Was will ich? (Test)

In 10 min. mehr über gesunde Beziehungen verstehen als 90 % aller Menschen

10 Anzeichen für eine gesunde Beziehung

Podcast: In 10 min. mehr über gesunde Beziehungen verstehen als 90 % aller Menschen

Ist meine Beziehung gesund?

Machen wir ein Quiz:

Welche Aussage klingt mehr nach einer gesunden Beziehung?

  1. „Ich würde einfach alles für dich tun.“
  2. „Tut mir leid, damit musst du alleine klarkommen.“

Paradoxerweise denken die meisten Menschen, dass die erste Aussage zu einer glücklichen Beziehung gehört. Doch das ist ein Trugschluss, der für viel Leid und Herzschmerz sorgt.

Die zweite Aussage dagegen klingt eher hart, fast schon abweisend. In Wahrheit beschreibt sie aber viel besser, was eine gesunde Partnerschaft wirklich bedeutet.

Diesen paradoxen Unterschied zu kennen, kann dir nicht nur jahrelanges Leid und Liebeskummer ersparen, sondern macht es dir sogar erst möglich, eine glückliche Beziehung zu erkennen, wenn sie sich bietet. Denn viel zu oft entscheiden wir uns aus genau diesem Irrtum sogar lieber für eine ungesunde Beziehung und lassen die Chance unseres Lebens ungenutzt …

Deshalb möchte ich dir heute 10 Anzeichen für eine gesunde Beziehung zeigen, die ich gerne schon mit 18 gekannt hätte:

 

10 Anzeichen für eine gesunde Beziehung

„Eine gute Beziehung bedeutet zu geben, ohne etwas zurückhaben zu wollen.“

Das denken viele Menschen. Und das habe auch ich eine lange Zeit gedacht. Aber das ist leider falsch …

Ja, wahre Liebe bedeutet tatsächlich zu lieben, ohne zu erwarten, dass man zurückgeliebt wird. Aber eine Beziehung ist mehr als nur Liebe. Eine Beziehung ist wie das Sprichwort sagt „ein Geben und Nehmen“. Und wenn du die beiden Prinzipien vermischst, landest du schnell in einer ungesunden Beziehung, in der du härter ausgesaugt wirst als eine Capri-Sonne auf einem Kindergeburtstag bei 30 Grad im Schatten.

Aber ab wann ist eine Beziehung nicht mehr gesund?

Das verrate ich dir anhand der folgenden Checkliste für eine gesunde Beziehung … Führst du eine gesunde Beziehung?

 

1) Ihr opfert nichts …Du opferst nichts in einer gesunden Beziehung

„Ich opfere mich für dich auf.“

Der wichtigste Punkt gleich zu Beginn:

Wenn du in einer gesunden Beziehung bist, kostet dich das nichts. Es bereichert dich in jeder Hinsicht.

Ich spreche hier nicht von den Schmetterlingen im Bauch in der Phase der Verliebtheit. Das hast du auch bei toxischen Beziehungen am Anfang und das ist der Grund, warum du Liebe nicht mit Verliebtheit verwechseln solltest. Was ich hier meine ist, dass sich die Beziehung auf jeden Bereich deines Lebens positiv auswirkt:

  • Du bist besser bei der Arbeit
  • Du kümmerst dich lieber um den Haushalt
  • Du ernährst dich besser
  • Du kümmerst dich mehr um deine Gesundheit
  • Deine Beziehungen zu Familie und Freunden profitieren auch davon

Das kommt daher, dass ihr euch in einer gesunden Beziehung gegenseitig beflügelt. Du willst die beste Version deiner selbst sein und dein Partner unterstützt dich dabei.

In einer toxischen Beziehung hingegen, schadet man sich gegenseitig. Meist natürlich unbewusst. Deshalb leiden hier meist der Job, der Haushalt, deine Ernährung, deine Gesundheit und deine anderen Beziehungen.

Beispielsweise fängt man an, …

  • Kollegen auf der Arbeit schlechter zu behandeln, wenn man zu Hause selbst schlecht behandelt wird.
  • den Haushalt als zusätzliche Bürde anzusehen, weil es sowieso schon so anstrengend ist, zu Hause zu sein.
  • aus Frust ungesundes Zeug in sich reinzustopfen.
  • immer weniger Wert auf seinen Körper zu legen.
  • seine Kontakte immer mehr zu vernachlässigen, weil der Partner so viel Aufmerksamkeit von einem fordert (oder es sogar verbietet).

Und man hat am Ende das Gefühl, alles mögliche für seine Beziehung zu opfern.

Das sind alles nur Beispiele und deine toxische Partnerschaft kann sich auch ganz anders auswirken. Tatsache ist aber, dass du insgesamt feststellst, dass sich dein Leben in einer gesunden Beziehung durchweg viel leichter, besser und reicher anfühlt als in einer ungesunden Beziehung.

 

2) Ihr braucht euch nicht …

Ihr braucht euch nicht in einer gesunden Beziehung

„Ohne dich kann ich nicht leben!“

Daran kannst du sofort toxische Frauen erkennen … und auch Männer!

Ja, was im ersten Moment nicht sehr romantisch und nach einer gesunden Partnerschaft klingt, ist in Wahrheit sogar ihr wesentlicher Kern. Weil es auf alle andere Aspekte Einfluss nimmt.

Der Punkt ist folgender:

Wenn du einen Partner brauchst, um glücklich zu sein, machst du dich abhängig. Man nennt das emotionale Abhängigkeit. Warum emotionale Abhängigkeit nichts mit wahrer Liebe zu tun hat und sogar das Gegenteil bedeutet und du dich in 99 % der Fälle schleunigst trennen solltest, haben wir bereits genauer beleuchtet.

Wenn du aber den anderen nicht für dein Glück brauchst und schon alleine glücklich sein kannst, passiert etwas Faszinierendes:

Du bist auf einmal in der Lage, Liebe zu schenken, statt sie zu brauchen und gierig einzusaugen wie ein Vampir.

Und dann fängt auch noch das Gesetzt der Anziehung an zu wirken und plötzlich ziehst du Menschen an, die ebenfalls in der Lage sind, wirklich Liebe zu schenken.

Deshalb ist Selbstliebe so unglaublich wichtig. Darauf kommen wir aber gleich nochmal zu sprechen. Und deshalb ist es paradoxerweise auch so, dass in einer gesunden Beziehung beide Partner gut alleine sein können.

 

3) Ihr könnt gut alleine sein …

Ihr könnt gut alleine sein in einer gesunden Beziehung

„Ich will immer und überall bei dir sein.“

Bei solchen Sätzen sollten alle Alarmglocken angehen.

