Wie du noch heute die Last abwirfst es allen Recht machen zu wollen

Die Last es allen recht zu machen

Kennst du auch dieses Gefühl, es allen recht machen zu wollen?

Die Angst vor fremdem Urteil und die Sorgen um die Art und Weise, wie andere dich ansehen?

Sie kann dein ganzes Leben vereinnahmen und dazu führen, dass du nur noch für andere und gar nicht mehr für dich selbst lebst.

Das ist zum Beispiel auch ein Grund dafür, warum viele so unglücklich im Job sind. Weil sie ihn am Ende nur ausüben um anderen etwas recht zu machen!

Ich möchte dir in dieser Erkenntnis zeigen, woher dieses Leiden kommt und dir eine kurze Geschichte zu seiner Linderung mitgeben.

 

Warum du anderen gefallen willst

Dieses Verhalten ist uns Menschen seit Anbeginn unserer Existenz mitgegeben.

Es hat seinen Ursprung in der Tatsache, dass das Überleben in früheren Tagen von der Akzeptanz in einer sozialen Gemeinschaft abhängig war. Diese bot dem Urmenschen Schutz und Geborgenheit und wenn er mal selbst keinen Jagderfolg hatte, konnte er auf das Mitgefühl der Gruppe bauen.

Hier ist übrigens auch zu erkennen, dass dieses Akzeptanzbedürfnis oft stärker bei Frauen, als bei Männern ausgeprägt ist, da diese in der Regel nicht selbständig jagten und daher noch mehr von der Gruppe abhängig waren.

Nun hat sich auf unserer Welt seit diesen Tagen einiges geändert, doch dieses Verhalten ist uns geblieben. Im Grunde ist es auch keine schlechte Absicht, einer Gruppe angehören zu wollen und akzeptiert zu werden. Wir Menschen sind eben soziale Wesen und fühlen uns in der Gemeinschaft am wohlsten. Dennoch resultieren einige Probleme für dich als Individuum aus diesem Umstand.

 

Die Folgen für dein Leben

Die Welt ist ein Dorf“ – stimmt nicht!

Die Welt ist ziemlich groß und hat unzählige verschiedene Gemeinschaften. Aber es stimmt, dass die Vernetzung auf dieser Welt immer enger wird. Als Folge sind wir heute ganz anderen Einflüssen und Anforderungen der Gesellschaft ausgeliefert.

Wo früher die Erwartung lautete „Sei ein gutes Gemeinschaftsmitglied und für deine Mitmenschen da“, finden sich heute zahlreiche Anforderungen, die es zu erfüllen gilt:

  • Verdiene möglichst viel
  • Kaufe dieses Produkt
  • Fahre hierher in Urlaub
  • Trage diese Kleidung
  • Übe diese Freizeitaktivität aus
  • Sei mit solchen Leuten befreundet
  • Gehe auf diese Partys
  • Tu dies, sei das, mach jenes…

Dazu kommt nun noch die Vielfalt an Gruppen, zu denen wir gehören können. „Trage diese Kleidung für Gruppe A oder jene für Gruppe B“.  Noch schlimmer ist es, wenn man einzelnen Menschen gefallen will, denn hier sind die Kriterien noch spezieller. „Rede gut über X, aber schlecht über Y“.

Die Gemeinschaft, in die du gehören willst, gibt dir vor, worauf du im Leben Wert legen sollst. Was dir selbst wichtig im Leben ist, ist egal.

Am Ende bleibt dir das Gefühl, den Anforderungen nicht zu genügen und die Unzufriedenheit, nicht dein eigenes Leben leben zu können. Die Angst anderen gefallen zu müssen erzeugt Stress, der deine Lebensqualität wieder einschränkt.

Leserin Ela hat mir die folgende kurze Geschichte zu dieser Problematik geschickt, für die ich mich an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich bedanken möchte. Das beste daran: Ela beschreibt, dass ihr die Geschichte sogar geholfen hat schädliche Verhaltens- und Gedankenmuster abzulegen. Ich hoffe sie hilft auch dir!

 

Der Esel, der Vater und der Sohn

Ein Vater zog mit seinem Sohn und einem Esel in der Mittagshitze durch die staubigen Gassen. Der Sohn führte und der Vater saß auf dem Esel.

“Der arme kleine Junge”, sagte ein vorbeigehender Mann. “Seine kurzen Beine versuchen, mit dem Tempo des Esels Schritt zu halten. Wie kann man nur so faul auf dem Esel sitzen, wenn man sieht, dass das Kind sich müde läuft?”

