mir nur mit Vornamen vorgestellt. Aus Deiner Reaktion sowie aus der Art wie Du dich Deinen Lesern vorstellst schließe ich, dass Du der Ansicht bist, dass es Dich als Menschen ausmacht Deinen Weg zu gehen und nötigenfalls zu korrigieren wenn der eingeschlagene Weg dir nicht entspricht. Ich glaube, darum lese ich Deine Texte so gerne.
            Viele Grüße
            Elke

            (0) War das hilfreich?
            Antworten
            • Norman Brenner Norman Brenner

              17. Juli 2018

              Hey Elke,

              schön, wieder von dir zu lesen!

              Ja, ich gebe mir Mühe, kann aber manchmal leider etwas dauern, bis ich antworte =)

              Ich weiß, was du meinst. Passiert mir auch manchmal, dass ich mit so einer vorgefärbten Brille etwas betrachte. Freut mich jedenfalls, dass du dir die Mühe gemacht hast, die anderen Beiträge zu lesen und tiefer in das Thema einzutauchen! Das schätze ich sehr.

              Das nahm ich an, denn die Frage lautete ja „…wenn Du von einem Kannibalen zum Essen eingeladen wirst?“. Dann muss ja vor der Einladung klar sein, dass er Kannibale ist. Ich denke, darum geht es ja bei der Frage.

              Ja, jeder hat Konzepte von sich selbst. Es freut mich, dass meine dich ansprechen. Aber auch diese sollte man loslassen können, sonst kann man ganz leicht in die Falle tappen, sich nur noch mit dieser Rolle (z.B. als Mutter, Chef, Blogger oder Kannibale ;-) ) zu identifizieren. In Wahrheit sind wir aber alle facettenreich wie eine Discokugel:

              https://www.vernuenftig-leben.de/ego-und-selbst/

              LG und eine sonnige Woche, dir!

              Norman

              (0) War das hilfreich?
              Antworten
  7. Astrid

    27. Juni 2018

    Lieber Norman

    Danke für den guten Artikel hier. Besonders die Metapher “ Wasser strengt sich nicht an, flüssig zu sein“ gefällt mir gut, und ich werde mich (hoffentlich bald) an den (flüssigen) Strom des Loslassens andocken.

    Aus unserem Emailkontakt habe noch diese Bitte an Dich:

    Bitte sei ehrlich und ändere den Inhalt deines Briefes, in dem Du Menschen einlädst, Dir zu schreiben und dass Du Dich freust, von Deinen Lesern zu lesen, das war überraschend für mich, und ich folgte dieser, dann Deiner Einladung:

    “ Das ist deine Chance, die Inhalte, die du bekommst, mit zu gestalten und Antworten auf deine brennendsten Fragen zu bekommen.

    Klicke auf Antworten in dieser Email. Ich höre zu!

    Ich freue mich darauf, von dir zu lesen =) “

    In der Auto- Antwort schreibst Du dann, dass Du mitlerweile zu viele Emails erhälst und dass es mir persönlich etwas bringen kann, dass ich meine Story einmal schriftlich formuliere,
    und da fühlte ich mich dann iwie belogen…

    Verstehst Du?

    Ich wünsche alles Gute, und wäre eben doch dankbar um eine Rückmeldung

    Herzlich,
    Astrid

    (0) War das hilfreich?
    Antworten
    • Norman Brenner Norman Brenner

      3. Juli 2018

      Hey Astrid,

      danke für dein Feedback zum Artikel und deine offenen Worte zu meinen Emails =)

      Ich schätze es immer sehr, wenn sich jemand nicht einfach im Stillen ärgert, sondern mir mitteilt, wenn ihn was stört. So kann ich etwas daran ändern =)

      Ich habe dir mittlerweile auch eine Email dazu geschrieben, aber leider noch keine Antwort erhalten.

      Jedenfalls tut es mir sehr leid, dass du dich da betrogen gefühlt hast. Aber was ich in der Mail schreibe, das stimmt. Ich lese jede einzelne Mail.

      Und die Mails, die ich bekomme, berücksichtige ich auch tatsächlich bei der Erstellung neuer Beiträge und Newsletter. Auf diese Art kannst du und alle anderen Leser die Inhalte hier gestalten und auch Antworten bekommen.

      Zusätzlich beantworte ich so viele Mails wie möglich direkt. Leider sind das aber mittlerweile so viele, dass ich nicht mehr alle beantworten kann. Und genau deshalb habe ich diese automatische Antwort eingerichtet, damit auch diejenigen, die keine direkte persönliche Antwort von mir erhalten, wissen, dass ihre Mail ankam, einen Einfluss hat und vor allem, um sie wissen zu lassen, dass auch schon alleine das Schreiben dieser Mail ihnen etwas bringen kann.

      Ich würde gerne wissen, was ich hier ändern könnte, um es künftig zu vermeiden, dass Leser ein schlechtes Gefühl bekommen? Woran lag es, dass du dich betrogen gefühlt hast? Hat meine erste Mail mit der Aufforderung falsche Erwartungen geweckt, etwa, dass ich alle Mails beantworten würde? Oder hat die automatische Antwort einen falschen Eindruck hinterlassen, zum Beispiel, dass ich nicht alle Mails lesen würde? Oder war es etwas ganz anderes?

      Ich würde mich sehr über eine Antwort von dir freuen und auch gerne von allen anderen, die das hier lesen und Erfahrungen mit meinen Mails gemacht haben.

      Liebe Grüße

      Norman

      (0) War das hilfreich?
      Antworten
  8. Anne

    25. September 2018

    Schön geschrieben, aber alles völliger Quatsch und schon wiederholt zigmal nur verpackt mit anderen Wörtern im www und diversen Büchern sowie Zeitschriften gelesen. „Loslassen“ wird zum modernen positiven Wort der heutigen Ellenbogengesellschaft, in der jeder nach individualistischer Freiheit strebt, deklariert. Freiheit, Individualität sind natürlich von großer Bedeutung, jedoch in der modernen Welt falsch verstanden. Deshalb fallen auch so viele Menschen, weil loslassen genau mit den oben beschriebenen Eigenschaften bzw. Aussagen verbunden wird. Schönen Gruß an die „Menschlichkeit“

    (0) War das hilfreich?
    Antworten
    • Norman Brenner Norman Brenner

      2. Oktober 2018

      Hey Anne,

      danke für deine ehrlichen Zeilen =)

      Natürlich ist das alles nichts Neues. Ich finde nicht, dass Loslassen etwas mit „Ellenbogengesellschaft“ zu tun hat. Die beiden Begriffe könnten einander nicht ferner sein.

      Wie sollte Freiheit und Individualität denn deiner Meinung nach aufgefasst werden? Und was verstehen die Menschen falsch?

      Ja, sie fallen, weil sie selbst das Loslassen mit diesen Eigenschaften verbinden. Und genau deshalb liegt es mir ja so am Herzen, diese Missverständnisse auszuräumen =)

      LG Norman

      (0) War das hilfreich?
      Antworten
kostenloses eBook - Weisheiten des Flusses

Gefällt dir, was du hier liest?

Dann hol dir einfach mehr davon! Abonniere die Blog-Updates und du erhältst mein Ebook als Dankeschön (über 9088 begeisterte Leser):

Top

Send this to a friend

Hi

ich hab was für Dich gefunden: ""Ich kann nicht loslassen!" (die Ursache und die Lösung)"

Link: https://www.vernuenftig-leben.de/nicht-loslassen-koennen/