Klingt komisch. Gerade in einer Beziehung geht es doch darum, das Leben gemeinsam zu bestreiten und eben nicht mehr alleine zu sein.

Ja, stimmt schon und genau deshalb ist es auch so schwer zu verstehen. Vor allem auch weil uns in den Medien ständig dieses romantische Bild vermittelt wird, dass wahre Liebe bedeutet, nie getrennt und immer für den anderen da zu sein. Dieses Twilight-Phänomen ist die Ursache dafür, dass so viele Menschen ein total falsches Bild davon haben, was eine Beziehung wirklich bedeutet.

Das Zusammensein kann immer nur so gut sein, wie das Alleinesein der beiden Partner.

Mit sich selbst klarzukommen ist die beste Basis, um auch mit anderen klarzukommen.

Es läuft alles wieder darauf zurück, den anderen nicht zu brauchen, nicht emotional abhängig davon zu sein, dass er deine Zeit hier auf Erden lebenswert macht. Das musst du einfach selbst tun. Dann ziehst du auch andere Menschen mehr an. Deshalb solltest du unbedingt lernen, alleine und mit dir selbst glücklich sein zu können. Das hat enorme Vorteile:

  • Du klammerst nicht
  • bist weniger eifersüchtig
  • wirst selbstsicherer
  • hältst nicht an einer schlechten Beziehung fest, aus Angst wieder alleine sein zu müssen
  • fokussierst dich automatisch mehr auf Dinge, die dir wirklich wichtig sind

All das stärkt paradoxerweise deine Beziehung, weil dein Partner dich ja genau deswegen ausgesucht hat. Weil er auf dich steht, wie du bist, wenn du du bist. Wenn du mit Freude dein Leben lebst und ihn daran teilhaben lässt. Nicht dafür, dass du dein Leben aufgibst.

 

4) Ihr habt Konflikte (und Kompromisse)…

Ihr habt Konflikte in einer gesunden Beziehung

„Wir streiten nie.“

Wenn du das hörst, weißt du zu 100 %, dass die Beziehung toxisch ist.

Klingt auch wieder sonderbar. Sind Konflikte nicht eher ein Zeichen dafür, dass es nicht so gut passt?

Nein. Konflikte entstehen in jeder Art von Beziehung:

  • In toxischen Beziehungen arten Konflikte aber entweder zu extremen Streits aus oder werden gar nicht erst ausgetragen wegen der eben erwähnten emotionalen Abhängigkeit.
  • In einer gesunden Beziehung sprichst du auch unangenehme Dinge regelmäßig an und schluckst nichts herunter. Weil du dich selbst liebst, für deine Bedürfnisse einstehst und du weißt, dass dein Partner das auch für sich tut und du ihn nicht beschützen musst.

Ein Beispiel:

Du liebst es, abends im Bett noch am Smartphone deinen Instagramfeed zu durchstöbern. Dein Partner bevorzugt es aber, direkt die Augen zuzumachen und fühlt sich von deinem Handy gestört.

  • Ungesund wäre es nun, wenn entweder dein Partner einfach nichts sagt, weil er Angst hat, dich zu verärgern, oder wenn du überhaupt nicht auf dieses Bedürfnis eingehen würdest. Oder noch schlimmer: wenn du deinem Partner Vorwürfe machen würdest: „Wer geht denn so früh schlafen? Werd mal erwachsen, du bist doch kein Kind mehr!“
  • Gesund ist es hingegen, wenn ihr offen über eure verschiedenen Bedürfnisse redet und einen Kompromiss findet. Beispielsweise den Handykonsum auf 15 Minuten zu beschränken.

Irgendwann stehen tausend unausgesprochene Dinge im Raum und belasten die Beziehung. Deshalb kommt es in ungesunden Beziehungen auch oft zu passiver Aggressivität oder einer geheimen „Beziehungs-Punktetabelle“. Man lässt oft „Hinweise“ fallen oder verteilt gerne kleine Hiebe mit dem Ellenbogen. Das ist das Resultat daraus, dass man oft Dinge herunterschluckt und seine Grenzen nicht klar verteidigt.

 

5) Ihr habt harte Grenzen …

Ihr habt harte Grenzen in einer gesunden Beziehung

„Ich kann dir einfach nicht böse sein.“

Red Flag: Wenn du diesen Spruch hörst, nimm dich in acht …

Auch das zeugt von emotionaler Abhängigkeit und einem Mangel an Selbstliebe.

In einer toxischen Beziehung tut sich mindestens ein Partner schwer damit, Grenzen zu setzen und vor allem, sie durchzusetzen.

Gesunde und ungesunde Beziehungsmuster:

  • Toxische Paare haben Angst, Taten folgen zu lassen. Das Paradoxe ist, dass in einer toxischen Beziehungen oft viel mehr Drohungen ausgesprochen werden, aber nie wirkliche Konsequenzen folgen. Weil man eben ultimativ abhängig voneinander ist.
  • In einer gesunden Beziehung braucht es keine Drohungen, weil jeder seinen eigenen Wert und damit auch seine eigenen Grenzen kennt und vertritt. Du weißt, dass du deinen Partner verlassen würdest, wenn er fremdgeht, weil er damit Werte verletzt, die dir in einer Beziehung sehr wichtig sind. Deshalb musst du ihm nicht drohen oder ihm verbieten mit seinen Jungs um die Häuser zu ziehen.

In einer gesunden Beziehung bereichern klare Grenzen sogar die Partnerschaft. Aber ich rede hier nicht nur von theoretischen Grenzen wie „Ich verzeihe kein Fremdgehen“. Es geht vor allem auch darum, seine eigenen Grenzen nicht selbst zu überschreiten:

Wenn du dir zum Beispiel einmal im Monat ein Wochenende alleine wünschst, dann solltest du das auch umsetzten und nicht darauf verzichten, aus Angst, deinen Partner zu verletzen.

Wie gesagt, in einer gesunden Beziehung fühlst du dich eben nicht für das Wohlbefinden deines Partners verantwortlich und kannst deshalb gut für dich einstehen und auch mal ohne Schuldgefühle Nein sagen. Paradoxerweise ist das nicht nur gut für dich, sondern auch für deinen Partner. Weil er dadurch merkt, dass auch er keine Rücksicht auf dich nehmen muss und für seine Bedürfnisse einstehen kann. Und wenn das beide tun, dann ist das Zusammensein in der Folge umso schöner.

 

6) Ihr interessiert euch füreinander (wirklich) …

Ihr interessiert euch füreinander in einer gesunden Beziehung

„Jeder muss auch sein eigenes Leben haben.“

Klar. Aber wenn du nicht weißt, was in diesem eigenen Leben deines Partners vorgeht, lebt ihr euch auseinander.