Der Vater nahm sich dies zu Herzen, stieg hinter der nächsten Ecke ab und ließ den Jungen aufsitzen.

Es dauerte nicht lange, da erhob schon wieder ein Vorübergehender seine Stimme: “So eine Unverschämtheit! Sitzt doch der kleine Bengel wie ein König auf dem Esel, während sein armer, alter Vater nebenherläuft.” Dies tat nun dem Jungen leid und er bat seinen Vater, sich mit ihm auf den Esel zu setzen.

“Ja, gibt es sowas?”, sagte eine alte Frau. “So eine Tierquälerei! Dem armen Esel hängt der Rücken durch und der junge und der alte Nichtsnutz ruhen sich auf ihm aus. Der arme Esel!”

Vater und Sohn sahen sich an, stiegen beide vom Esel herunter und trugen nun den Esel. Dann begegnete ihnen ein Mann, der sich über sie lustig machte: “Wie kann man bloß so dumm sein? Da tragen die beiden den eigenen Esel spazieren!”

Sie setzten den Esel ab. Der Vater gab dem Esel zu trinken und legte dann die Hand auf die Schulter seines Sohnes. “Egal, was wir machen”, sagte er, “es gibt immer jemanden, der damit nicht einverstanden ist. Ab jetzt tun wir das, was wir selber für richtig halten!” Der Sohn nickte zustimmend.

(Nossrat Peseschkian: Der Kaufmann und der Papagei – leicht verändert)

 

Tue das, was du selbst für richtig hältst

Wenn dir die Geschichte gefallen hat und du auch raus möchtest aus dieser ewigen Tretmühle, habe ich hier noch ein paar Hinweise für dich:

  1. Sei achtsam.
    Das ist das A und O für jede Veränderung in deinem Leben. Um dein Verhalten zu ändern, musst du es zunächst erkennen und beobachten. Aber nicht streng, wie ein Aufseher im Gefängnis. Du musst liebevoll immer ein Auge auf dein Handeln werfen, wie eine Mutter auf ihr spielendes Kind aufpasst.
  2. Anderen geht es genauso.
    Denke daran, dass das Verhalten seit Generationen uns Menschen inne wohnt. Jeder kennt das Gefühl. Du bist nicht alleine.
  3. Gib dir Zeit.
    Verhaltensmuster, die seit so langer Zeit in uns Menschen verankert sind lassen sich nicht über Nacht ablegen!
  4. Je mehr Leute du fragst, desto mehr Meinungen bekommst du zu hören.
    Lass es! Bilde dir lieber deine eigene Meinung und handele danach.
  5. Sei egoistisch.
    Bedenke wie viel deiner Zeit du bis jetzt schon damit verbracht hast Dinge zu tun, damit du bei anderen gut ankommst und was du in dieser Zeit hättest für dich selbst tun können. Lohnt es sich noch mehr Lebenszeit zu verschenken? Hier kannst du nachlesen: Warum dein Leben zu kurz ist.
  6. Die Menge ist wie eine Fahne im Wind.
    Ganz oft wechselt die Meinung einer Gruppe schneller, als du dich ihr anpassen kannst.  Kaum bist du einem Trend gefolgt, wird schon wieder ein neuer erfunden.

    „Die Mehrheit ist kein Beweis für die Wahrheit. Es steht mit der Menschheit nicht so gut, daß das Bessere der Mehrzahl gefiele: die Menge ist ein Beweis des Verkehrtesten!

    Wir müssen fragen, was das Beste sei, nicht was der Masse gefalle, die in Sachen der Wahrheit ein sehr schlechtes Urteil hat.“

    (Lucius Annaeus Seneca: Vom glückseligen Leben)

    Wie im ganzen Leben ist es auch bei dieser einzelnen Sache unerlässlich deinen eigenen Weg zu beschreiten.