Es geht hier nicht darum, an jemandem interessiert zu sein, bis du ihn an der Angel hast. Es geht darum, wirklich am Leben deines Partners teilhaben zu wollen.

„Aber hast du nicht eben noch gesagt, dass man in einer gesunden Beziehung auch gut alleine sein kann?“

Ja, und genau deshalb ist dieses Interesse auch so wichtig: Natürlich muss jeder auch sein eigenes Leben haben und alleine sein können. Aber es muss eine ausreichend große Schnittmenge existieren. Und gerade weil auch jeder sein Leben hat, solltest du über das Leben deines Partners Bescheid wissen und es bei deiner Planung berücksichtigen.

Das bedeutet nicht, dass du jeden Tag nach der Arbeit fragen musst, wie sein Tag war. Aber du weißt über die wichtigen Punkte im Leben deines Partners Bescheid und das beruht auf Gegenseitigkeit. Ihr müsst nicht ständig aufeinander hängen, aber die Zeit, die ihr zusammen verbringt, ist Quality-Time.

In einer toxischen Beziehung dreht sich meist alles nur um einen Partner oder das Interesse wird hauptsächlich aus Angst getrieben. Zum Beispiel weil dein toxischer Partner ständig wissen will, wo und mit wem du unterwegs bist. Oder es ist vorgeheuchelt. Das tritt oft eher am Anfang einer Beziehung auf, weil man ein möglichst gutes Bild von sich abgeben will.

Wahres Interesse ist Selbstzweck:

Du willst einfach wissen, was diesen Menschen beschäftigt, der dir so wichtig ist.

Du hörst ihm zu, wenn er dir von seinem sonderbaren Hobby erzählt, bei dem er stundenlang seine Computertastatur auseinandernimmt und Finetuning betreibt, damit sie sich am Ende weniger „klapprig“ anhört. Nicht weil dich das Thema interessiert, sondern weil dich interessiert, was ihn bewegt. (Danke mein Lieblingsmensch)

 

7) Ihr vertraut euch (voll und ganz) …

Ihr vertraut euch voll und ganz in einer gesunden Beziehung

„Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.“

Ein absolutes Warnzeichen einer toxischen Beziehung! Wenn du oder dein Partner so denkt, ist eure Beziehung tiefer gesunken als die Titanik.

Du solltest niemals das Gefühl haben, deinen Partner kontrollieren zu müssen. Wirklich Niemals.

Wenn du aber aus Angst, hintergangen zu werden, ihn kontrollierst, bist du es, der sein Vertrauen missbraucht und dein Partner sollte schnellstmöglich das Weite suchen.

„Aber ich habe Grund zur Annahme, dass …“, denkst du jetzt vielleicht.

Annahmen haben noch nie eine Beziehung gerettet. Sprich ihn oder sie darauf an und schaffe Klarheit (siehe Punkt 4).

Und nein, auch „zufällig“ auf dem Handy eingegangene Textnachrichten, die du im Augenwinkel gesehen hast, sind nicht ok. Rede mit deinem Partner darüber, was in seinem Leben vorgeht, dann brauchst du auch nicht zu solchen Mitteln zu greifen.

Auf der anderen Seite brauchst du in einer gesunden Beziehung auch selbst keine Geheimnisse zu haben. Wenn du deinem Partner komplett vertraust, warum solltest du ihm dann etwas verheimlichen?

Klar, du musst nicht vor ihm auf die Toilette gehen oder ihm die PIN deiner Kreditkarte verraten, aber generell solltest du nichts zu verbergen haben. Wenn wir etwas vor anderen verbergen bedeutet das in der Regel, dass wir ihnen nicht vertrauen.

  • In einer ungesunden Beziehung wird viel verheimlicht. Beispielsweise der Chatverlauf mit der süßen Arbeitskollegin oder die hohe Online-Shopping-Rechnung.
  • In einer gesunden Beziehung ist das nicht nötig, weil du deinem Partner vertraust, dass er auch deine Schwächen akzeptiert.

Apropos Schwächen …

 

8) Ihr seid verletzlich …

Ihr seid verletzlich in einer gesunden Beziehung

„Ich muss stark sein.“

Eine gesunde Beziehung ist gebaut auf Verletzlichkeit.

Die Angst, verletzt zu werden, sabotiert mehr Beziehungen als alle sexsüchtigen Sekretärinnen dieser Welt. Es gibt Menschen, die ihren Partner umgebracht haben, nur weil sie vermutet haben, dass dieser sie betrügt. Auch wenn sich am Ende herausstellte, dass das gar nicht stimmte.

Das ist das berühmte Phänomen des Festhaltens, mit dem wir uns immer wieder selbst das Leben schwer machen.

Wenn du aber von vornherein verletzlich bist, kommt es gar nicht soweit. Weil du das Risiko eingehst, verletzt zu werden und zum Beispiel das offene Gespräch suchst.

Sich etwas nicht anmerken zu lassen führt nur zu einem: Dass dein Partner eigene Annahmen machen muss. Und dass Annahmen einer Beziehung nicht guttun, haben wir ja schon im Mordbeispiel gesehen. 

Nur durch Verletzlichkeit kannst du eine echte Verbindung zu einem anderen Menschen herstellen. Wenn ihr beide jeweils nur in eurem Kopf lebt, lebt ihr nicht miteinander.

„Aber wenn ich mein wahres Gesicht zeige, mag mein Partner mich vielleicht nicht mehr“, befürchtest du vielleicht.

Dazu habe ich nur eine Frage: Was ist dir lieber?

  • a) Jemand, den du halten kannst, indem du „dein wahres Gesicht“ verbirgst?
  • b) Oder jemand, der dich so liebt und akzeptiert, wie du bist und für den du dich nicht dein ganzes Leben lang verstellen musst?

Eigentlich ist es einleuchtend, dass Option b) die bessere Wahl wäre. Dennoch leben viele Menschen nach Variante a). Sie denken, sie müssen ihren Partner beeindrucken, um ihn halten zu können (-> Festhalten). Dabei ist genau das Gegenteil der Fall. Denn wahre Liebe beruht auf wahrer Intimität (-> Loslassen). Und die kann nur existieren, wenn du wirklich du selbst bist.

 

9) Ihr seid euch extrem ähnlich …

Ihr seid euch extrem ähnlich in einer gesunden Beziehung

„Gegensätze ziehen sich an.“

Nicht wirklich …

Meiner Erfahrung nach macht man sich mit solchen Parolen eher selbst etwas vor und will der Wahrheit nicht ins Auge sehen, dass man eben doch nicht so gut zueinander passt. Im schlimmsten Fall ist man dann Jahre oder Jahrzehnte lang mit dem falschen Partner zusammen. Man nimmt sich nicht nur selbst die Chance, jemanden zu finden, der besser zu einem passt, sondern auch dem Partner.

Wenn du also ein Abenteuer suchst. Dann wirkt das Gegensätzliche am Partner neu und aufregend. Wenn du aber an einer langfristigen Beziehung interessiert bist, solltest du dich lieber nach einem anderen Sprichwort richten:

„Gleich und gleich gesellt sich gern.“

Der Grund dafür ist einfach: Wenn du und dein Partner gleiche Werte habt, könnt ihr leichter ihr selbst sein. Keiner muss befürchten, gegen die Werte des anderen zu verstoßen oder von ihm abgelehnt zu werden. Ihr habt oft die gleichen Ansichten und könnt leicht Verständnis füreinander aufbringen, weil ihr euch gut in den anderen hineinversetzen könnt.

„Und wie finde ich heraus, ob wir gleiche Werte haben?“, fragst du dich jetzt bestimmt.

Das ist einfach. Zunächst musst du einmal deine eigenen Werte kennen. Daran scheitert es schon bei den meisten. Nutze dazu den kostenlosen Test „Was will ich wirklich im Leben“.

Wenn du deine Werte kennst, ist es relativ einfach, Übereinstimmungen festzustellen. Natürlich musst du dafür keine Checkliste zum ersten Date mitnehmen. Viel mehr spürst du direkt, wenn jemand gegen einen deiner wichtigen Werte verstößt, wenn du dir erst einmal wirklich darüber bewusst bist.

Übrigens: Glückliche Paare werden sich mit der Zeit oft immer ähnlicher. Und zwar weil beide vom anderen übernehmen, was ihnen an ihm gefällt. Aber sie verändern sich nicht bewusst …

 

10) Ihr versucht nicht euch zu ändern …

Ihr versucht nichrt euch zu ändern in einer gesunden Beziehung

„Er ist ein Rohdiamant, den ich nur noch schleifen muss …“

Versuch es erst gar nicht …

Wenn du jemanden nicht so akzeptieren und lieben kannst, wie er ist, solltest du keine Beziehung mit ihm eingehen. Punkt.

Heißt das, dass du all seine Macken taten- und wortlos akzeptieren musst? Nein. Natürlich entwickelt man sich in einer Beziehung und wächst gemeinsam. Aber wenn dich von Anfang an irgendetwas stört, das für dich ein No-Go ist, dann lass es lieber.

Der Punkt ist, dass du andere Menschen niemals ändern kannst. Auch nicht deinen Partner. Du kannst immer nur eines ändern und das bist du selbst. Meist ist es sogar so, dass wir genau die Dinge an unserem Partner ändern wollen, die uns an uns selbst stören:

  • Du bist unzufrieden mit deiner Figur und gibst deinem Partner ständig Hinweise, dass er mal Sport machen sollte.
  • Du findest dein Leben langweilig und wirfst deinem Partner vor, dass er nicht spontan sei.

Deshalb unterstreiche ich hier so oft, dass Selbstliebe die Grundlage jeder anderen Form von Liebe ist. Nur wenn du dich selbst wirklich liebst und mit dir zufrieden bist, kann es auch ein anderer mit dir sein. Wie könntest du auch von deinem Partner erwarten, dass er dich akzeptiert, wenn du das nicht einmal selbst schaffst?

In einer gesunden Beziehung willst du deinen Partner nicht verändern. Du wirst selbst zu dem, der du wirklich sein willst. Und jetzt kommt der Coup daran:

Wenn du selbst zu dem Menschen wirst, den du begehrenswert findest, wirst du ein Beispiel für andere und ziehst ähnliche Menschen an. Du musst niemanden mehr ändern und brauchst auch niemanden, um deine Defizite auszugleichen.

 

11) Bonus: Ihr habt keine Hoffnung (und keine Gründe) …

Ihr habt keine Hoffnung in einer gesunden Beziehung

„Wir sind einfach füreinander bestimmt.“

Es gibt zwei Arten von Paaren: Die einen, auf die das zutrifft, und die anderen, die sich das nur einreden …

Gesunde Beziehungen sind hier und jetzt. Sie finden nicht in der Zukunft und nicht in der Vergangenheit statt.

Klar kann es in einer Beziehung auch mal größere Rücksetzer geben und dann sind natürlich beide gefragt, um das wieder hinzubiegen. Wenn aber das Verhältnis so schlecht ist, dass ihr hauptsächlich zusammen seid wegen …

  • der Hoffnung, dass es schon besser wird,
  • oder dem Gedanken, dass ihr Seelenverwandte und einfach füreinander bestimmt seid,

… dann ist die Beziehung eine Seifenblase, die bald zerplatzen wird.

Das ist genauso wie wenn du dich zurücklehnst und hoffst, dass dir das Universum einen Ferrari vor die Tür stellt, weil du ihn nur oft genug visualisiert hast. Du gibst damit die Verantwortung ab. An Gott, das Schicksal, eine höhere Macht oder was auch immer. Gleiches gilt, wenn du deine Beziehung mit logischen Gründen untermauerst:

„Wenigstens hat er einen festen Job und duscht regelmäßig.“

Wann merkt man dass eine Beziehung zu Ende ist?

Wenn du anfängst, Argumente für deine Beziehung zu suchen, ist sie in der Regel schon vorbei.

Liebe ist nichts Rationales, was man logisch begründen könnte. Natürlich sagen alle immer, dass ihr Partner witzig und sexy und fürsorglich ist. Aber wenn das die Kriterien für ihre Liebe wären, müssten sie auch Tausende andere Menschen so lieben.

Liebe ist entweder da oder eben nicht. Und wenn du anfängst, eine Beziehung mit logischen Gründen zu rechtfertigen, dann ist das in aller Regel ein starkes Zeichen dafür, dass die Liebe weg ist und du dir das schleunigst eingestehen solltest.

 

12) Bonus: Ihr findet auch andere attraktiv …

Ihr findet auch andere attraktiv in einer gesunden Beziehung

„Ich habe nur Augen für meinen Partner.“

Tut mir leid, dich enttäuschen zu müssen, aber das ist absoluter Käse.

Paradoxerweise ist diese Sichtweise gerade in ungesunden Beziehungen verbreitet …

Natürlich solltest du nicht mit jedem Menschen anbandeln, den du attraktiv findest, wenn du in einer Beziehung bist. Es sei denn, es ist eine offene Beziehung und das beruht auf gegenseitigem Einverständnis. Aber auch in einer normalen Beziehung kannst und wirst du andere Menschen attraktiv finden. Und das ist in Ordnung.