  7. Deine Bemühungen werden oft ziemlich schnell vergessen.
    Die meisten Menschen sind so sehr damit beschäftigt auf sich selbst zu achten (siehe auch Punkt 1), dass ihnen am Ende egal ist, ob du dies oder jenes getan hast.
  8. Die Menschen sind nicht mit dir, sondern mit sich selbst unzufrieden.
    Viele Erwartungen von Menschen in unserer Gesellschaft kommen daher, dass sie mit sich selbst unzufrieden sind. Statt aber sich selbst zu ändern, versuchen sie ständig die Umstände und die Gesellschaft zu ändern. Ganz schlimm ist es, wenn solche Menschen auch noch Chefs auf der Arbeit sind und ihre Autorität ausnutzen.
  9. Sei unperfekt.
    Versuche erst gar nicht etwas perfekt zu machen. Es gibt immer jemanden, der es besser machen kann oder einen der einen Fehler oder Makel daran findet. Perfektion ist ein Sturzbach ins Unheil.
  10. Dieses Verhalten ist menschlich.
    Verurteile dich nicht selbst, wenn du dich dabei erwischst, wie du anderen gefallen willst. Die Natur hat dich so programmiert!
  11. Lass deine Erwartungen an andere los.
    Du bist auch Ursache des Leidens anderer. Sei vorsichtig mit deinen Ansprüchen an andere. Versetze dich in die Lage deines Gegenübers, wenn er deinen Erwartungen nicht gerecht wird. Das Loslassen von Erwartungen ist ein Schritt, der dein ganzes Leben verändern kann. Du kannst dich hier informieren: Warum Loslassen alle deine Probleme löst.

Wie du grundsätzlich deine Ängste und Sorgen abbauen kannst, erfährst du in der Zusammenfassung Angst- und sorgenfrei leben.

Einen weiteren sehr guten Leitfaden dazu findest du auch bei Anchu von anchukoegl.com: Ängste überwinden

 

Fazit: Mach dich nicht zum Esel!

Die Last es allen recht zu machen

Du kannst dein ganzes Leben danach ausrichten, anderen gefallen zu wollen. Selbst wenn du täglich all deine Energie in dieses Unterfangen stecken würdest – am Ende käme wieder jemand daher und hätte etwas daran auszusetzen.

„Wenn es dir einmal begegnet, daß du dich nach außen wendest, in der Absicht, irgend einem zu gefallen, so wisse, daß du deine innere Stellung verloren hast.“

(Epiktet: Handbüchlein der stoischen Moral)

Von welcher Last könntest du dich mit diesem Wissen noch heute befreien? Hinterlasse einen Kommentar!

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Wie du noch heute die Last abwirfst es allen Recht machen zu wollen
5/5 (1 rating)

Über Norman Brenner
Nachdem ich zwei Studiengänge als Jahrgangsbester und trotz Stipendium abgebrochen habe, habe ich erkannt, worauf es wirklich im Leben ankommt. Seither helfe ich auch anderen Menschen ein Leben zu führen, das Sinn macht und sich gut anfühlt. Mehr.

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8 Kommentare - Schreibe den nächsten!

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  1. Frank Rath

    1. August 2014 um 8:40

    Ein toller Artikel, dessen Inhalt gar nicht hoch genug in den Vordergrund gehoben werden kann!
    Wenn jeder Mensch auch nur zwanzig Prozent von dieser Botschaft umsetzen würde, gäbe es weder Kriege noch sonstiges Leid auf dieser Erde.
    Vielen Dank dafür!

    Antworten
    • Norman Brenner

      1. August 2014 um 9:57

      Willkommen Frank!

      Danke für das tolle Lob! Ich finde auch, dass es eines der größten Übel auf der Welt ist, dass die Menschen hauptsächlich das denken und tun, was andere denken und tun. Die eigene Meinung zu bilden ist eben unbequemer…

      Liebe Grüße und einen sonnigen Freitag!

      Norman

      Antworten
  2. Andrea

    30. März 2017 um 23:53

    Danke für den schönen Artikel!
    Dazu fällt mir ein Zitat von Katharine Hepburn ein:
    “If you always do what interests you, at least one person is pleased.”

    Liebe Grüße!
    Andrea

    Antworten
    • Norman Brenner

      5. April 2017 um 19:14

      Hey Andrea,

      danke für das umwerfende Zitat =D

      Ich liebe es!