„Aber ein bisschen Eifersucht ist doch gut! Das zeigt dem anderen doch, dass man ihn liebt!“, denkst du vielleicht.

Das ist absoluter Quatsch. Eifersucht und Liebe haben genauso viel miteinander zu tun wie Feenstaub und eine Erektion: nichts. Tatsächlich ist Eifersucht eher ein Zeichen von ungesunden Beziehungen, weil es meist auf einem mangelnden Selbstwert beruht.

In einer gesunden Beziehung kannst du mit deinem Partner darüber reden, wenn du andere attraktiv findest, weil dieser eben kein Selbstwertproblem hat und sich dadurch nicht direkt minderwertig fühlt. Im Gegenteil:

Ungesunde Beziehungen sind hingegen oft geprägt von geheimen Fantasien mit anderen potenziellen Partnern.

Ja, natürlich können einem auch in einer gesunden Beziehungen mal Gedanken wie „was wäre wenn“ kommen. Der Unterschied ist nur, dass diese Gedanken in einer gesunden Beziehung schnell wieder verfliegen, weil du mit deinem Partner zufrieden bist und weißt, was du aufs Spiel setzten würdest. In einer ungesunden Beziehung nisten sie sich ein, weil dir irgendetwas an deinem aktuellen Partner fehlt, dass diese Fantasie dir gibt.

Das kann sogar soweit führen, dass du solche potenziellen Partner über-idealisierst. Du siehst nur noch das Positive an ihnen und im Gegenzug nur noch mehr das Negative am eigenen Partner.

 

13) Bonus: Ihr könntet es jederzeit beenden …

Ihr könntet es jederzeit beenden in einer gesunden Beziehung

„Ich weiß nicht, was ich ohne dich tun sollte …“

Das ist richtig paradox …

In einer gesunden Beziehung weißt du, dass du es jederzeit beenden könntest und deshalb keine Welt zusammenbricht.

Klar, eine Trennung ist nie etwas schönes und Herzschmerz und Liebeskummer bleiben nicht aus. Aber du weißt, dass du und dein Partner trotzdem klarkommen würden. Eben weil ihr euch nicht zwangsläufig braucht und voneinander abhängig seid.

In einer ungesunden Beziehung befürchtest du eher, dass dein Partner dir oder sich selbst etwas antun könnte, wenn du die Trennung aussprichst. Das ist das absolute Zeichen dafür, dass du es schleunigst tun solltest und dich aus dieser emotionalen Abhängigkeit befreien solltest.

Aber auch wenn es nicht ganz so dramatisch ist, hat man in einer ungesunden Beziehung eher das Gefühl, zusammenbleiben zu müssen, als es zu wollen. Wegen der Kinder, dem gemeinsamen Haus oder dem guten Bild nach außen …

(Tipp: Zweifelst du an deiner Beziehung? Mach den kostenlosen Online-Test „Soll ich mich trennen?“ und finde heraus, ob deine Beziehung bereits irreversibel beschädigt ist.)

In einer ungesunden Beziehung hat man das Gefühl, man könnte sich nicht trennen.

Und genau deshalb hält eine Beziehung länger, die du jederzeit beenden könntest. Weil wir Menschen uns instinktiv von dem trennen wollen, was uns aufgezwungen wird und das suchen, was uns nicht sicher ist.

Auch das ist wieder der viel besagte Effekt des Festhaltens, mit dem wir uns so oft selbst das Leben schwer machen

 

Der gemeinsame Nenner

Weißt du was all diese Merkmale einer gesunden Beziehung verbindet?

All das folgt mehr oder weniger automatisch, wenn du lernst, loszulassen.

Wenn du loslässt, …

  • brauchst du niemanden, um glücklich zu sein
  • kannst du Konflikte besser bewältigen und bist weniger abhängig
  • kannst du deine Grenzen besser durchsetzen und hast keine Angst vor Zurückweisung
  • hörst du auf zu kontrollieren und lernst, zu vertrauen
  • kannst du dich verletzlich zeigen
  • versuchst du nicht, deinen Partner zu ändern und lernst zu akzeptieren
  • hältst du nicht an falscher Hoffnung und Gründen fest
  • ist die Beziehung nicht mehr dein Ein-und-Alles, ohne das du nicht mehr leben könntest

Loslassen zu lernen ist neben Selbstliebe der wichtigste Schlüssel, um toxische Beziehungen zu beenden und eine gesunde Beziehung aufbauen zu können.

Woher ich das weiß? Weil ich es auf die harte Tour gelernt habe. Erst als ich das Loslassen verstanden habe, konnte ich mich 2019 aus einer 13-jährigen Beziehung lösen, die mir und meiner Ex-Frau nicht gut getan hat. Heute sind wir beide glücklicher als je zu vor.

Weil mir das Loslassen auch an anderen Stellen im Leben so sehr geholfen hat, habe ich ein Buch darüber geschrieben, wie auch du es Schritt für Schritt verinnerlichen kannst. Damit du es nicht auf die harte Tour lernen musst:

Zum Buch: Der Weg des Wassers: Warum dir alles zufließt, wenn du endlich loslässt >>

Der Weg des Wassers: Warum dir alles zufließt, wenn du endlich loslässt - Tablet, Smartphone, Hardcover

Fazit: Führe ich eine gesunde Beziehung?

Wie sollte eine gute Beziehung aussehen?

Das verraten dir die 10 Anzeichen für eine gesunde Beziehung:

  1. Ihr opfert nichts
  2. Ihr braucht euch nicht
  3. Ihr könnt gut alleine sein
  4. Ihr habt Konflikte
  5. Ihr habt klare Grenzen
  6. Ihr interessiert euch füreinander (wirklich)
  7. Ihr vertraut euch (voll und ganz)
  8. Ihr seid verletzlich
  9. Ihr seid euch extrem ähnlich
  10. Ihr versucht nicht euch zu ändern

Dazu gibt es noch drei paradoxe Bonus-Merkmale einer gesunden Beziehung:

  1. Ihr habt keine Hoffnung (und keine Gründe)
  2. Ihr findet auch andere attraktiv
  3. Ihr könntet es jederzeit beenden

Du merkst: Ob du eine gesunde Beziehung führen kannst, hat zu 90 % nichts mit Glück oder Schicksal zu tun. Es hängt viel mehr davon ab, ob du eine gesunde Beziehung zu dir selbst hast. Und das ist die gute Nachricht, denn daran kannst du direkt etwas ändern.

Wie? Durch Selbstliebe und Loslassen. Wenn du lernst loszulassen entwickelst du eine gesündere Beziehung zu dir selbst, weil du weniger festhältst und weniger abhängig bist von äußerer Bestätigung. Wie du das lernst, erfährst du in meinem Buch.

Frage: Was sind deine Tipps für eine gesunde Beziehung? Was habe ich im Beitrag vergessen? Schreibe einen Kommentar!

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4.6/5 - (10 votes)
Über Norman Brenner
Nachdem ich zwei Studiengänge als Jahrgangsbester und trotz Stipendium abgebrochen habe, habe ich erkannt, worauf es wirklich im Leben ankommt. Seither helfe ich auch anderen Menschen, ein Leben zu führen, das Sinn macht und sich gut anfühlt. Mehr.
  • Claudia sagt:

    Mega Bilder! Vor allem HANDMADE! Das ist sehr individuell und deine persönliche Handschrift. Ich find’s toll, auch wenn ich deine Beiträge noch lieber als Podcast anhöre! :-)

    • Hey Claudia,

      danke für dein Feedback =)

      Freut mich, dass die Bilder passen. Hat auch richtig Spaß gemacht, sie zu zeichnen!

      Die Podcasts mache ich aber auch auf jeden Fall weiter =)

      LG und einen schönen Sonntag noch!

      Norman

  • Claudia sagt:

    Deinem Beitrag stimme ich zu 100% zu. Toll geschrieben und auf den Punkt gebracht. Die gemalten Bilder dazu sind klasse.
    Eigener Stil, herrlich einfach und unperfekt und genau dadurch genial😊

    • Hey Claudia,

      danke auch dir für das Feedback =)

      Ich überlege, die Bilder auch auf Instagram und co. zu teilen. Dann haben sie auch abseits des Blogs vll. noch ein Leben.

      Liebe Grüße und hab auch du noch einen schönen Sonntag!

      Norman

  • Tom sagt:

    Toller Artikel, dem auch ich zu 100% inhaltlich zustimme!
    Ich habe Dein Buch „Der Weg des Wassers“ die letzten beiden Jahre intensiv gelesen und für mich genutzt (und tue beides auch noch heute), was dazu geführt hat, dass ich mich mittlerweile deutlich mehr in einer „gesunden Beziehung“ sehe und fühle, als früher. Danke!

    • Hey Tom,

      danke füt deine lieben Zeilen =)

      Freut mich, dass dir der Artikel gefällt und dasBich dir hilft! Mir geht wirklich das Herz auf, wenn mir jemand erzählt, dass und wie ihm meine Texte geholfen haben. Das ist ein unbeschreibliches Gefühl. Danke dafür!

      Liebe Grüße und einen schönen Sonntag dir!

      Norman

  • Kerstin sagt:

    Hallo Norman,
    der Lesestoff geht einfach nicht aus und damit möchte ich ausdrücken, wie wertvoll die angesprochenen Themen und vor allem deine Blickwinkel für mich sind. Nach einem schweren Schicksalsschlag vor vier Jahren habe ich oft das Gefühl, vor einem riesigen Scherbenhaufen zu stehen. Gefühlt hab ich kaum noch Freunde und die Aussichten noch auf neuen Partner, na ja. Hier spielt natürlich die Selbstliebe und alles drum herum eine wesentliche Rolle. Ich hab viel gelesen, dein Buch und eBook sowie andere Veröffentlichungen.

    Dies hier fand ich für meinen Weg der letzten zwei Jahre ziemlich passend: „wer schon einmal eine Therapie, ein Choaching oder eine Selbsterfahrung gemacht hat, weiß: das Wühlen im Inneren kann anfangs noch viel Spaß machen, zwischendurch wird‘s aber durchaus anstrengend.“

    Vielen lieben Dank für deine Anregungen und das daraus entstandene Wissen, die Erkenntnisse, Einsichten und neuen Handlungen / Optionen.

    Liebe Grüße
    Kerstin

    Ps. Deine Zeichnungen zeigen eher die Realität als die Hochglanz Fotos – weiter malen

    • Hey Kerstin,

      danke für dein Feedback =)

      Mir bedeutet es auch sehr viel, zu lesen, dass und wie meine Texte ankommen und Menschen gefallen und vor allem helfen. Danke, dass du das mit mir teilst!

      Danke auch, dass du dir das Buch geholt hast!

      Ja, ich kann auch bestätigen, dass Selbstentwicklung anfangs aufregend ist aber mit der zeit richtig hart wird. Deshalb bleiben viele auch nicht dran. Aber ich kann auch bestätigen, dass wenn man es schafft, die erste harte Phase zu überwinden, es zu einer Art Selbstläufer wird. Weil man merkt, wie viel es einem bringt, dranzubleiben. Es wird nicht unbedingt leichter, aber man weiß wofür man es tut.

      Danke auch für das Feedback zu den Zeichnungen =) Ich denke, damit werde ich mal weitermachen.

      Liebe Grüße

      Norman

  • Reiner sagt:

    Haha was für witzige Bilder. Ich musste besonders beim Bild 12 lachen, einfach ein Meme selfmade. Aber von den Bildern abgesehen war der Artikel auch Klasse! Super gut lesbar und interessant.
    Mir selber wird er (aktuell) nicht helfen, dafür aber einer Freundin.
    Danke für den Beitrag!
    Mfg Reiner

    • Hey Reiner,

      danke für deine lieben Zeilen =)

      Stimmt, bei Bild 12 habe ich mich von diesem bekannten Meme inspirieren lassen. Ein Kenner ;-)

      Danke auch für das Feedback zum Artikel! Dann hoffe ich, dass es deiner Freundin hilft. Und falls es bei dir momentan eher um das Thema Trennung geht, dann ist mein nächster Beitrag vielleicht interessant für dich, an dem ich gerade arbeite. Wird aber noch etwas dauern, bis der fertig ist, da ich zunächst mal eine kleine Pause wegen eines Umzugs einlegen muss.

      Liebe Grüße und ein schönes Wochenende, dir!