      LG Norman

      Antworten
  3. Martina

    6. Mai 2017 um 11:57

    Lieber Norman! Dein Artikel paßt gut auf mich! Ich hoffe, daß ich es schaffe, deine guten Ratschläge zu befolgen! Aber ich hätte da auch einen kleinen Einwand. (Und das zu schreiben kostet mich einigen Mut, weil ich befürchte daß du denkst, daß ich dich nur ärgern will, aber das stimmt nicht. Solche “Nebensächlichkeiten“ beschäftigen mich einfach stark. Und es ärgert mich oft genauso, was in populären “Wissens“ – Fernsehsendungen oft einfach für pseudowissenschaftliche Dinge behauptet werden und dreh dann ab. Hier mein Einwand:) Ich wäre vorsichtig mit den Begründungen mit den Urmenschen, um heutige Erscheinungen zu erklären im Allgemeinen – und in Bezug auf Frau/Mann und jagen und sammeln im Speziellen. Denn, erstens: Wir wissen es nicht. Es ist schon lange lange her. Vielleicht haben Frauen auch gejagt, es muß ja nicht gleich ein Mammut gewesen sein, aber warum nicht kleinere Säugetiere, Vögel usw.? Und zweitens: Selbst wenn sie nicht gejagt haben – vielleicht war das Sammeln ja genau so wichtig wie das Jagen. Warum sollten sich rein sammelnde Menschen nicht selbständig ernähren können? So eine vegetarische Grundlage und hin und wieder etwas Fleisch? 🙂 Nur weil heutzutage Fleisch leider das Wichtigste für viele ist, muß es nicht heißen, daß Sammeln damals weniger Bedeutung und Wert hatte, denke ich. Glück spielt beim Jagen sicher auch eine größere Rolle als beim Sammeln. Man geht beim Jagen leichter leer aus. Ich glaube, wenn man begründen will, warum Frauen eher versuchen (mußten), es anderen recht zu machen, reicht schon völlig die geringere körperliche Kraft, wenn das “Recht des Stärkeren“ gilt. Oder möglicherweise haben auch Hormone was damit zu tun. (Manche spüren ja angeblich Unterschiede, je nachdem, wo sie im Zyklus sind.) Was denkst du darüber? Liebe Grüße! Martina

    Antworten
    • Norman Brenner

      6. Mai 2017 um 12:17

      Hey Martina,

      danke für deinen spannenden Kommentar!

      Ich sehe deinen Einwand durchaus nicht als Ärgernis. Im Gegenteil: Ich bin immer sehr froh, auch über kritische Äußerungen, denn ich habe ja nicht allein die Weisheit mit Löffeln gefressen 😉

      Also danke, dass du dich dazu überwunden hast =)

      Zu deinem Einwand: Klar, wissen können wir das nicht. Aber die Tatsache, dass Frauen mehr auf die Gruppe angewiesen waren als Männer, geht auch nicht alleine aufs Jagen zurück. Das war ja nur ein Beispiel. Die Schwangerschaft ist wohl einer der schlagendsten Beweise…

      Wenn es ums Kinderkriegen geht, ist und war die Frau in der Regel nicht mehr so leistungsfähig wie der Mann. Egal, ob es ums Sammeln oder Jagen geht. Da erscheint es mir nur logisch, dass Frauen sich mehr Mühe gegeben haben, Unterstützung in der Gemeinschaft zu finden.

      Klar kann man sich bestimmt alleine durchs Sammeln ernähren und überleben. Aber damals gab es ja auch noch ganz andere Gefahren als den Hungertod. Und sich als schwangere Frau alleine gegen einen aus dem Gebüsch springenden Säbelzahntiger zu verteidigen war bestimmt für die wenigsten attraktiv.

      Für mich als Mann und bestimmt auch für unsere männlichen Ahnen war das bestimmt genauso unattraktiv, weshalb sie sich ja auch in die Gruppen einfügten. Jedoch Hingen und hängen an der Entscheidung der Frau 2 Leben und an der des Mannes eines. Auch deshalb denke ich, dass Frauen seit jeher IN DER REGEL lieber auf Nummer sicher gehen.

      Ich habe das Gefühl, du bist eine sehr eigenständige und starke Frau und fühlst dich persönlich etwas in deinem Ego verletzt, wenn du sowas liest. Verzeih mir ebenfalls, wenn du dich durch diese Aussage geärgert fühlst 😉

      Aber ich will ja damit nicht behaupten, dass das eine Verhalten gut und das andere schlecht ist oder eines heldenhafter und das andere ängstlich. Nein. Es ist nur ein Versuch unser Verhalten zu deuten und was man deuten kann, kann man besser verstehen. Und was man verstehen kann, kann man beeinflussen =)

      Liebe Grüße

      Norman

      Antworten
      • Martina

        7. Mai 2017 um 14:49

        Lieber Norman!