      Norman

  • Jessi sagt:

    Ein wirklich toller Beitrag, der mir die Augen geöffnet hat. Ich mache gerade eine Trennung durch und leide sehr darunter. Mein Freund hat sich von mir getrennt, weil wir beide nicht mehr glücklich waren und irgendwie nicht mehr auf den richtigen Pfad gefunden haben. Fast alle Anzeichen einer ungesunden Beziehung trafen auf uns zu. Nicht, weil wir böse Menschen sind, sondern weil vor allem ich mich selbst nicht genug liebe und die Beziehung zu mir selbst richtig schlecht ist. Ich habe viel aus der Vergangenheit aufzuarbeiten und meinem Ex-Freund geht es ebenso, auch wenn seine Beziehung zu sich selbst besser ist. Die Trennung musste sein, damit wir beide uns weiter entwickeln können. Und wer weiß, vielleicht klappt es dann ja wieder mit uns beiden? Wir wären auf jeden Fall offen dafür, aber zuerst müssen wir an uns selbst arbeiten. Grundsätzlich hat es ja mit uns gepasst, aber diese Baustellen in uns haben viel kaputt gemacht. Ich arbeite an meiner Selbstliebe, damit ich endlich glücklich mit mir selbst werde und werde mir dazu auch dein Buch holen :-) Dein Blog ist wirklich super, habe schon viele Artikel gelesen und viele Erkenntnisse durch dich gehabt. Danke dafür!

    • Hey Jessi,

      danke für deinen Kommentar und für deine Geduld =) Ich bin gerade umgezogen und kam leider lange nicht zum Antworten.

      Du erwähnst da einen wichtigen Punkt: „nicht weil wir böse Menschen sind“. Ich denke, niemand tut all das wirklich mit böser Absicht. Gerade deshalb finde ich es so wichtig, sich dieser Faktoren bewusst zu werden, denn dann kann man auch bewusst dagegen vorgehen.

      Ich finde es sehr gut, dass ihr euren Fokus zunächst mal auf euch selbst legt, jeder für sich. Wie du schon sagst, ist das die wichtigste Basis für eine künftige Beziehung – ob miteinander oder mit anderen Partnern. Ich arbeite gerade an einem neuen Beitrag zum Thema Trennung verarbeiten, wo ich auf diesen Aspekt auch nochmal genauer eingehen will und wie man es schafft, sich tatsächlich auf sich zu konzentrieren nach einer Trennung. Das Buch wird dir da aber sogar noch viel mehr helfen, weil ich in einem kurzen Artikel oder Kommentar einfach nie die Zusammenhänge wirklich klar machen kann. Das Buch ist umfangreicher und schafft das. Danke, dass du es dir holen willst. Ich wünsche dir viel Freude damit =)

      Und auch danke für das positive Feedback! Das motiviert mich sehr =)

      Liebe Grüße

      Norman

  • Jay sagt:

    Hey Norman,

    erstmal danke für deinen wertvollen Beitrag! =)

    Zu dem Punkt, der folgendes beinhaltet:

    „Wenn du selbst zu dem Menschen wirst, den du begehrenswert findest, wirst du ein Beispiel für andere und ziehst ähnliche Menschen an. Du musst niemanden mehr ändern und brauchst auch niemanden, um deine Defizite auszugleichen“

    habe ich folgende Frage:

    Angenommen ich bin ein zurückhaltender Mensch, der Schwierigkeiten hat, mit anderen zu kommunzieren.
    Jetzt finde ich es aber begehrenswert, wenn jemand sehr offen und kommunikativ auf andere zugeht.

    Wenn ich mich jetzt dahin verändere, also von introvertiert zu extrovertiert, dann bin ich der Mensch, der ich sein will (aber vielleicht gar nicht wirklich bin).

    Soweit, so verwirrt. Dann ziehe ich ja früher oder später Menschen an, die introvertiert sind, ausgehend davon, dass sie die gleichen Werte haben. Werte und Persönlichkeit sind meiner Meinung nach nicht automatisch das Gleiche. Natürlich bestimmen die Werte maßgeblich die Persönlichkeit, aber ich kann ja die Werte trotzdem unterschiedlich an den Tag legen, z.B. durch Intro- und Extraversion.

    Beispiel: 2 Menschen haben als Wert „Respekt“. Der eine zeigt Respekt, indem er mit dem anderen sehr viel aber sehr respektvoll redet, der andere zeigt Respekt, indem er die Klappe hält wenn er es als nötig empfindet.

    Zurück zu meiner Veränderung: Ich habe mich jetzt in den Menschen „verwandelt“, den ich begehrenswert finde, bin jetzt also jemand, der ich vielleicht nicht wirklich bin.

    Aber was, wenn sich jetzt genau das Gleiche eine andere Person denkt, die extrovertiert ist? Also wieder angenommen, diese Person steht mehr auf Introvertierte, also wird sie selbst introvertiert.

    Soweit, so gut, und jetzt treffen sich die beiden Verwandlungskünstler: Der Introvertierte, der eigentlich extrovertiert war, jetzt aber zur Introversion konvertiert ist, und der Extrovertierte, nur andersrum.

    Nun haben wir 2 Menschen, die sich genau andersherum verhalten, als sie ursprünglich waren.
    Jetzt meine Fragen: Ziehen sich diese beiden Menschen jetzt an? Oder merken sie beide, was hier grade abgeht und re-konvertieren sie sich wieder in ihre ursprüngliche Darreichungsform (hehe) ?

    Oder zieht am Ende der konvertierte Extrovertierte jetzt auf einmal auch Extrovertierte an, genauso wie der „gefälschte“ Introvertierte jetzt „echte“ Introvertierte, die sich nicht verändert haben?

    Man merkt in meinem Kopf wütet eine Gedankenschlacht xD

    Kannst du mir vielleicht Licht ins Dunkel bringen?

    LG, Jay

    • Hey Jay,

      danke für deinen Kommentar und die wichtige Frage =)

      Ich denke hier liegt ein Missverständnis vor: Du solltest niemals zu etwas werden, was du nicht bist oder sein willst. Also z.b. extrovertiert zu introvertiert oder umgekehrt, wobei ich auch dazu sagen will, dass es meiner Meinung nach so etwas wie extrovertiert oder introvertiert nicht gibt. Das sind Schubladen in unseren Köpfen. Es ist eher eine Skala von bis und jeder Mensch kann zu unterschiedlichen Zeitpunkten und in unterschiedlichen Situationen auf verschiedenen Punkten auf dieser Skala liegen. Ich denke grundsätzlich, dass das Denken in Schwarz und Weiß hier wenig hilfreich ist. Zurück zum Verändern: Ich meine damit ja auch nicht, dass ein Mann zur Frau werden soll, wenn er auf Frauen steht.

      Es geht viel mehr darum, die Mängel, die man selbst empfindet und durch andere füllen will ausfindig zu machen und selbst zu füllen. Wenn du zum Beispiel auf extrovertierte Menschen stehst, weil du gerne selbst mehr auf andere zugehen würdest, dann stelle dich der Angst selbst. Dann wirst du dich verändern. Und Veränderung ist niemals eindimensional. Auch hier sollten wir wieder weg vom Schwarz und Weiß denken. Oft ist es nämlich so, dass wenn wir uns verändern sich auch unser Geschmack verändert. Vielleicht findest du dann ganz andere Attribute toll, weil jetzt selbst diesen Aspekt ausleben kannst oder es entwickeln sich darauf aufbauend andere wichtige Punkte für dich.

      Das Leben an sich ist ja sehr dynamisch. Deshalb ist es unmöglich, es in WENN-DANN-Formeln zu packen. Aber gerade weil wir das Ergebnis und andere Menschen niemals berechnen können, ist es umso wichtiger, sich auf das zu fokussieren, was wir wirklich beeinflussen können. Und das bist nur du selbst und die Tatsache ob und wie du dich selbst glücklich machst. Du ziehst nicht garantiert das Gegenteil oder das Gleiche an, wenn du diesem Rat folgst. Du ziehst Menschen an, die dich interessant finden, wenn du dich selbst interessant findest =)

      Ich hoffe, das hat ein wenig Licht ins Dunkel gebracht.

      LG Norman

      • Jay sagt:

        Hey Norman,

        danke für die Antwort, waren gute Argumente dabei!
        Hat mich definitiv erhellt =)
        LG Jay
        PS.: Bekommt man momentan keine E-Mail Benachrichtigung, wenn man eine Antwort auf einen Kommentar erhält? Oder kommen die einfach nur nicht bei mir an? Meine mich zu erinnern dass das am Anfang mal ging, bin mir aber net mehr sicher

      • Hey Jay,

        ja, die Email-Benachrichtigungen gab es mal … musste ich leider abstellen. Wie ich in einem anderen Kommentar bereits geschildert habe, ist es unfassbar, was man mittlerweile als Webseitenbeteiber alles falsch machen kann… vor allem datenschutztechnisch.

        Ich versuche aber hier und da einzelne Kommentatoren manuell per Mail zu benachrichtigen, wenn ich den Kommentar beantwortet habe und sie nichts dagegen haben =)

        LG

  • Jay sagt:

    Hey Norman,

    ich hätte noch eine Frage an dich zum Thema persönliche Grenzen:
    Du schriebst ja oben, dass jeder seine festen Grenzen haben sollte für eine gesunde Beziehung.

    Angenommen, du liebst einen Menschen wirklich von ganzem Herzen und denkst, dass ist jetzt mein Traumpartner. Auch wenn es dieser vermutlich nicht ist, weil es den „einen“ Traumpartner entweder nicht gibt oder er vielleicht noch kommt, weiß man ja vorher nie.

    Jetzt stellen wir uns folgende Situation vor: Ihr beide, du und dein Traumpartner oder eine geliebte Person, werdet gefangengenommen von ein paar wilden Eingeborenen, und einer von euch kann eventuell überleben, allerdings nur dann, wenn sich der andere freiwillig opfert. Heißt wenn du die Wahl hättest, dein Leben für einen anderen Menschen zu geben, den du auch noch von ganzem Herzen liebst, was würdest du tun?

    Meine eigene Antwort wäre, dass ich es nicht weiß, ob ich mich für einen geliebten Menschen opfern würde, weil ich bisher noch nie in solch einer Situation war und dann wahrscheinlich impulsiv entscheiden würde.

    Wenn man jetzt nach der Philosophie gehen würde, dass jeder zum Großteil für seine eigenen Probleme verantwortlich ist und jeder seine Grenzen hat, würde man sich ja sehr wahrscheinlich nicht für den anderen opfern.

    Weil wenn man jetzt z.B. davon ausgeht, dass Fremdgehen ein Übertritt der festgelegten Vereinbarungen ist, dann würde man sich ja erst recht nicht für den anderen opfern.

    Natürlich ist diese Situation weit hergeholt, aber mich würde dennoch deine Antwort interessieren, falls du wirklich mal in solch einer Lage wärst.

    Wie weit würde oder sollte man für den Liebsten gehen?

    Vorausgesetzt, man liebt ihn wirklich von ganzem Herzen.

    Weil ich frage mich auch schon seit Langem, wo die Grenze zwischen Selbstliebe und Egoismus liegt.

    Wenn ich mich jetzt NICHT opfern würde, wäre das dann einfach nur Selbstliebe oder wäre ich dann ein egoistischer Drecksack?

    Und wenn ich mich opfern würde, wäre ich dann ein besserer Mensch oder einfach nur ein Volltrottel?

    Bin Feuer und Flamme auf deine Antworten!

    LG,

    Jay

    • Hey Jay,

      danke für das interessante Gedankenexperiment =)

      Tatsächlich kann ich dir dazu auch keine klare Antwort geben. In einer lebensbedrohlichen Situation entscheidet man nicht mit dem Verstand, sondern aus Angst und anderen irrationalen Quellen. Aber ich mag es auch nicht, sich mit solchen Einbahnstraßen-Beispiele zu befassen. Nur weil sich jemand Regeln für ein „Spiel“ ausdenkt, bedeutet das nicht, das man „mitspielen“ muss. Ganz nach dem Motto: Wenn du mit dem Rücken zur Wand stehst, reiß das verdammte Ding ein =)

      Um die Frage allgemein zu beantworten, wie weit man für den oder die Liebste gehen würde: Immer soweit, wie es die Selbstliebe zulässt. Tatsächlich wäre ja auch ein Aufopfern für jemanden nicht wirklich ein selbstloser Akt, wie wir ja gerade erst im Kommentar beim Beitrag zum Thema Trennung überwinden besprochen haben. Auch da hätte man irgendeine Art Motivator. Vielleicht weil man sich Karma verspricht oder sich selbst nicht genug wert ist, am Leben zu bleiben und denkt, dass das eigene Ableben so wenigstens noch einen Sinn hat, oder, oder, oder … Es läuft also immer wieder darauf hinaus, was man eigentlich selbst bereit ist mitzumachen.

      Ich könnte mir zum Beispiel aus verschiedenen Gründen nicht vorstellen, mit jemandem zusammenzubleiben, der mir fremdgegangen ist. Da ist meine Grenze definitiv überschritten.

      Ich würde auch niemanden als egostischen Drecksack verurteilen, der sich nicht für jemand anderen aufopfern will. Ich würde aber auch niemanden als heiligen Samariter bezeichnen, der es ohne zu zögern tut. Ich würde aber sagen, jemand, der sich selbst gut kennt und liebt, würde sich – egal wie er sich entscheidet – am Ende auf jeden Fall weniger Vorwürfe machen als jemand, der das nicht tut. Und darauf kommt es am Ende an … Auch wieder Selbstliebe … nicht wie andere einen bezeichnen, sondern was man selbst von sich hält.

      LG Norman

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