        Danke für deine freundliche Antwort!
        Ja, Schwangerschaft ist natürlich ein unbestreitbar gutes Argument für eine Abhängigkeit von den anderen Menschen der Gruppe. 🙂 Diese Abhängigkeit wird für kurze Zeit nach der Geburt sogar noch deutlich gesteigert.

        Ich habe – angeregt von deiner Antwort -darüber nachgedacht, warum mich diese Aussage überhaupt gestört hat und glaube, es ist so:
        Ja, du hast recht, ich glaube auch, es hat was mit meinem Ego zu tun. Leider hab ich schon oft die Erfahrung machen müssen, daß solche ähnlichen in meiner Umgebung akzeptierten Behauptungen oft benutzt werden, um mich als Frau schlecht zu machen bzw. mich zu unbeliebten Aufgaben zu “verdammen“, weil sie für mich ja natürlich und “gottgegeben“ wären. Ich bin nicht stark und eigenständig, im Gegenteil. Sonst wär mir viel mehr egal, was andere sagen.
        Ich komme aus einem Elternhaus, in dem immer stark zu spüren war, daß meine Meinung und Ansichten aufgrund meines Geschlechts nicht viel wert sind, auch wenn es nicht direkt gesagt wurde.

        Außerdem habe ich in meinem Leben schon oft gehört, wie Dinge behauptet werden, die anscheinend die meisten einfach glauben, ohne genauer drüber nach zu denken. Zum Bsp. stört Frauen Dreck schneller (ist wahrscheinlich meistens richtig) und sie wachen bei Babygeschrei leichter auf als Männer. So weit kein Einwand meinerseits. 🙂 Aber wenn mir dann erklärt wird, daß das ganz sicher von Natur aus – irgendwie wegen der Steinzeit – so ist, stimme ich nicht mehr zu. Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich sagen, das mich mäßig viel Staub dann und nur dann stört, wenn ich mit Staubsaugen dran bin bzw. ich dafür verantwortlich gemacht werde. Und in den Nächten, in denen ausgemacht war, daß mein Mann sich um das Baby kümmert, bin ich vom Weinen nicht wach geworden, weil ich wußte, daß ich ihm da vertrauen konnte.
        Ein Gegenbeispiel reicht, um eine Behauptung zu widerlegen. Es kann natürlich trotzdem so sein und ich die Ausnahme, aber es ist auch nicht die einzig mögliche Erklärung. Eine, die mir eher einleuchtet, wäre: Frauen sind einfach öfter zuständig für solche Dinge, und es geht ihnen wie in der einen recht bekannten Geschichte dem Indianer, der in der Großstadt als einziger eine Grille zirpen hörte. Weißt du, welche ich meine? Man hört (und sieht und riecht.. :)) das, worauf man zu achten gelernt hat.

        Hmm, das war jetzt länger als geplant und ich wollte auch gar nicht mehr soviel dazu schreiben, aber du denkst ja offenbar ebenso wie ich auch gerne über “Gott und die Welt“ nach. Deshalb hoff ich, daß es dich nicht stört. 🙂

        LG!
        Martina

      • Norman Brenner

        12. Mai 2017 um 6:34

        Hey Martina,

        wow, vielen Dank für diesen persönlichen und offenen Einblick in deine Welt!

        Kann ich gut nachvollziehen, dass dich das unter diesen Umständen getriggert hat =)

        Aber das ist ja auch an sich nichts schlechtes. Jeder von uns hat nun mal ein Ego. Und meistens (eigentlich immer), wenn uns was stört, beruht das auf einem Egokonflikt.

        Ein wunderbares Beispiel, mit dem Indianer! =D Genauso ist es =)

        Am Ende finde ich es auch überhaupt nicht mehr so wichtig, WIE man (sich) etwas erklärt. Der Zweck der Erklärung ist ja immer der, ein Verständnis einer Sache zu bewirken, um zukünftig anders / besser damit umgehen zu können. Wem bringt es schon etwas nun genau zu wissen, ob Frauen in der Steinzeit generell oder nur in der Schwangerschaft abhängiger waren. Was zählt ist das heute und wie wir in unserem Leben klarkommen =)

        Das stört mich in keinster Weise! Im Gegenteil! Ich liebe es, mich in dieser Form über die größeren und kleineren Fragen des Lebens austauschen zu können =)

        Liebe Grüße und ein wundervolles Wochenende, dir!

        Norman

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